Regionalkonferenz Leipzig: „Ein Förderprogramm mit besonderem Charme“

22.11.2011 | Leipzig

Ihr Auftrag ist anspruchsvoll: Berufseinstiegsbegleiter/innen sollen Jugendliche auf dem Weg von der Schule in die Berufsausbildung beraten und Wege weisen. Doch was macht eine gute Beratung aus? Wo liegen die Grenzen? Antworten gab es auf der Bildungsketten-Regionalkonferenz in Leipzig.

Keine Lust auf Prüfung – was nun?

Eine Szene aus dem Arbeitsalltag, die Berufseinstiegsbegleiter/innen (BerEb) kennen: Ein Schüler steht vor einer wichtigen Prüfung und streikt – „kein Bock“. Was ist zu tun? So lange auf ihn einreden, bis er vernünftig wird? Kathrin Jahnke hat eine effektivere Lösung. „Als BerEb können Sie dem Jugendlichen nur beibringen, wie sich seine Entscheidung gegen die Prüfung auswirkt, auf seine berufliche Laufbahn, auf sein Leben.“ 

Was tun, wenn der Schüler seine Lust verliert und streikt? – Kathrin Jahnke, Personalcoach aus Rostock, verrät den BerEb eine Lösung. 

Jahnke ist Personalcoach aus Rostock. Auf der Leipziger Regionalkonferenz am 22. November 2011 ermutigte sie die Berufseinstiegsbegleiter/innen, pragmatisch zu denken. Jugendliche könnten oft nicht absehen, wie sich ihr Handeln auf den beruflichen Werdegang auswirke. Das sei die Chance für BerEb, mit Beratungskompetenz zu punkten.

Auch die nächste Situation ist Berufseinstiegsbegleitern/innen bekannt: Sie müssen auf viele Partner Rücksicht nehmen, zum Beispiel auf Eltern, Lehrer und Betriebe. Jeder macht Vorschläge, was für den Jugendlichen beim Übergang von der Schule in die Arbeitswelt das Beste ist. Deshalb sei Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung der Anfang, um erfolgreich miteinander zu arbeiten, erklärte Jahnke. „Es nützt nichts, Feindbilder zu haben“, so die Personalberaterin.

Ein Beispiel aus der Praxis, wann Berufseinstiegsbegleiter/innen an Grenzen stoßen, lieferte Lisa Liebig. Die Berufseinstiegsbegleiterin aus Bautzen stellte qualitative Brüche bei der Begleitung fest. Ein solcher Bruch entstünde, wenn der Jugendliche nach einem konstruktiven Gespräch mit dem BerEb zurück ins Elternhaus gehe, dort aber nicht ausreichend von den Eltern unterstützt werde. Deshalb ist eine intensive Elternarbeit für die Berufseinstiegsbegleitung so wichtig.

„Schulen wollen nicht verzichten“

Wie erfolgreich die Zusammenarbeit zwischen BerEb, Jugendlichen, Eltern, Schulen, Betrieben und Berufsberatern funktionieren kann, erläuterte Birgit Willhöft vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus und Sport. „Die Erfolge sind so groß, dass Schulen nicht darauf verzichten wollen.“ Der Freistaat Sachsen bekenne sich deshalb dazu, die Berufseinstiegsbegleitung in die Fläche zu bringen.

Willhöft war selbst Schulleiterin, bevor sie ins Staatsministerium wechselte. Die Berufseinstiegsbegleitung sei ein Programm mit „besonderem Charme“. Denn eine Schule erführe dank BerEb, wo die Jugendlichen nach dem Schulabgang verbleiben. „Das ist ein enormer Mehrwert “, so Willhöft. Sie bedankte sich in Leipzig bei allen Berufseinstiegsbegleiter/innen und auch bei den ehrenamtlichen Begleitern des Senior-Experten-Service (SES), lobte sie für den „enormen Arbeits- und Zeitaufwand“, den eine Begleitung in Anspruch nähme. 

Bund- und Länderprogramme aufeinander abstimmen

Ein Markenzeichen der Initiative Bildungsketten ist die Verzahnung von Bund- und Länderprogrammen. „Im Zuge der Bildungsketten ist es gelungen, in einer hervorragenden Art und Weise zusammenzuarbeiten“, sagte Peter Thiele, Leiter des Referats Grundsatzfragen der beruflichen Aus- und Weiterbildung im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Wo liegen für Sie die Möglichkeiten und Grenzen der Begleitung? Diskutieren Sie darüber mit Praktikern/innen in der Bildungsketten-Community auf www.qualiboxx.de

Dokumente

Ansprechpartner

  • Servicestelle Bildungsketten beim Bundesinstitut für Berufsbildung

    • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    • Michael Schulte
    • Telefonnummer: 0228/107-2336
    • E-Mail-Adresse: michael.schulte@bibb.de