Bundesregierung weitet Initiative Bildungsketten aus

01.07.2014 - 02.07.2014 | Berlin

Mehr Instrumente, bessere Verzahnung: Die Bundesregierung baut gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit und den Ländern das Förderangebot der Initiative Bildungsketten für Jugendliche qualitativ aus. Das Ziel besteht darin, den Übergang von der Schule in die Ausbildung weiter zu verbessern.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hat auf der Bundeskonferenz „Chance Beruf“ am 1. Juli 2014 in Berlin ihr Konzept zur Stärkung der Beruflichen Bildung vorgestellt. Bund, Länder, Kommunen, Sozialpartner und Zivilgesellschaft müssen gemeinsam erreichen, dass

  • jeder Jugendliche einen Abschluss erreicht (Abschluss),
  • auf jeden Abschluss ein guter Anschluss folgt und (Anschluss)
  • Weiterlernen für jeden selbstverständlich wird (Aufstieg).

Hier setzt die Initiative „Chance Beruf“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) an.

Aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer im Bildungsketten-Forum (im Bild: Ulrike Hestermann, Kooperationsverband Jugendsozialarbeit)

Ein Schwerpunkt von „Chance Beruf“ liegt auf der Verbesserung der Chancenge­rechtigkeit in Deutschland, die das BMBF unter dem Prinzip „Prävention statt Repa­ratur“ verfolgt. Dafür steht insbesondere die Initiative „Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“.

Sie zeigt im besonderen Maße den Erfolg eines kohärenten Ansatzes, in dem Schule und berufliche Bildung zusammenwirken und sich die Verzahnung von Förderinstrumenten von Bund und Ländern bewährt hat.

 

Gemeinsames Ziel mit dem Bundesarbeitsministerium, den Ländern und der Bun­desagentur für Arbeit ist es, schon während der Schulzeit die Potenziale junger Men­schen zu erkennen, die Berufsorientierung der Jugendlichen zu systematisieren und praxisorientiert auszugestalten und die Übergangsperspektiven von Schule in eine Berufsausbildung zu verbessern und zu strukturieren.

Ausbau von Beratungsstrukturen

Im Kontext der Initiative Bildungsketten werden daher ergänzend zur Berufsorien­tierung, Potenzialanalysen und Berufseinstiegsbegleitung zusätzliche Maßnahmen integriert. Dazu gehört seitens des BMBF der Ausbau der Initiative VerA zur eh­renamtlichen Betreuung von Jugendlichen und der Ausbau von Beratungsstrukturen für Jugendliche und Eltern mit Migrationshintergrund zur Stärkung der Bildungsinte­gration.

Um diese Ziele zu erreichen, sind entsprechende Vereinbarungen von Bund, Bundesagentur für Arbeit (BA) mit den Ländern geplant. „Wir wollen die Initiative gemeinsam mit den Ländern sukzessive erweitern“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

Talk im Stehen, von links nach rechts: Christian Binz (Hufeland-Schule Berlin), Ulrich Fellmeth (Diakonisches Werk der ev. Kirche in Württemberg), Christine Vatterodt (Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft), Markus Kiss (Deutscher Industrie- und Handelskammertag), Susanne Nonnen (Senior Experten Service/Initiative VerA).

In zehn Fachforen diskutierten die Kongressteilnehmenden über aktuelle Herausforderungen in der beruflichen Bildung. Die Ausweitung der Initiative Bildungsketten wurde im Schwerpunkt „Übergänge optimieren“ thematisiert.

Wie junge Menschen auf ihrem Weg ins Berufsleben begleitet werden – und das so individuell und persönlich wie möglich – war ein viel diskutierter Aspekt.

Was einen guten Begleiter ausmacht, erläuterten Christine Vatterodt (Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft) und Susanne Nonnen (Senior Experten Service/Initiative VerA):

Er/sie ist optimal vorbereitet auf die Tätigkeit und bindet alle anderen Akteure, die für die Begleitung wichtig sind, von Anfang an ein.

Ulrich Fellmeth (Diakonisches Werk der ev. Kirche in Württemberg/Carpo) stellte die sogenannte assistierte Ausbildung vor. In diesem Projekt in Baden-Württemberg werden Jugendliche mit schwieriger Ausgangssituation, aber auch die Betriebe intensiv dabei unterstützt, eine betriebliche Ausbildung zu absolvieren.

Wirtschaft begrüßt individuelle Begleitungen

Ergebnis der Diskussion: Es wird viel getan für junge Menschen am Übergang Schule-Beruf. Aus Sicht der Wirtschaft sind die vielfältigen Angebote von Bund, Ländern, Kommunen und privaten Trägern sinnvoll. Das betrifft zum Beispiel die passgenaue Besetzung von Ausbildungsstellen mit Bewerbern/innen, die vor allem kleinen und mittleren Betrieben viel Kraft abverlangt. Denn ein gutes Matching beginnt weit vor dem Schulabschluss, wie Markus Kiss (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) erklärte: „Da leisten die Berufseinstiegsbegleiter sehr gute Arbeit, weil sie frühzeitig anfangen und Jugendliche in eine Ausbildung hineinbegleiten.“

Für die Initiative Bildungsketten ging von der BMBF-Bundeskonferenz „Chance Beruf“ ein Signal des Aufbruchs aus. „Die Akteure ziehen an einem Strang und in die gleiche Richtung. Der Anfang ist gemacht, wir sind auf einem guten Weg“, sagte Ulrich Eberle, Bundesagentur für Arbeit. Jetzt sind die Akteure/innen gefragt, das Konzept umzusetzen und konkrete Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern zu treffen.

Mehr Infos: Die Ergebnisse aller Fachforen sowie eine Dokumentation mit Videos und Fotos finden Sie auf der JOBSTARTER-Webseite.

Ansprechpartner

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    • Michael Schulte
    • Telefonnummer: 0228/107-2336
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