Maßnahmen des Übergangs: in Ausbildung vermitteln

Schule vorbei, aber noch kein Ausbildungsplatz in Sicht: So geht es vielen Jugendlichen. Für sie gibt es spezielle Angebote im Übergangsbereich, die fit machen für die betriebliche Ausbildung.

Nach der Schule sollen ausbildungsreife und ausbildungswillige Jugendliche möglichst direkt in eine betriebliche Ausbildung übergehen. Manche scheitern zunächst mit ihren Bemühungen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Eine Alternative ist gefragt: Mit geförderten Maßnahmen im Übergangsbereich (siehe Grafik) sichern sie sich eine berufliche Perspektive.

Eine Maßnahme sollte praxisnah und zielorientiert sein und die Qualifikation und Kompetenzen der Jugendlichen systematisch erweitern. Entscheidende Kriterien sind auch die Durchlässigkeit, d.h. die Jugendlichen können ohne Barrieren zwischen Bildungsgängen wechseln. Zudem sollten sie zum Ende einer Maßnahme eine konkrete Anschlussperspektive vor Augen haben, z.B. ein passendes Ausbildungsangebot. Unter diesen Voraussetzungen kann die Integration in eine betriebliche Ausbildung schneller und effizienter erreicht werden. Folgende Maßnahmen kommen dazu in Betracht:
 

Einstiegsqualifizierung (EQ)

Die EQ nach § 54 a SGB III ist ein betriebliches, von der Bundesagentur für Arbeit gefördertes Langzeitpraktikum. Die Jugendlichen arbeiten sechs bis zwölf Monate in Betrieben und sollen Grundkenntnisse in einem anerkannten Ausbildungsberuf erwerben. Ziel ist, Jugendliche in betriebliche Ausbildungsverhältnisse zu vermitteln. Zielgruppe sind Ausbildungsbewerber/innen mit eingeschränkten Vermittlungsperspektiven sowie noch nicht ausbildungsreife Jugendliche.

Die EQ fördert die Bindung der Ausbildungsanwärter/innen an einen Betrieb. Die Jugendlichen können gezielt ihren Wunschberuf weiterverfolgen. Dadurch steigen die Chancen, in eine Ausbildung übernommen zu werden. Die Maßnahme ist praxisnah ausgerichtet.

Aubildungsbegleitende Hilfen (abH)

abH nach § 75 SGB III zielen darauf ab, die Aufnahme, Fortsetzung und den erfolgreichen Abschluss einer betrieblichen Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen zu ermöglichen. Die von der Bundesagentur für Arbeit beauftragten Bildungsträger unterstützen die Jugendlichen gezielt während der Berufsausbildung. Gefördert werden u.a. fachpraktische und fachtheoretische Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Zudem werden die Jugendlichen sozialpädagogisch begleitet, um Defizite gezielt abzubauen.

abH gelten als sinnvolle Unterstützung bei der Ausbildung. Die Maßnahme ist auch für den Betrieb nützlich, weil die persönliche Situation der Jugendlichen stabilisiert wird. Dadurch kommen auch Jugendliche mit schwierigeren Einstiegsvoraussetzungen für eine Ausbildung in Frage. Jugendliche und Betriebe können die EQ mit abH kombinieren zu EQ plus.

Berufsschulische und schulische Angebote

In den Bundesländern gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher berufsvorbereitender Angebote an Berufsschulen. So ist zum Bespiel das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) ein ein- bis zweijähriger Bildungsgang. Die Jugendlichen werden dabei meist in gewählten Berufsfeldern auf eine berufliche Ausbildung vorbereitet. Häufig besteht die Möglichkeit, einen Hauptschulabschluss zu erwerben. Die berufsschulischen Angebote sind berufsfeldspezifisch, haben einen hohen Praxisanteil und ermöglichen den Kontakt zu Betrieben.

Die Kultusministerkonferenz hat sich auf eine Reihe von Grundsätzen zur Optimierung von schulischen Angeboten im Übergangsbereich verständigt. Demnach sollten Bildungsangebote wie eine dualisierte Ausbildungsvorbereitung curricular gestaltet und an den Zielen wie auch Inhalten der Ausbildungsberufe ausgerichtet werden. Zudem sollten die Angebote möglichst flexibel zum Abschluss einer anerkannten Berufsausbildung führen bzw. die Anschlussfähigkeit gewährleisten.

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB)

BvB nach § 51 SGB III dauern in der Regel neun bis elf Monate. Sozial- und markbenachteiligte sowie lernbeeinträchtigte Jugendliche erhalten bei Bildungsträgern Einblick in unterschiedliche Berufsbilder. Sie können auch in diesem Angebot den Hauptschulabschluss nachholen. Die meisten absolvieren eine Eignungsanalyse, die schon zu Beginn der Maßnahme ein berufsbezogenes Kompetenzprofil ermöglicht. Bildungsbegleiter/innen planen gemeinsam mit den Jugendlichen das weitere Vorgehen und fördern sie individuell, nach ihrem Bedarf und ihren Kompetenzen.

BvB eignen sich insbesondere für Jugendliche, die noch nicht beruflich orientiert sind. Inhalt und Umfang sind je nach Bundesland unterschiedlich.

Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE)

Die BaE bietet sozial benachteiligten oder lernbeeinträchtigten Jugendlichen die Möglichkeit, einen Ausbildungsabschluss zu absolvieren. Zur Auswahl stehen zwei unterschiedliche Modelle: Beim integrativen Modell erfolgt die Ausbildung in Theorie und Praxis bei einem Bildungsträger, ergänzt durch betriebliche Phasen. Beim kooperativen Modell findet der Praxisteil in Kooperationsbetrieben statt. Die BaE richtet sich vor allem an Jugendliche, die trotz abH nicht in einem Betrieb ausgebildet werden können.

Berufseinstiegsbegleitung im Übergangsbereich

Die Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) unterstützt die Jugendlichen auch dann, wenn sie an Maßnahmen des Übergangs teilnehmen. Das BerEb-Fachkonzept sieht eine kontinuierliche Begleitung vor, die nach der Schule vom Übergangsbereich bis in das erste Ausbildungsjahr dauert. Die Begleitung stellt für die Jugendlichen einen Mehrwert in den Übergangsmaßnahmen dar, wenn das Ziel – also der Übergang in Ausbildung – weiterhin gilt, aber erst mit Maßnahmen wie EQ und abH zu schaffen ist.

Arbeitshilfen

Ansprechpartner

  • Bundesinstitut für Berufsbildung, Arbeitsbereich 4.4, Servicestelle Bildungsketten

    • Robert-Schuman-Platz 3
    • 53175 Bonn
    • Telefonnummer: 0228/107-1220
    • Faxnummer: 0228/107-2887
    • Homepage: http://www.bildungsketten.de
    • Leiterin (komm.) Servicestelle
    • Satiye Sarigöz
    • Telefonnummer: 0228/107-2824
    • E-Mail-Adresse: satiye.sarigoez@bibb.de