Auf Augenhöhe: Jugendliche und Unternehmen gestalten Zukunft

24.04.2012 | Rostock

Jugendliche an der Schwelle zum Berufsleben haben viele Fragen. Bei der Open Space Konferenz in Rostock kamen 100 junge Leute mit zahlreichen Unternehmen der Region ins Gespräch. Sie nutzten den Tag, um gemeinsam Wege von der Schule in die berufliche Ausbildung zu gestalten. So manches Vorurteil wurde dabei ausgeräumt – auf beiden Seiten.

Kein festes Programm, dafür viel Freiraum

Unter dem Motto „Los geht`s, erhebt euch! – Jugend plant Zukunft“ äußerten Rostocker Schüler und Jugendliche auf der Open Space Konferenz in der Stadthalle Rostock am 24. April 2012, wie sie sich ihren Weg in den Beruf vorstellen – unterstützt von der Initiative Bildungsketten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) als Initiator.

Das Besondere an dieser Konferenzform: Beim Open Space gab es kein festes Programm, keine Vorträge und auch keine Präsentationen. Die 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – Jugendliche, Lehrkräfte, Berufseinstiegsbegleiter, Bildungsträger und Unternehmensvertreter aus der Region – gestalteten den Tag in eigener Regie. Sie legten selbst fest, welche Themen sie mit anderen Teilnehmern besprechen möchten. In offenen Arbeitsgruppen tauschten sie ihre Erfahrungen aus, entwickelten Ideen weiter.

Den roten Faden lieferten das gewählte Motto und ein erfahrener Moderator. Oft kamen dabei spannende Ergebnisse heraus. „Ich fand die Veranstaltung sehr informativ, weil ich erfahren habe, dass ich mit meinen Problemen nicht alleine bin“, sagte die 15-jährige Ellen von der Krusensternschule Rostock.

Mehr Infos über Berufe in der Region

Die Rostocker Jugendlichen wünschen sich viel mehr Praxis, so ein zentrales Ergebnis der Konferenz. Sie wollen mehr und konkrete Informationen über Berufe und Berufsbilder generell und in ihrer Region. Sie wollen den direkten und praxisbezogenen Austausch mit Unternehmen der Region – und nicht nur mit den Großbetrieben. Und sie wollen frühzeitig möglichst viele praktische Erfahrungen in den Unternehmen sammeln, die bei der späteren Berufswahl unterstützen.

Direkter Austausch mit Unternehmen – ein Wunsch vieler Jugendlichen. Die Open Space Konferenz macht es möglich.

Die Unternehmen ihrerseits wollten zum Beispiel von den Jugendlichen persönlich erfahren, was sie bei der Berufswahl bewegt, warum sie sich für einen bestimmten Beruf und einen Betrieb entscheiden – oder warum nicht. Zugleich erklärten die Betriebe, welche Anforderungen sie an ihre Auszubildenden stellen, wie sie die jungen Menschen auf dem Weg zum Ausbildungsabschluss begleiten und danach als gut ausgebildeten Mitarbeiter halten möchten.

„Ich bin positiv überrascht, wie sachbezogen die Jugendlichen mitgearbeitet haben und wegweisende Fragen formuliert haben“, sagte Stefanie Bäuerle-Ollwig, Ausbildungsbeauftragte eines Einrichtungshauses.

Rap-Band singt zum Abschied

Krönender Abschluss war am Abend der Auftritt der aus Rostock stammenden Indie-Rap-Band „The Love Bülow“. Bei deren angesagten Songs konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch einmal durchatmen, das Erfahrene sacken lassen und den erlebnisreichen Tag gemeinsam beenden.

Fazit: „Das Experiment Open Space ist gelungen“, sagte Jens Peschner, Leiter der Servicestelle Bildungsketten beim Bundesinstitut für Berufsbildung. „Die Jugendlichen haben in den Workshops kompetent und selbstbewusst ihre berufliche Zukunft in die Hand genommen. Sie entwickelten interessante Ideen. Dabei wurde deutlich, dass häufig bereits eine kleine Hilfestellung ausreicht, ihre Ziele besser zu fokussieren und zu erreichen.“

Bereits bei der Auftaktveranstaltung zur Initiative Bildungsketten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Mai 2011 in Berlin hatten sich Rostocker Schüler und Jugendliche engagiert eingebracht. Es ging um die Frage, welche Unterstützung sich Jugendliche für die Vorbereitung auf ihren Berufseinstieg wirklich wünschen. Damals war auch die Idee für eine weitere Open Space Konferenz entstanden – von und mit Jugendlichen in Rostock. Knapp ein Jahr später, unterstützt durch das AFZ Rostock und der Gesellschaft zur Förderung von Bildungsforschung und Qualifizierung Berlin, ging ihr Wunsch in Erfüllung.

Ansprechpartner

  • Servicestelle Bildungsketten beim Bundesinstitut für Berufsbildung

    • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    • Michael Schulte
    • Telefonnummer: 0228/107-2336
    • E-Mail-Adresse: michael.schulte@bibb.de