600 Bildungsexperten machen Auftakttreffen zum Erfolg

05.05.2011 - 06.05.2011 | Berlin

Ein Ziel, viele Wege: 600 Bildungsexperten aus allen Bundesländern tauschten beim Auftakttreffen der Initiative Bildungsketten ihre Ideen aus. Sie wollen junge Menschen beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung noch besser unterstützen. Vier Themen bildeten die inhaltlichen Schwerpunkte.

Zwei Tage im Mittelpunkt

600 Bildungsexperten kommen zum Open Space Auftakttreffen der Initiative Bildungsketten.

Sie arbeiten meist hart, ackern an der Basis, doch die Akteure der Initiative Bildungsketten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bleiben oft im Verborgenen. In der ARENA Berlin standen sie für zwei Tage im Mittelpunkt. Ihre Ideen, Erfahrungen und Meinungen waren bei der Auftaktveranstaltung am 5. und 6. Mai 2011 ein begehrtes Gut. Wie groß ihr Engagement für die Bildungsketten ist, konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Bilanz ablesen. Sie bearbeiteten 74 Themen, riefen 31 konkrete Vorhaben ins Leben und erstellten eine 232 Seiten starke Dokumentation.

Vier Themenschwerpunkte lagen den Bildungsexperten besonders am Herzen. Dabei spielte der berufliche Hintergrund keine Rolle. In den Arbeitsgruppen kamen Menschen mit ganz unterschiedlichen Aufgaben zusammen: Berufseinstiegsbegleiter und -begleiterinnen, Lehrer und Lehrerinnen, Unternehmer und Unternehmerinnen, Ausbilder und Ausbilderinnen sowie Vertreter und Vertreterinnen von Bundes- und Landesministerien. Die vier Themenschwerpunkte im Überblick:

Themen, die unter den Nägeln brennen

• regionale Vernetzung
Kein anderes Thema beherrschte das Auftakttreffen so intensiv wie das Bedürfnis nach regionaler Vernetzung. „Sie kostet viel Zeit, ist aber enorm wichtig für die Bildungsketten“, sagte Angelika Dieterle,  Berufseinstiegsbegleiterin aus Esslingen. Nicht nur in den Arbeitsgruppen, sondern auch in den Pausen entstanden kleine und große Allianzen. Was eine gelungene und regionale Netzwerkarbeit ausmacht, erläuterte zum Beispiel Frank Neises (Schulen ans Netz e.V.) aus Bonn. Demnach verfügen gute Netzwerke über klar definierte Ziele, Kontinuität und Transparenz. Für die kommunikative Zusammenarbeit zwischen Schulen, Betrieben und Berufseinstiegsbegleitung erarbeitete die Gruppe um Steffen Götz (CJD Jugenddorf Schloss Kaltenstein) konkrete Empfehlungen.
• Austausch über Methoden und praktische Tipps
Einen Blick über den Tellerrand warfen vor allem die Praktiker und Praktikerinnen. Sie informierten sich zum Beispiel über Trends in der Arbeit mit Jugendlichen, Eltern und Schulen. „An jeder Schule läuft es anders. Es gibt viele verschiedene Ansätze“, erklärte Jennifer Taprogge, Berufseinstiegsbegleiterin aus Düsseldorf. Entsprechend groß war das Interesse an erfolgreichen und übertragbaren Konzepten. So stellte etwa die Duisburger Schulsozialarbeiterin Nicole Feldhoff ihre Beruferallye vor, ein Modell für die berufliche Orientierung von Jugendlichen. Wie Eltern zu Berufseinstiegsbegleitern ihrer Kinder werden, darüber berieten 40 Interessierte mit Henri Broschinski (Bildungszentrum Saalfeld).
• Einheitliche Standards wichtiger Förderinstrumente
Viel diskutiert waren die drei Förderinstrumente Potenzialanalyse, Berufsorientierung und Berufseinstiegsbegleitung. „Je nach Bundesland unterscheiden sich zum Beispiel die Tätigkeiten der Berufseinstiegsbegleitung erheblich“, sagte Diana Weippert-Reetz (CJD Seelow). So kam in einigen Arbeitsgruppen die Idee auf, Förderinstrumente einheitlich anzuwenden. Auch Diana Weippert-Reetz sprach sich für einheitliche Standards in der Berufseinstiegsbegleitung aus.
Noch verbindlichere Kriterien für die Potenzialanalyse schlug zum Beispiel die Arbeitsgruppe von Oliver Fischer (Bildungsinstitut Korwisi, Wächtersbach) vor. Vorgesehen war unter anderem ein bundesweit einheitlicher Starttermin. Mängel bei der Potenzialanalyse führte Fischer auf die verschiedenen Verfahren in den Regionen zurück. Die regionale Vielfalt betrachteten andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Stärke. Nur so könnten die Förderinstrumente den kulturellen Gegebenheiten in jedem Bundesland gerecht werden.
• Verzahnung neuer und bereits bestehender Programme
Bund, Länder und Gemeinden betreiben unterschiedliche Programme und Projekte, die besser verzahnt werden sollen. Darin waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig. Überraschend fanden viele, was die Gesprächspartner aus den Bundesländern zum Thema Verzahnung berichteten. „Trotz der föderalen Struktur gibt es überall die gleichen Probleme“, stellte die Grundschullehrerin Andrea Linfoot aus Kiel fest. Die Arbeitsgruppe von Michael Goedeke (Arbeitsstiftung Hamburg) plädierte dafür, Kreise und Gemeinden stärker in die Umsetzung von Programmen einzubeziehen.

Weitere Regionalworkshops geplant

Diese Teilnehmerinnen folgen der Einladung und bringen sich aktiv ein.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) nimmt die Anregungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr ernst. „Sie haben hier gearbeitet und die Themen vorangetrieben“, sagte Peter Thiele, Leiter des Referats für Grundsatzfragen der beruflichen Aus- und Weiterbildung, zum Abschluss. „Dafür vielen Dank und meinen Respekt.“

Ganz oben auf der Agenda steht die stärkere Vernetzung der Bildungsketten-Akteure. Für 2011 sind mehrere regionale Konferenzen geplant, die das Berliner Auftakttreffen thematisch vertiefen sollen.

Die Länderbegleitgruppe der Initiative Bildungsketten soll Transfermechanismen entwickeln, damit gute Konzepte wie beim Auftakttreffen in andere Bundesländer übernommen werden können.

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Ansprechpartner

  • Servicestelle Bildungsketten beim Bundesinstitut für Berufsbildung

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    • E-Mail-Adresse: michael.schulte@bibb.de