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Rückblick: Fachtagung „Studienzweifel individuell begleiten: Herausforderungen, Bedarfe und Ressourcen“ : Datum: Ort: {0} Ort: Rostock

Studienzweifel sind für viele Studierende eine große Belastung – doch es gibt vielfältige Beratungsangebote, die Orientierung und neue Perspektiven eröffnen können. Welche Unterstützungsmaßnahmen besonders hilfreich sind und welchen Herausforderungen Beratende im Umgang mit Studienzweifelnden begegnen, darüber tauschten sich Fachleute einer bundesweiten Fachtagung aus.  

Teilnehmende der Fachtagung „Studienzweifel individuell begleiten: Herausforderungen, Bedarfe und Ressourcen“
© Universität Rostock

Die Fachtagung „Studienzweifel individuell begleiten: Herausforderungen, Bedarfe und Ressourcen“ fand am 17. Juni 2025 an der Universität Rostock statt. Organisiert wurde sie von der Initiative „Zweifellos – Finde deinen Weg“, die sich aus den drei Studienabbruchprojekten „Beratungsnetzwerk Queraufstieg Transfer“, „Quickstart Sachsen Transfer“ sowie „Kompass M-V Transfer“ zusammensetzt. Rund 80 Beratungsakteurinnen und Beratungsakteure aus ganz Deutschland kamen zusammen, um sich über Herausforderungen, Bedarfe und erfolgreiche Methoden im Umgang mit Studienzweifelnden auszutauschen. Die Tagung wurde von Dr. Barbara Kiepenheuer-Drechsler vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) und Dr. Theresa Wand von der TU Bergakademie Freiberg, Quickstart Sachsen Transfer moderiert.

Zum Auftakt richteten Jannika Schlitt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und Bernd Weiterer vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in einem Dialoggespräch mit Dr. Iris Pfeiffer vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) ihre Grußworte an die Teilnehmenden. Dabei betonten sie die bildungspolitische Relevanz des Themas und würdigten die zentrale Rolle professioneller Beratung bei Studienzweifeln und Studienabbrüchen.

Ein zentrales Anliegen: das Scheitern eines Studiums nicht zu stigmatisieren. Vielmehr könne ein Studienabbruch auch als Neuanfang verstanden werden – etwa durch den Einstieg in eine duale Ausbildung oder alternative Bildungswege.

Die Gesprächspartner betonten zudem, dass Studienabbrechende eine wertvolle Zielgruppe für Ausbildungsbetriebe und die Wirtschaft darstellen. Um diese Potenziale besser zu nutzen, sei es notwendig, Gründe für Studienabbrüche offen zu thematisieren und nachvollziehbar zu machen.

Inspirierende Fachvorträge mit persönlichen Einblicken

Drei Fachvorträge gaben persönliche und fachliche Einblicke in den Umgang mit Studienzweifeln:

Dr. Guido Hölker von der Hochschule Wismar berichtete von seinem eigenen Studienabbruch und zeichnete seinen vielfältigen beruflichen Werdegang nach. Aus dieser persönlichen Erfahrung heraus entwickelte er eine fundierte Expertise in der Beratung und Unterstützung von Studienzweifelnden.

Beatrix Stark, selbstständige Beraterin („Stark im Leben“), stellte die Frage in den Raum, was gute Beratung eigentlich ausmacht. Ihre Antwort: Eine allgemeingültige Lösung gebe es nicht – gute Beratung sei immer individuell. Aus ihrer Erfahrung als psychosoziale Beraterin an der Universität Leipzig und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig lieferte sie wertvolle Impulse zur Stärkung der Resilienz in der Beratungspraxis.

Peter Edwin Brandt vermittelte mit Humor und Leichtigkeit konkrete Strategien für mehr Resilienz im Beratungsalltag. Anhand anschaulicher Beispiele zeigte er, warum Gelassenheit oft wirkungsvoller als Schlagfertigkeit sei - und wie Humor, Selbstbehauptung und kluge Kommunikation helfen können, Eskalationen vorzubeugen.

Praxisnahe Workshops und kollegialer Austausch

Der Nachmittag stand im Zeichen praxisnaher Vertiefung: In fünf parallelen Workshops konnten die Teilnehmenden unter anderem neue Beratungstools ausprobieren, Ideen für zielgruppennahe Öffentlichkeitsarbeit sammeln, psychische Belastungen Studierender reflektieren oder im offenen Dialograum kollegiale Erfahrungen austauschen.

Die Fachtagung bot nicht nur wertvolle inhaltliche Impulse, sondern auch Gelegenheit zum bundesweiten Austausch und zur Vernetzung über Institutionsgrenzen hinweg. Bereits am Vorabend hatte ein Get-together Raum für informellen Austausch stattgefunden.

Die Fachtagung machte deutlich: Studienzweifel sind kein Zeichen des Scheiterns, sondern Ausdruck eines Suchprozesses, der professionelle Begleitung verdient. Die Initiative „Zweifellos – Finde deinen Weg“ und die Projekte „Quickstart Sachsen Transfer“, „Kompass M-V Transfer“ sowie „Beratungsnetzwerk Queraufstieg Transfer“ werden vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen der Initiative Bildungsketten gefördert.

Links

Rückblick: Fachtagung „Studienzweifel individuell begleiten: Herausforderungen, Bedarfe und Ressourcen“ am 17. Juni 2025 in Rostock - Beratungsnetzwerk Queraufstieg

„Zweifellos – Finde deinen Weg“ – länderübergreifende Initiative der Projekte Beratungsnetzwerk Queraufstieg Transfer, Quickstart Sachsen Transfer und Kompass M-V Transfer

Quickstart Sachsen Transfer

Beratungsnetzwerk Queraufstieg

Kompass M-V