Jugendliche nach der Schule erfolgreich begleiten

Wenn Jugendliche die Schule verlassen, steht auch die Berufseinstiegsbegleitung am Beginn einer neuen Phase. Was auf dem Weg in die Berufsausbildung zu tun ist, wurde in drei Workshops erarbeitet. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

Drei praktische Arbeitshilfen geben weitere Anregungen für die nachschulische Begleitung. Die Dokumente fassen die Ergebnisse aus drei Veranstaltungen der Bildungsketten-Werkstatt zusammen, durchgeführt von der Servicestelle Bildungsketten 2012 und 2013. Der Teilnehmerkreis setzte sich zusammen aus Berufseinstiegsbegleitung, Berufsberatung, Berufsschulen, Betrieben und Bildungsträgern.

Die Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) hat den Auftrag, Jugendliche nach dem Schulabschluss in eine Ausbildung zu vermitteln. Ziel ist, dass die Jugendlichen einen passenden Ausbildungsberuf und einen Ausbildungsbetrieb finden. Danach läuft die Begleitung bei Bedarf bis zum Ende des ersten Ausbildungsjahres weiter. In der nachschulischen Phase kommt es darauf an, dass Berufseinstiegsbegleiter/-innen ihre Aufgaben neu ausrichten und gewichten. Die BerEb vereinbart neue Ziele mit den Jugendlichen, baut Kontakte zu Betrieben und Berufsschulen auf oder organisiert bei Bedarf weitere Hilfsangebote.

Fördermaßnahmen mit Bedacht auswählen

Sollte jedoch der Übergang in Ausbildung noch nicht gelingen, sind alternative Wege gefragt: ein Plan B. Dieser sollte die BerEb zusammen mit den Jugendlichen so früh wie möglich entwickeln und mit der Berufsberatung besprechen.

Für einen Plan B können die Jugendlichen in Fördermaßnahmen des sogenannten Übergangssystems vermittelt werden. Besonders geeignet sind die Einstiegsqualifizierung (EQ), ausbildungsbegleitende Hilfen (abH), berufsschulische Maßnahmen (z. B. BVJ) und berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB), eingeschränkt auch die Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE).

Die Workshop-Teilnehmenden stellten einen „Plan B“ für den Übergang Schule-Beruf auf.

Bei der Auswahl der Maßnahmen haben die Workshop-Teilnehmenden Regeln aufgestellt. Demnach hat eine Berufsausbildung Vorrang vor geförderten Maßnahmen. Eine Fördermaßnahme sollte praxisnah und zielorientiert darauf hinarbeiten, die Jugendlichen möglichst schnell in eine Ausbildung zu integrieren. Welche Maßnahme in Frage kommt, hängt von den persönlichen Voraussetzungen der Jugendlichen ab, von den Angeboten einer Region und von den Schulgesetzen der Länder.

BerEb als „Dienstleister“

Die Berufseinstiegsbegleiter/-innen sind für die Jugendlichen eine feste Bezugsperson in der zweijährigen Begleitung während der Schulzeit geworden.  In der nachschulischen Begleitung müssen BerEb gezielt auch Kontakte zu ausbildenden Unternehmen suchen. Mit dem Externen Ausbildungsmanagement (EXAM) verfügt die BerEb über ein breites Angebot, das sich speziell an die betriebliche Seite richtet. EXAM umfasst insbesondere Unterstützungsangebote bei der passgenauen Vermittlung sowie  in der Ausbildung.

Jugendliche und Betriebe profitieren dabei gleichermaßen von den Dienstleistungen der BerEb. „Wir wollen die Jugendlichen, die an der Berufseinstiegsbegleitung teilnehmen, ausbilden, aber wir brauchen dabei selbst Hilfe“, sagte eine Unternehmerin auf der letzten Bildungsketten-Werkstatt. Die Integration von Jugendlichen in Ausbildung gelingt nur dann, wenn Berufseinstiegsbegleitung, Berufsberatung, Betriebe und Berufsschule gemeinsam dafür die Verantwortung übernehmen. 

Fazit für die Begleitung nach der Schule

BerEb müssen in der nachschulischen Phase neue Strategien entwickeln, ihr Spektrum erweitern und sich organisatorisch anpassen. Sie müssen neue Netzwerkpartner gewinnen und mit den Jugendlichen neue Arbeitsbeziehungen festlegen. Um die Jugendlichen weiter zu motivieren und für eine erfolgreiche Begleitung zu sorgen, ist es wichtig, den Jugendlichen den Mehrwert der Begleitung zu verdeutlichen.

Es gibt nicht den einen Weg oder das alleinige Konzept für die nachschulische Begleitung. Dafür sind die Rahmenbedingungen und strukturellen Voraussetzungen sehr unterschiedlich.

Ansprechpartner

    • Leiterin (komm.) Servicestelle
    • Satiye Sarigöz
    • Telefonnummer: 0228 107-2824
    • E-Mail-Adresse: satiye.sarigoez@bibb.de