Berufseinstiegsbegleitung: Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Rachel zu Besuch an Hauptschule

11.12.2014 | Vettweiß

Bald beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Die Jugendlichen der Hauptschule Vettweiß bereiten sich auf die Berufsausbildung vor. Die Berufseinstiegsbegleitung unterstützt sie dabei. Staatssekretär Thomas Rachel machte sich vor Ort ein Bild.

Etwas aufgeregt waren sie, als sich der parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel den Schülerinnen und Schülern als Stellvertreter aus dem Bundesbildungsministerium vorstellte. Per Handschlag begrüßte er jeden persönlich und setzte sich zu den Jugendlichen an den Tisch. „Dann erzählt doch mal“, begann Rachel das Gespräch: „Was wollt ihr beruflich werden, welche Praktika habt ihr schon gemacht?“

Einen Betrieb von innen haben sie alle schon gesehen, während der Berufsorientierung sammelten die Jugendlichen der Hauptschule Vettweiß unterschiedliche Erfahrungen. Maler und Lackierer, Metallbauer, Kraftfahrzeugmechatroniker – die Jungs interessieren sich besonders für technische Berufe. Dominik hat sogar in den Ferien als Praktikant gearbeitet. Sein Ehrgeiz zahlte sich aus. „Jetzt habe ich einen Ausbildungsplatz zum Maler und Lackierer gefunden“, sagte der 16-Jährige. Thomas Rachel freute sich über so viel Engagement.

Auch Francesca (16) ist auf einem guten Weg: Sie berichtete Thomas Rachel von ihrem Praktikum in der Altenpflege. Das gefiel ihr so gut, dass sie kurz darauf ihre Bewerbung einreichte. Berufsziel: Altenpflegerin. Mitschülerin Jenny schlüpfte probeweise in die Rolle der Floristin, hat aber eine Alternative im Blick: Erzieherin. „Die Arbeit im Kindergarten gefällt mir besser.“

Berufseinstiegsbegleitung erhöht Motivation

Francesca, Dominik und Jenny sind drei von 15 Jugendlichen an der Hauptschule Vettweiß, die an der Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) teilnehmen – auf eigenen Wunsch, freiwillig. „Die Berufseinstiegsbegleitung soll dafür sorgen, dass der Weg in die Ausbildung erfolgreicher und die Motivation der Jugendlichen erhöht wird, den Schulabschluss zu schaffen“, so Rachel über die Ziele, die die Bundesregierung mit dem Programm verfolgt. Er erkundigte sich, wie die beiden Berufseinstiegsbegleiter Rebecka Arndt und Maximilian Dammer von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) Jülich die Jugendlichen in Vettweiß konkret unterstützen.

Bewerbungen schreiben, mit Berufen auseinandersetzen, Vorstellungsgespräche in Rollenspielen üben, bei der Suche nach Ausbildungsstellen helfen, Kontakte zu Betrieben vermitteln: Die Berufseinstiegsbegleiter nutzen die Zeit ab der Vorabgangsklasse intensiv, um die Schülerinnen und Schüler auf den Übergang ins Berufsleben vorzubereiten. „Auch während der Ausbildung stehen wir den Jugendlichen ein weiteres halbes Jahr als Ansprechpartner zur Verfügung“, erklärte Arndt. Die Berufseinstiegsbegleiter haben einen guten Draht zu den Betrieben in Vettweiß. Mit der örtlichen Berufsberatung stimmen Arndt und Dammel die nächsten Entwicklungsschritte für die Jugendlichen ab.
 

BerEb, Lehrer und Schulsozialarbeiter arbeiten zusammen   

Wie die Zusammenarbeit zwischen Berufseinstiegsbegleitung und Lehrpersonal aussieht, wollte Thomas Rachel von der Schulleitung wissen. „Wir sind dankbar, dass die Berufseinstiegsbegleiter an unserer Schule sind. Sie leisten hervorragende Arbeit und entlasten die Lehrer“, so Schulleiterin Hannelore Boer. Gemeinsam tauschen sich BerEb, Lehrkräfte sowie Schulsozialarbeiter Frank Bierbrauer über das Entwicklungspotenzial der Jugendlichen aus und gestalten entsprechende Förderpläne.

Auch die räumlichen Arbeitsbedingungen sind optimal. Die BerEb sitzen in einem eigenen, großzügig bemessenen Büro. Hier finden die Gruppenarbeiten statt. An der Wand hängen Schlüssel in Papierform, von den BerEb-Jugendlichen zum Thema Schlüsselkompetenzen (Eigenmotivation, Konzentrationsfähigkeit usw.) selbst angefertigt. „Wir fühlen uns gut vorbereitet auf die Ausbildung“, so Francesca.

Das Ergebnis: Seitdem die Berufseinstiegsbegleitung 2008 an der Hauptschule Vettweiß mit der Arbeit begonnen hat, gehen mehr Schüler/innen in eine betriebliche Ausbildung über. Ohne Umwege. Der Erfolg wird auch an den anderen 2.000 BerEb-Schulen sichtbar. „Wir haben es geschafft, die Berufseinstiegsbegleitung im Bewusstsein der Menschen zu stärken“, so Rachel.

Mit vielen neuen Eindrücken verabschiedete sich der Staatssekretär bei den Jugendlichen. Rachel: „Ich wünsche euch viel Erfolg und dass ihr Freude an der neuen Aufgabe habt.“

Autor: Michael Schulte, Servicestelle Bildungsketten
Fotos: Lothar Rieger, FAW Jülich

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