Studie: VerA-Begleitung bringt junge Menschen ans Ziel

Die ehrenamtlichen Ausbildungsbegleiter/-innen der Initiative VerA helfen jungen Menschen bei Problemen in der Ausbildung. Die Begleitung führt in den meisten Fällen zum angestrebten Ziel, so das Ergebnis der externen Evaluation.
Ausbildungsbegleiter Ernst Gailer hat Maria Diativscaia in ihrer Ausbildung unterstützt
Mehr als 2.000 Jugendliche nutzten bereits das kostenlose VerA-Angebot. Eine von ihnen war Maria Diatovscaia. Im Sommer 2013 schloss sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau erfolgreich ab. Unterstützung bekam sie von ihrem Ausbildungsbegleiter Ernst Gailer, der über 40 Jahre Berufserfahrung mitbringt. Bei rund zwei Drittel aller abgeschlossenen Begleitungen wurden die Ziele vollständig oder mit Abstrichen erreicht, heißt es in der externen Evaluation über die Initiative VerA des Senior Experten Service.

Für die Studie befragte das Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung der Universität Hannover (ies GmbH) rund 1.600 VerA-Auszubildende und 500 Ausbildungsbegleiter/-innen. 71 Prozent der Begleiter/-innen und 19 Prozent der Auszubildenden schickten die Fragebögen zurück. Auftraggeberin ist die Servicestelle Bildungsketten für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das VerA finanziell fördert.

Auszubildende würden VerA weiterempfehlen

Die Ergebnisse zeigen ein weitgehend übereinstimmendes Bild. Demnach bewerten sowohl die Auszubildenden und Ausbildungsbegleiter/-innen als auch die Regionalkoordinatoren/-innen und  regionalen Akteure/-innen die Initiative VerA ähnlich. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Erfolge und Nutzen: Der positive Effekt der Begleitung wird am deutlichsten im Bereich Lernen. Rund ein Drittel bis die Hälfte der Auszubildenden machte nach einem halben Jahr Fortschritte in diesem Bereich. Persönliche Kompetenzen wie Motivation oder Sozialkompetenz verbesserten sich in diesem Zeitraum bei zwei bis drei von zehn Jugendlichen.
  • Zugänge: Der Zugang zur Initiative VerA steht grundsätzlich allen Auszubildenden offen. Bei rund einem Drittel erfolgt der Erstkontakt durch die Auszubildenden selbst. Diese werden vielfach von den Berufsbildenden Schulen oder den Ausbildungsbetrieben auf VerA aufmerksam gemacht, die teilweise auch selbst den Erstkontakt herstellen, sie sind demnach die wichtigsten Multiplikatoren. Teilweise melden sich auch zuerst die Eltern oder Freunde der/des Auszubildenden beim Senior Experten Service. Seltener entsteht der Erstkontakt über Kammern, Verbände oder Bildungsträger, nur in Einzelfällen über die Arbeitsagenturen.
  • Umsetzung: In mehr als 60 % der Fälle dauert die Begleitung maximal ein halbes Jahr, und es finden bei rund der Hälfte der Begleitungen bis zu zehn persönliche Treffen statt. Aber es gibt auch intensive Begleitungen, die zum Teil mehr als zwei Jahre dauern und 100 und mehr Treffen umfassen. Zusätzliche Kontakte per Telefon, Mail oder SMS sind üblich.
  • Bewertung: Insgesamt wird die Initiative sehr positiv bewertet. Jeweils über 90 % sowohl der Auszubildenden als auch der Begleiter/-innen würden VerA weiterempfehlen. Beide Gruppen gaben an, einen persönlichen Nutzen aus der Begleitung zu ziehen.
  • Vernetzung: VerA ist in den Regionen unterschiedlich vernetzt. Viele Regionalkoordinatoren/-innen verfügen über Kontakte aus ihrer ursprünglichen Tätigkeit und nutzen diese für die Arbeit bei VerA. Die wichtigsten Kooperationspartner sind Kammern, Arbeitsverwaltungen, Berufsbildende Schulen und Träger der ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH).
Auswertung u Analyse der Daten - schriftl Befragung der Senior Experten - Vertiefende Tel-interviews - Vier vertiefende reg. Untersuchungen oder als 2. Schritt: schriftl. Befragung der Azubis
Aus den Ergebnissen wurden Empfehlungen abgeleitet, die VerA bei der konzeptionellen  Weiterentwicklung helfen können. Die Dokumentation der Begleitungen könnte zum Beispiel durch eine Ausfüllhilfe verbessert werden. Neue Ausbildungsbegleiter/-innen sollten zunächst ein Kennenlerngespräch mit den Regionalkoordinator/-innen führen. Dadurch könnten die Begleiter/-innen zielgerichteter an die Jugendlichen vermittelt werden. Mittlerweile gibt es mehr Ausbildungsbegleiterinnen und -begleiter als Anfragen von Auszubildenden. Es könnten neue Wege zur Erreichung von Auszubildenden gegangen werden, beispielsweise über Neue Medien.

Die Initiative VerA des Senior Experten Service startete 2009 und ist seit 2012 Partner der Initiative Bildungsketten.

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