"Sachsen-Anhalt will DICH! Ausbildungskampagne Migration 2025" : Datum:
Mit der neu ins Leben gerufenen Ausbildungskampagne Migration 2025 wollen das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt und die KAUSA-Landesstelle Sachsen-Anhalt erreichen, dass mehr junge Migrantinnen und Migranten eine Ausbildung beginnen.
Landesweit finden 14 mehrsprachige Präsenzveranstaltungen statt, in verschiedenen Städten und an unterschiedlichen Orten wie bei Kammern, Landkreisen, einer Volkshochschule, Pflegefachschule und Kirchengemeinde. "Es sollen keine Fragen offenbleiben; jeder und jede soll persönlich beraten werden und anschließend konkret wissen, welche weiteren Schritte sinnvoll sind", sagt Sabine Will, Leiterin der KAUSA-Landesstelle Sachsen-Anhalt. "Ziel ist, dass alle mit betrieblichen Angeboten oder einem Folgetermin nach Hause gehen. Deshalb sind bei jeder Präsenzveranstaltung nur bis zu 50 Teilnehmende eingeplant."
Das Interesse ist groß: Gestartet ist die Kampagne am 26. Juni 2025 mit einer Auftaktveranstaltung bei der Jugendberufsagentur Magdeburg, zu der etwa 70 Personen gekommen sind. Der letzte Termin ist am 28. Oktober 2025 vorgesehen.
Ergänzend bietet die KAUSA-Landesstelle wöchentlich Online-Beratungen für Jugendliche und Eltern, Betreuerinnen oder Betreuer an. In der Beratungsstunde können sich bis zu 20 Personen ortsunabhängig über das Bildungssystem und die Ausbildung in Deutschland informieren – auch in Englisch, Arabisch oder Russisch/Ukrainisch.
Veranstaltungsformate der KAUSA-Landesstelle als Vorbild
Organisiert wird die Kampagne vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit und der KAUSA-Landesstelle Sachsen-Anhalt. Dr. Kristin Körner, Leiterin der Abteilung Arbeit und Integration im Arbeitsministerium, hatte die Leiterin der KAUSA-Landesstelle angesprochen, um eine Veranstaltungsreihe mit Netzwerkpartnern vorzubereiten, die über das deutsche Bildungssystem und die duale Ausbildung informiert. „Mit der Ausbildungskampagne Migration bauen wir auf den Veranstaltungsformaten auf, die die KAUSA-Landesstelle Sachsen-Anhalt bereits in Kooperation mit den Jugendberufsagenturen durchgeführt hat“, sagt Körner. „Ziel ist es, die erfolgreichen Ansätze von KAUSA landesweit auszuweiten, um möglichst viele migrantische Familien zu erreichen. Die Berufswahl junger Menschen wird maßgeblich durch das familiäre Umfeld beeinflusst. Um eine nachhaltige Sensibilisierung für das Thema Ausbildung zu erzielen, ist es daher unerlässlich, auch die Eltern gezielt anzusprechen und einzubinden.“
Das Ministerium arbeitet in dem Themenfeld häufig mit der KAUSA-Landesstelle zusammen. Denn: Das KAUSA-Team bringt sowohl fundiertes Fachwissen im Bereich Ausbildung und Migration mit als auch langjährige Erfahrungen in der Beratung und der Veranstaltungsorganisation. Zudem ist das Projekt, das durch das Bundesbildungsministerium gefördert wird, landesweit und regional mit zahlreichen Netzwerkpartnern verbunden.
Bei der Ausbildungskampagne übernehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KAUSA-Landesstelle die organisatorische Leitung der Veranstaltungen. "Wir organisieren die Räume, laden migrantische Azubis ein, die von ihren Erfahrungen berichten, und unterstützen das Ministerium bei der Öffentlichkeitsarbeit. In einem Vortrag informieren über die duale Ausbildung und übernehmen bei Bedarf auch die Moderation", beschreibt Sabine Will. "Besonders wichtig ist uns die Kommunikation mit den Partnern."
Kooperation eines starken Netzwerks
Die aktive Beteiligung erfahrener Partner zeichnet die Ausbildungskampagne Migration aus. Die Veranstaltungen werden unter Federführung des Ministeriums mit wichtigen Akteuren angeboten wie mit den Arbeitsagenturen, Jobcentern, Jugendberufsagenturen und Ausländerbehörden, Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern, dem WelcomeCenter Sachsen-Anhalt, IQ Netzwerk und BemA (Beratung migrantischer Arbeitskräfte). Als weiteren zentralen Partner konnte das Ministerium das Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA e.V.) für die Kampagne gewinnen. LAMSA hat einen direkten Zugang zu migrantischen Communities und Organisationen im gesamten Bundesland und spielt damit eine entscheidende Rolle in der Ansprache und Einbindung der Zielgruppen. Zudem werden lokal verankerte Akteurinnen und Akteure einbezogen, die am Veranstaltungsort und in der Region über etablierte Netzwerkstrukturen zu migrantischen Gemeinschaften verfügen.
Zielgruppen – auch Eltern werden in Ausbildung und Arbeit vermittelt
Zielgruppen sind junge Menschen sowie Eltern mit Flucht- und Migrationshintergrund. Die Eltern werden nicht nur über Ausbildungsoptionen ihrer Kinder informiert, sondern auch über Umschulungen und Anerkennungen, die ihnen selbst eine Arbeitsaufnahme ermöglichen können.
