Berufsorientierungsprogramm: praxisnaher Berufskompass

Werkbank statt Schulbank: Bei den Werkstatttagen probieren Jugendliche ab Klasse 8 zwei Wochen lang drei Berufsfelder praktisch aus. Erfahrene Ausbilder leiten sie fachlich an. Tausende Schülerinnen und Schüler wissen dank der Berufsorientierung, welchen Beruf sie ausüben möchten.

Das Berufsorientierungsprogramm (BOP) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat seit dem Start 2008 bei Jugendlichen, Ausbildern und Lehrkräften große Zustimmung gefunden. 450.000 Schülerinnen und Schüler nahmen bislang am BOP teil. Aufgrund der starken Nachfrage wurde das Programm im Juni 2010 vorzeitig verstetigt. Seitdem gehört neben der praktischen Erprobung in Berufsbildungsstätten eine vorgeschaltete Potenzialanalyse zur Förderung. Dadurch wird das BOP noch stärker als bedeutendes Glied der Bildungsketten verankert. Das BMBF stellte bisher rund 210 Millionen Euro zur Verfügung.

Schüler gewinnen Selbstvertrauen

Bei den Werkstatttagen in Klasse 8 haben die Jugendlichen die Gelegenheit, für zwei Wochen bzw. 80 Stunden praktische Erfahrungen in mindstens drei Berufsfeldern zu sammeln. Sie werden durch erfahrene Ausbilder und Ausbilderinnen fachlich angeleitet. Häufig entstehen dabei berufsfeldtypische Werkstücke, die die Schülerinnen und Schüler mit nach Hause nehmen können.

Die Rückmeldungen aus der Pilotphase zeigen, dass Jugendliche bei der praktischen Arbeit Selbstvertrauen entwickeln. So lernen sie die Realität der verschiedenen Berufsfelder kennen. Und sie können überprüfen, ob die Tätigkeiten ihren Talenten und Neigungen entsprechen. Das hilft dabei, die spätere Berufswahl bewusst und überlegt zu treffen. Das Berufsziel wird mit größerem Ernst verfolgt. Zudem lernen die Jugendlichen, schulische Inhalte in der Arbeitswelt anzuwenden. Dies wirkt sich erfahrungsgemäß positiv auf die schulischen Leistungen aus.

Talente entdecken

Auch die vorgeschaltete Potenzialanalyse ist primär handlungsorientiert: Die Schülerinnen und Schüler bekommen Aufgaben, die bestimmte Anforderungen an sie stellen. So lässt sich das Verhalten der Jugendlichen genau beobachten. Aus dem Verhalten können Rückschlüsse auf Schlüsselkompetenzen gezogen werden. Gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften reflektieren die Jugendlichen ihre Stärken und Potenziale und vereinbaren individuelle Entwicklungsziele.

Die Antragstellung erfolgt über das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Antragsberechtigt sind Träger von überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten, die über die entsprechenden Werkstatteinrichtungen und Erfahrung in der beruflichen Erstausbildung verfügen.

Dokumente

Publikationen

  • Praxis erfahren! Das Berufsorientierungsprogramm ID = 1622

    Titelbild der Publikation

    Eine Broschüre für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern

    2013, 26 Seiten
    Bestell-Nr.: 30823

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 754,9 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/ratgeber_berufsorientierungsprogramm.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

Ansprechpartner

  • Berufsorientierungsprogramm (BOP) beim Bundesinstitut für Berufsbildung

    • Lucia Winter
    • Robert-Schuman-Platz 3
    • 53175 Bonn
    • Telefonnummer: 0228/107-1031
    • Faxnummer: 0228/107-2918
    • E-Mail-Adresse: berufsorientierung@bibb.de
    • Homepage: http://www.berufsorientierungsprogramm.de