Die Phase „nach Schule“ steckt voller neuer Herausforderungen

17.09.2012 | Bonn

Eine neue Phase hat begonnen: Die ersten Jugendlichen des Sonderprogramms Berufseinstiegsbegleitung gehen in die duale Berufsausbildung oder in den Übergang Schule-Ausbildung. Damit ändert sich alles – so die Teilnehmer der Workshopreihe „nach Schule“. Neue Aufgaben, andere Rahmenbedingungen, neue Akteure. All das muss in bestehende Konzepte integriert werden. Eine Arbeitsgruppe befasst sich mit der Zeit „nach Schule“ – und benennt die konkreten Herausforderungen für die Praxis.

Herausforderungen sind auch Chancen

Timo D.* aus Köln nimmt an der Berufseinstiegsbegleitung des Sonderprogramms Bildungsketten teil. Ein wichtiges Etappenziel hat er nun erreicht: Nach den Sommerferien wechselte der 18-Jährige von der Hauptschule in eine Berufsausbildung. In dieser Phase stehen die Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleiter (BerEb) vor großen Herausforderungen, so das Ergebnis eines Workshops der Servicestelle Bildungsketten beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) unter der Leitung von Anne Roth.

 

Wie lässt sich der Abbruch einer Begleitung verhindern?

Den Jugendliche motivieren, ihm den Mehrwert verdeutlichen, sich gemeinsam neue Ziele setzen – das sind deshalb die wichtigsten Herausforderungen in dieser Phase. Wenn die Jugendlichen den Mehrwert der Berufseinstiegsbegleitung für sich persönlich erkennen, bleiben sie eher bei der Stange. Basis dafür ist ein gutes Verhältnis zwischen BerEb und Jugendlichen. Dazu zählen vor allem Vertrauen, regelmäßiger Kontakt, eine persönliche Bindung sowie ein gut funktionierendes Netzwerk zu anderen beteiligten Fachkräften.

Zwei Beispiele aus der Praxis belegen, dass Jugendliche durch Vertrauen, Zuversicht und persönlichen Herausforderungen motiviert sind und „über sich hinauswachsen“. Bei beiden Fällen spielte die Vermittlung des Mehrwerts durch die Berufseinstiegsbegleitung sowie die Einbeziehung von neuen Akteuren in ihr Netzwerk eine Rolle.

 

Kontinuität der Begleitung sichern

Viele BerEb nutzen für regelmäßige Gespräche mit den Jugendlichen die Schule. Mit dem Wechsel in einen Ausbildungsbetrieb oder in eine Maßnahme des Übergangssystems fällt die Schule als wichtiger Treffpunkt weg. Darauf müssen die BerEb flexibel reagieren.

Die BerEb sollten mobil und flexibel arbeiten können. Denn teilweise müssen sie Jugendliche in einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern betreuen. Dies trifft vor allem auf ländliche Regionen zu. Unter solchen Umständen sind die BerEb auf eine gute technische Ausstattung angewiesen wie Diensthandy, Laptop und Dienstwagen. Bekommt der Jugendliche einen anderen BerEb zugewiesen, weil er/sie zum Beispiel in eine andere Region zieht, trägt eine geordnete Übergabe zwischen den betreuenden BerEb dazu bei, dass die Begleitung erfolgreich weiterläuft.

 

Praxisreihe geht weiter

Die Servicestelle Bildungsketten möchte die Praxisreihe zum Thema „nach Schule“ fortführen. Geplant ist, dass sich ein fester Teilnehmerkreis etwa einmal pro Quartal zum Erfahrungsaustausch trifft. Das Ziel besteht darin, praktische Lösungen für die wichtigsten Herausforderungen zu finden und zu optimieren. Alle Bildungsketten-Fachkräfte haben die Möglichkeit, die erarbeiteten Ergebnisse auf der Lern- und Arbeitsplattform qualiboXX im Forum der Community Berufseinstiegsbegleitung zu kommentieren und einem eigenen WIKI zu erstellen. Daraus soll ein Leitfaden entstehen, den Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleiter für ihre Arbeit einsetzen können.

Mehr Tipps für die Praxis zum Thema „nach Schule“ enthält eine nutzwertorientierte Dokumentation.

Übrigens: Die Idee zur Praxisreihe geht auf eine Fachdiskussion in der Bildungsketten-Community auf qualiboXX zurück. Die Berufseinstiegsbegleiter Hartmann (Limburg) und Kristina Schwarz (Hannover) hatten im Forum andere BerEb nach ihren Erfahrungen zum Thema „nach Schule“ gefragt.

* alle Namen von der Redaktion geändert

Dokumente

Ansprechpartner

    • Leiter Servicestelle
    • Jens Peschner
    • Telefonnummer: 0228/107-1032
    • E-Mail-Adresse: peschner@bibb.de
    • Wissenschaftliche Mitarbeiterin
    • Anne Roth
    • Telefonnummer: 0228/107-2528
    • E-Mail-Adresse: anne.roth@bibb.de