Vor dem Beginn der Ausbildungskampagne – vom 24. März bis 23. Juni 2025 – wurden kleinere Veranstaltungen für Ukrainerinnen und Ukrainer angeboten. In diesem Zeitraum nahmen an drei Online- und vier Präsenzveranstaltungen über 70 Personen teil, hälftig Eltern und junge Menschen. Die ersten Termine hatten Pilotcharakter. Da das Format kurzfristig entwickelt worden war, sollte die Praxistauglichkeit des Konzepts nochmals überprüft werden.
Auch zu den ersten drei Präsenzveranstaltungen der Kampagne wurden vorrangig Ukrainerinnen und Ukrainer eingeladen. Zur Ansprache wurden die bewährten Kommunikationskanäle des LAMSA e.V. und der KAUSA-Landesstelle zur ukrainischen Community genutzt.
Alle weiteren Termine sind für Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern offen. Mit den Landkreisen stimmen die Organisatoren ab, an wen sich die gemischten Veranstaltungen richten sollen. Sprachmittlerinnen und Sprachmittlern des LAMSA e.V. sind anwesend, sodass sich alle Interessierten gut informieren können.
Individuelle Beratung durch Partner
Jede Präsenzveranstaltung besteht aus einem Informationsblock, in dem das deutsche Ausbildungssystem vorgestellt wird, sowie aus unterschiedlichen Beratungsangeboten, die auf individuelle Fragen eingehen.
Der Vortrag zur dualen Ausbildung wird durch persönliche Berichte von migrantischen Auszubildenden ergänzt. In Interviews berichten die jungen Menschen von ihren Erfahrungen mit Bewerbungen, dem Alltag im Betrieb und der Berufsschule. Sie erzählen, wie sie mit Hürden umgegangen sind und wer ihnen dabei weitergeholfen hat, was sie motiviert und was ihre Zukunftspläne sind. Ihre Erfahrungsberichte sollen den Teilnehmenden Mut machen, damit auch sie eine Ausbildung in Deutschland beginnen.
Nach dem Informationsblock haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre persönlichen Fragen zu stellen. Es gibt vier Stationen mit Schwerpunktthemen, an denen die Partnerorganisationen individuelle Beratung anbieten, ihre Materialien aushändigen oder Termine vereinbaren:
- Station 1: Ich habe allgemeine Fragen zur Ausbildung und zum rechtlichen Status.
Beratung durch: Ausländerbehörde, KAUSA-Landesstelle, LAMSA, IQ Netzwerk, BemA (Beratung migrantischer Arbeitskräfte) - Station 2: Ich will eine Ausbildung machen, weiß aber noch nicht, welche es sein soll.
Beratung durch: Jugendberufsagentur, Agentur für Arbeit, KAUSA-Landesstelle - Station 3: Ich habe mich bereits für einen Ausbildungsberuf entschieden und brauche noch Informationen oder suche einen Ausbildungsplatz.
Beratung durch: Kammern und 2–3 Ausbildungsbetriebe, Agentur für Arbeit, KAUSA-Landesstelle - Station 4: Ich möchte mich über die Anerkennung meiner Berufsausbildung oder Weiterbildungsangebote informieren.
Zielgruppe der Station sind vor allem Eltern.
Beratung durch: Weiterbildungsagentur, Agentur für Arbeit, IQ Netzwerk (Anerkennungsberatung), WelcomeCenter
Alle Beratungsgespräche sind sehr zielorientiert. So suchen die Kammern in Lehrstellenbörsen nach Ausbildungsplätzen; mit den Kammern, der KAUSA-Landesstelle oder anderen Organisationen kann direkt ein Termin vereinbart werden.
Erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit durch Einbindung von engagierten Partnern und Beteiligung von Arbeitsministerin und Staatssekretärin
Zum Auftakt der Kampagne hat das Land Sachsen-Anhalt am 17. Juni 2025 eine Pressemeldung veröffentlicht, in der mitgeteilt wird, dass Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne das Kabinett über die Ausbildungskampagne für junge Zugewanderte informiert hat.
Das Arbeitsministerium des Landes Sachsen-Anhalt hat als Initiator der Kampagne das Konzept erstellt und dabei wesentliche Arbeitsmarktakteure und Migrantenorganisatoren auch bei der Öffentlichkeitsarbeit einbezogen. Den Flyer hat das Ministerium gestaltet; die KAUSA-Landesstelle kümmert sich um die Übersetzungen sowie um die Aktualisierung von Terminen und Standorten.
Veröffentlicht ist der Flyer auf der Website des Ministeriums und der KAUSA-Landesstelle. Verbreitet wird er zudem über die Netzwerkpartner – über verschiedene Kanäle wie Newsletter, Instagram, Telegram oder Facebook. Das Jobcenter lädt beispielsweise seine Kundinnen und Kunden persönlich zu den Veranstaltungen ein. Im Wesentlichen wird die Zielgruppe über LAMSA erreicht – durch die direkte Ansprache von Migrantenorganisationen und Communities sowie über Newsletter und Social Media. Auf Basis intensiver Kontakte zu Migrantenorganisationen nimmt LAMSA alle Anmeldungen entgegen.
Die Relevanz der Ausbildungskampagne „Sachsen-Anhalt will dich!“ wird durch die Teilnahme der Ministerin Grimm-Benne an der Präsenzveranstaltung am 7. August 2025 in Halle (Saale) betont. Bei drei weiteren Veranstaltungen wird die Staatssekretärin und Integrationsbeauftragte des Landes Susi Möbbeck vertreten sein. So wird nochmals verdeutlicht, wie wichtig es für das Land Sachsen-Anhalt ist, junge Migrantinnen und Migranten für die duale Ausbildung und damit als Fachkräfte von morgen zu gewinnen.
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Pressemitteilung "Sachsen-Anhalt startet Ausbildungskampagne für junge Zugewanderte" vom 17.06.2025