Bildungsketten-Werkstatt Gemeinsam die Berufsorientierung gestalten

18.04.2013 | Bremen

Erst der erfolgreiche Auftakt in Hagen, danach die zweite Folge in Bremen: Die Bildungsketten-Werkstatt zieht das Interesse der Fachkräfte am Übergang Schule-Beruf an. Das Ziel: Arbeitshilfen erstellen, die auch andere Akteurinnen und Akteure der Initiative Bildungsketten nutzen können.

Gemeinsam etwas zu gestalten, das macht den Reiz der Bildungsketten-Werkstatt aus. In Bremen gingen die Teilnehmenden der Frage nach, welche Rolle die Schule in der Berufsorientierung einnimmt. Das Land Bremen verspricht sich von den Ergebnissen konkrete Anregungen für die Themen am Übergang Schule-Beruf. „Ich wünsche uns, dass wir bei der Bearbeitung dieser Themen weiterkommen und dass wir unsere bisherige Arbeit ergänzen können“, sagte Lars Nelson, Die Senatorin für Bildung und Wissenschaft.

Akteurinnen und Akteure der Initiative Bildungsketten diskutierten in fünf Arbeitsgruppen aktiv über ihre Aufgaben.

Die erste Werkstatt in Hagen hatte bereits bestätigt, dass das Konzept aufgeht. Pünktlich zur Bremer Veranstaltung wurden die ersten Arbeitshilfen „von der Praxis für die Praxis“ veröffentlicht. „Die Resonanz ist enorm“, spornte Jens Peschner, Leiter der Servicestelle Bildungsketten beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), die Bremer Teilnehmenden an. Die Arbeitshilfen haben einen fachlichen Diskurs angestoßen über Konzepte und Instrumente wie etwa bei der  Berufseinstiegsbegleitung. „Beispiele für gute Praxis werden ebenso sichtbar wie Materialien, die sich in der Praxis bewährt haben“, so Peschner weiter.

Zielstrebig mitgearbeitet

Was in Hagen stark begonnen hatte, setzte sich in Bremen fort. Zielstrebig bearbeiteten die Teilnehmenden in fünf Arbeitsgruppen ihre Aufgaben. Alle zentralen Akteurinnen und Akteure der Initiative Bildungsketten in Bremen und Bremerhaven waren der Einladung der Servicestelle Bildungsketten und des Landes Bremen gefolgt, darunter Schulleiter, Lehrkräfte, Berufseinstiegsbegleiter, Berufsberater, Unternehmen, Bildungsdienstleister und Bildungsforscher.

In der Arbeitsgruppe fünf arbeiteten neun Jugendliche der Oberschule Roter Sand Bremen und des Instituts für Berufs- und Sozialpädagogik (ibs) mit. Zusammen mit einer Berufseinstiegsbegleiterin (BerEb) und Senior Experten erfassten sie, was BerEb-Schüler von der Begleitung erwarten und welche Schwierigkeiten in der Kommunikation auftreten können. Moderator Jan Opielka zeigte sich beeindruckt von der Gruppe. „Die Jugendlichen trugen dazu bei, dass wir ihre Sprache und ihre Lebenswelt mit Blick auf die Berufsorientierung besser verstehen.“

„Der Blick ist weiter geworden“

Nach getaner Arbeit fiel das Fazit positiv aus. „Der Blick ist weiter geworden, ich nehme neuen Schwung für meine Arbeit mit“, sagte Christian Hempel von der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven. „Ein fachlich sehr reger und wichtiger Austausch“, urteilte Silvia Walter, Institut für Berufs- und Sozialpädagogik Bremen.

Blick in die Gruppe 1: Wie kann die Berufseinstiegsbegleitung in den schulischen Berufsorientierungsprozess eingebettet werden?

„Die Werkstatt hat gezeigt, dass die Arbeit der beteiligten Fachkräfte einem Qualitätsanspruch unterliegt. Die Instrumente und Maßnahmen im Übergang Schule-Beruf sind bekannt, an der Verankerung in der Breite muss gearbeitet werden“, so Dr. Margareta Brauer-Schröder, Landesinstitut für Schule Bremen. „Ich bin zufrieden und gespannt, wie es weitergeht“, sagte Susann Schlamilch, Förderungsgesellschaft für Bildung Bremerhaven.

Auswertung der Ergebnisse

Die Bremer Teilnehmenden werten nun ihre Ergebnisse auf der Lern- und Arbeitsplattform qualiboXX aus. Geplant ist, die wichtigsten Erkenntnisse als praktische Arbeitshilfe zu veröffentlichen. Danach können interessierte Fachkräfte am Übergang Schule-Beruf die Dokumente bewerten, kommentieren und weiterentwickeln. Die Servicestelle Bildungsketten begleitet die inhaltliche Abstimmung.

Die Themen der Werkstatt Bremen im Überblick:

  • Gruppe 1: Einbettung der Berufseinstiegsbegleitung in den schulischen Berufsorientierungsprozess
  • Gruppe 2: Individuelle Bildungsbegleitung – Arbeiten mit Förderplänen
  • Gruppe 3: Gestaltung des Matchingprozesses bei der Vermittlung in duale Ausbildung
  • Gruppe 4: Berufsorientierung in inklusiven Klassen für Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf (Schwerpunkt: Lernen)
  • Gruppe 5 (mit Jugendlichen): Die perfekte Begleitung: Kontaktbedarf

Die Servicestelle Bildungsketten führte die Veranstaltung im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und in Kooperation mit der Senatorin für Bildung und Wissenschaft Bremen sowie der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit durch.

Ansprechpartner

  • Servicestelle Bildungsketten beim Bundesinstitut für Berufsbildung

    • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    • Michael Schulte
    • Telefonnummer: 0228/107-2336
    • E-Mail-Adresse: michael.schulte@bibb.de
    • Wissenschaftliche Mitarbeiterin
    • Anne Roth
    • Telefonnummer: 0228/107-2528
    • E-Mail-Adresse: anne.roth@bibb.de