Transfer-Werkstatt 2014 - „Bindung zum Jugendlichen ist der Schlüssel zum Erfolg“

08.05.2014 - 09.05.2014 | Bonn

Wissen teilen und die Berufseinstiegsbegleitung weiter nach vorne bringen – das war das Ziel der Transfer-Werkstatt. 140 Fachkräfte der Initiative Bildungsketten informierten sich über Ergebnisse und Erfolgsbeispiele am Übergang Schule-Beruf.
Mit einem Reiseplan in der Hand  schickte Satiye Sarigöz (Servicestelle Bildungsketten) die Teilnehmer/innen auf Exkursion zu vier Themenstationen. Die Route war so angelegt, dass jeder sein Schwerpunktthema durchlief, aber auch frische Impulse aus anderen Bereichen mitbekam. Ob Elternarbeit, Integration in Ausbildung, Berufseinstiegsbegleitung in Schule oder Förderung Jugendlicher mit sonderpädagogischem Förderbedarf – „es war in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung für mich“, sagte Josef Katz, Berufseinstiegsbegleiter (BerEb) aus Saarlouis, über den Transfer-Gedanken der zweitägigen Veranstaltung in der Beethovenhalle Bonn.


Was in den Themenstationen  diskutiert  und festgehalten wurde, erläutert ein kurzes Video.

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Als Fazit lässt sich festhalten, dass die Arbeit der Berufseinstiegsbegleitung regional unterschiedlich ausgeführt wird, bedingt durch unterschiedliche Rahmenbedingungen vor Ort. Ein offen ausgerichtetes und bundesweit gültiges Fachkonzept gibt den BerEb viel Raum, um Jugendliche individuell von der Schule in eine Berufsausbildung zu integrieren.

Stark gefragt waren daher Angebote, die die Fachkräfte bei ihrer praktischen Arbeit unterstützen. In der Bibliothek deckten sich die Teilnehmer/innen mit zahlreichen Materialien zu den vier Themenblöcken ein. Besonders begehrt waren die Arbeitshilfen  der Servicestelle Bildungsketten. Auf großes Interesse stießen auch die Publikationen des BMBF-Ausbildungsstrukturprogramms JOBSTARTER. Dieses kümmert sich um die Stärkung der dualen Ausbildung in Deutschland und stellt für Berufseinstiegsbegleiter/innen eine wichtige Schnittstelle zu ausbildenden Unternehmen dar.

Podiumsdiskussion: Was bringt die Berufseinstiegsbegleitung?

Jugendlicher wird auf der Bühne interviewt
Höhepunkt war am zweiten Veranstaltungstag die Podiumsdiskussion mit Justin Braun. Der 19-Jährige berichtete unverfälscht darüber, wie ihm seine Berufseinstiegsbegleiterin Martina Braunstein (tbz-Bildung gGmbH) zu einem Ausbildungsplatz verhalf. „Ohne sie“, sagte der charmante junge Mann, „hätte ich es nicht geschafft. Sie gab mir einen Schubs ins Glück.“ Justin Braun macht eine Ausbildung zum Trockenbau-Monteur. Danach hatte es nicht unbedingt ausgesehen – wegen einer Fünf in Mathe. Aber er konnte sich auf Frau Braunstein verlassen, verbesserte sich auf eine Drei und bekam so die Lehrstelle.

Inzwischen hat Justin Braun konkrete Vorstellungen vom Berufsleben. Er möchte die Ausbildung erfolgreich abschließen, ein paar Jahre in seinem Lehrbetrieb weiterarbeiten, dann den Meisterkurs besuchen. Sein Beispiel zeigt, wie sich durch die Berufseinstiegsbegleitung neue Aufstiegschancen eröffnen.

Eltern Mut zusprechen

Deshalb wollte Moderator Jens Peschner (Servicestelle Bildungsketten) von Martina Braunstein wissen, wie sie Schule, Eltern und Betrieb in die Begleitung einbezogen hat. „Die Bindung zum Jugendlichen ist der Schlüssel zum Erfolg, dass es weitergeht“, so Braunstein.

Das Publikum honorierte ihre Aussage mit viel Beifall. Dann sei es wichtig, die Kompetenzen konsequent zu stärken und dafür zu sorgen, dass BerEb-Teilnehmer/innen wie Justin Braun im Betrieb als Auszubildende voll akzeptiert würden. Und schließlich solle man den Eltern „Mut zusprechen, auf ihr Kind stolz zu sein“, lautete Braunsteins Tipp für das Thema Elternarbeit.

Zum Abschluss der Transfer-Werkstatt standen die Initiatoren der Initiative Bildungsketten den Fachkräften Rede und Antwort: Ulrich Schuck (Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF), Roland Schauer (Bundesministerium für Arbeit und Soziales, BMAS) und Holger Buck (Bundesagentur für Arbeit, BA). Schauer ging auf die Bilanz der Berufseinstiegsbegleitung ein. Das Instrument habe sich bewährt, das habe auch die Evaluation gezeigt.  „Fast 30 Prozent derjenigen Schüler/innen sind unmittelbar nach der Schule in Ausbildung gegangen, die ohne BerEb keine Chance auf ein Vorstellungsgespräch haben. Das ist ein großer Erfolg“, so Schauer.

Basisseminar für Berufseinstiegsbegleiter/innen geplant

BMBF, BMAS und BA sind sich einig, dass der Wissenstransfer zwischen den beteiligten Akteuren/innen der Initiative Bildungsketten weiter gestärkt werden sollte. Die Servicestelle Bildungsketten plant ab 2015, dass möglichst alle Berufseinstiegsbegleiter/innen zu Beginn ihrer Arbeit an einem Basisseminar teilnehmen. Hierfür wird derzeit ein Konzept erarbeitet.

Text: Michael Schulte
Film: Anne Gassen

Dokumente

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    • E-Mail-Adresse: satiye.sarigoez@bibb.de
    • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    • Michael Schulte
    • Telefonnummer: 0228/107-2336
    • E-Mail-Adresse: michael.schulte@bibb.de