Hauptschule und Staatssekretär ziehen Bilanz:
Berufseinstiegsbegleitung macht sich bezahlt

Viele Jugendliche der Gemeinschaftshauptschule Jülich finden den direkten Weg in die Berufsausbildung. Dazu trägt auch die Berufseinstiegsbegleitung bei. Die Schulleitung und auch die Schüler sind darüber sehr froh. Das erfuhr der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, bei seinem Besuch vor Ort.

Unternehmen erkennen Mehrwert

„Die Berufseinstiegsbegleitung ist besonders begrüßenswert, weil Schülerinnen und Schüler eine ganz persönliche Betreuung erhalten, und das über eine längere Zeit“, erklärte Schulleiter Helmut Lang beim Pressegespräch am 14. März 2012. Seit eineinhalb Jahren arbeitet an seiner Schule die Berufseinstiegsbegleiterin Brigitte Turski. Sie unterstützt 13 Jugendliche dabei, den Schulabschluss zu schaffen, einen passenden Beruf zu finden und Bewerbungsverfahren zu durchlaufen.

„Die Arbeit bereitet mir viel Freude“, sagte Turski, die bei der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) angestellt ist. Vier ihrer Schüler haben bereits die Zusage für eine Ausbildung erhalten. Auch im ersten Ausbildungsjahr bleibt die Berufseinstiegsbegleiterin für sie eine wichtige Ansprechpartnerin. Dies war für die Jülicher Firma Thanscheidt mitentscheidend, dem 18-jährigen Denys einen Ausbildungsplatz zum Anlagenmechaniker zu geben. „Bei Frau Turski habe ich gelernt, eine Bewerbung zu schreiben und wie man sich im Vorstellungsgespräch richtig verhält“, so Denys über seine Berufswahlvorbereitung in der Gemeinschaftshauptschule.

Die Berufseinstiegsbegleiterin ist manchmal selbst überrascht, wieviel Ehrgeiz die Schüler entwickeln. Zum Beispiel der 18-jährige Akija: Er bekam schon zwei Tage nach Abgabe der Bewerbungsunterlagen einen Anruf aus der Firma Lamers. Die Jülicher Bauunternehmung wollte Akija unbedingt als Auszubildenden zum Stahlbetonbauer haben, auch wegen der guten Leistungen im Praktikum.

Staatssekretär setzt sich für Ausweitung ein

Dagegen kassierte die 17-jährige Maria zunächst etliche Absagen - „weil ich ein Mädchen bin“, vermutet sie. Dennoch blieb sie hartnäckig, tankte bei Frau Turski neuen Mut und bewarb sich initiativ bei einem Malerbetrieb. Im Praktikum fiel Malermeister Udo Fust ihr handwerkliches Talent auf. Ihm war es wichtig, dass Maria sich eigenständig für die Ausbildung entscheidet. Er ließ ihr Bedenkzeit, sie nahm das Angebot an. Warum? - „Weil mir der Job gefällt“, so die Schülerin.

Geschichten wie diese sind für den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Thomas Rachel, ein Beleg dafür, dass sich die Berufseinstiegsbegleitung bewährt hat. „Jeder junge Mensch soll die Chance haben, einen Schulabschluss einer allgemeinbildenden Schule zu erreichen und reif für die Ausbildung zu sein“, sagte Rachel in Jülich. Zustimmung kam auch von der Agentur für Arbeit Düren, die für die Umsetzung der Berufseinstiegsbegleitung in Jülich zuständig ist. Die Jugendlichen profitierten von der Berufsberatung der Arbeitsagentur und der Berufseinstiegsbegleitung, konstatierte die Leiterin Claudia Steinhardt.

Betriebsinhaber Klaus Thanscheidt sprach sich dafür aus, die individuelle Form der Berufseinstiegsbegleitung als ein erfolgreiches Modell beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung beizubehalten und auszuweiten. Ein Wunsch, dem das BMBF zustimmt. Herr Rachel erklärte, dass das BMBF neben dem Sonderprogramm Berufseinstiegbegleitung Bildungsketten die Länder beispielsweise bei der flächendeckenden Berufsorientierung mit unterschiedlichen Angeboten unterstützt.

Ansprechpartner

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    • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    • Michael Schulte
    • Telefonnummer: 0228 107-2336
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