Bildungsministerin Wende besucht Bildungsketten-Workshop

27.08.2012 | Kiel

Das Land Schleswig-Holstein und das Bundesministerium für Bildung und Forschung wollen Förderprogramme für Jugendliche stärker aufeinander abstimmen. „Der Übergang von der Schule in den Beruf ist besonders sensibel“, sagte Landesbildungsministerin Waltraud ‚Wara‘ Wende bei einem Arbeitstreffen mit Fachkräften aus der Region. Dabei orientiert sich das Land am konkreten Bedarf der jungen Menschen.

Regionale Strukturen optimieren

Die Referentinnen v.l.n.r.: Landesbildungsministerin Prof. Dr. Waltraud ‚Wara‘ Wende, Margit Haupt-Koopmann (Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit) und Kornelia Haugg (BMBF)

Jugendliche benötigen auf dem Weg ins Berufsleben professionelle Unterstützung. Für sie gibt es zahlreiche Angebote wie die Berufsorientierung in der Schule oder die Berufseinstiegsbegleitung. Wie lassen sich diese Angebote effizient koordinieren? Und welche regionalen Strukturen sind dafür nötig?

Darüber tauschten sich beteiligte Fachkräfte aus Schulämtern, Arbeitsagenturen, Bildungsträgern, Wirtschaft und Kommunen beim Workshop „Regionale Koordinierung im Übergang Schule-Beruf“ der Initiative Bildungsketten in Kiel aus.

Es war der Auftakt zu insgesamt drei Workshops in Schleswig-Holstein für die Regionalgruppen Nord, Mitte und Süd. Sie sollen zur Transparenz und Verzahnung der regionalen Angebote im Übergang Schule-Beruf beitragen und Doppelstrukturen vermeiden helfen. Schon jetzt ist die Berufsorientierung in schleswig-holsteinischen Schulen fest verankert.

Die Berufsorientierung bindet auch Maßnahmen des Bundes ein, darunter das Berufsorientierungsprogramm (BOP), gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).Ergänzend führt die Landesregierung gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit das Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt als ein ESF-Programm im Zukunftsprogramm Arbeit durch.

„Für viele Jugendliche und ihre Familien ist es eine wichtige Erfahrung zu hören, dass sie Stärken haben und nicht nur Schwächen“, beschrieb Landesbildungsministerin Prof. Dr. Waltraud ‚Wara‘ Wende den präventiven Ansatz, den das Handlungskonzept z.B. mit Potenzialanalysen verfolgt.

Mehr Transparenz, regionale Budgets

Landesbildungsministerin Prof. Dr. Waltraud ‚Wara‘ Wende erklärt den präventiven Ansatz des Konzepts.

Die neue Landesregierung sieht vor, den Übergang Schule-Beruf weiter zu optimieren. Dabei fährt das Ministerium für Bildung und Wissenschaft des Landes Schleswig-Holstein eine klare Strategie: Die Verantwortlichen in den Kreisen und kreisfreien Städten sollen gemeinsam darüber entscheiden, welche Strukturen sie brauchen, damit sie die Jugendlichen effizient fördern können.

So erarbeiteten die Teilnehmenden des Workshops zahlreiche Vorschläge, immer mit dem Fokus auf ihren Kreis oder ihre Stadt. Fachlich unterstützt wurden sie von den Moderatorinnen Evelyn Borsdorf und Gabriele Schünemann (INBAS Regionalbüro Nord).

Fünf Schwerpunkte zeichneten sich ab:

  • Es braucht eine Koordinierungsstelle, die alle Partner einer Region - zum Beispiel Schulen, Bildungsträger und Berufsberatung - regelmäßig an einen Tisch bringt. „Und diese Einrichtung sollte auch etwas zu sagen haben“, empfahl Klaus Ziemann, Kreisfachberater beim Schulamt Kiel.
  • Mehr Transparenz ist erforderlich, welche Fördermaßnahmen es gibt und an wen sie sich richten. Das vielfältige Angebot empfinden viele Fachkräfte als „nicht durschaubar“, so Reinhard Arens vom Ausbildungsverbund Neumünster.
  • Das für alle Schulen verbindlich abgestimmte Curriculum für die Berufsorientierung im Kreis Plön bezeichnete Hanspeter Poley, Kreisfachberater Berufsorientierung aus Plön als einen wichtiger Schritt zu einem gemeinsamen Konzept für den Übergang Schule–Beruf.
  • Die Verantwortung über das Budget der Fördermaßnahmen sollte in den Händen der regionalen Partner liegen. „Alle Angebote kommen in einen Topf, und es wird vor Ort ausgewählt, was für die Jugendlichen nützlich ist“, lautete der Vorschlag von Wolfgang Neumann-Nielsen, Kreisfachberater im Kreis Pinneberg.

Schulen strukturell stärken

Kornelia Haugg vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) möchte im Rahmen der Initiative Bildungsketten die regionalen Strukturen vor Ort weiter stärken und verzahnen.

Wie die ideale Koordinierungsstelle aussehen könnte, skizzierte Moderatorin Evelyn Borsdorf. Dabei fasste sie die Ergebnisse zahlreicher Auswertungen von Netzwerken im Übergang Schule-Beruf wie folgt zusammen: Sie sollte alle relevanten Entscheidungsträger umfassen, Arbeitsgruppen und den Erfahrungsaustausch zu regionalen Themen anstoßen und steuern sowie auf Basis einer Datenanalyse Angebotslücken und Bedarfe formulieren. Diese Koordinierungsstelle sollte auch Ansprechpartner für das Land sein.

In dieser Kooperation spielen die Schulen eine zentrale Rolle. Es liegt in der Verantwortung von Schule, die Berufsorientierung für ihre Schülerinnen und Schüler zu steuern und zu koordinieren.

Margit Haupt-Koopmann, Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit (BA), sprach sich für eine präventive Förderung von Schülerinnen und Schülern aus. „Wir müssen primär darauf setzen, dass jeder Jugendliche es schaffen kann, direkt eine Berufsausbildung aufzunehmen.“

Zum Abschluss stellte Kornelia Haugg vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Aussicht, „weitere strategische Gespräche mit dem Land Schleswig-Holstein und mit der Bundesagentur für Arbeit zu führen“. Das BMBF setzt sich dafür ein, dass im Rahmen der Initiative Bildungsketten die regionalen Strukturen vor Ort weiter gestärkt und verzahnt werden.

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