Berufsorientierung: die Praxis erkunden

Betriebe besuchen, Praktika machen, Bewerbungen trainieren: Ab Klasse 8 lernen die Schüler/innen die Berufswelt kennen. Schritt für Schritt tasten sie sich an einen realistischen Berufswunsch heran.

Die praktische Berufsorientierung beginnt in der Regel in der 8. Klasse an allgemein bildenden Schulen und bereitet die Jugendlichen auf den Berufseinstieg vor. So können die Schüler/innen frühzeitig ihre persönlichen Interessen und beruflichen Neigungen erproben. Sie lernen, erworbenes Wissen aus der Schule für die eigene berufliche Lebensplanung anzuwenden. Sie erhalten spannende Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt. Diese Erfahrungen sind unverzichtbar, um sich später bewusst für einen Ausbildungsberuf zu entscheiden.

Das Angebot zur Berufsorientierung ist vielfältig (siehe Grafik): Es umfasst zahlreiche Maßnahmen unterschiedlicher Initiatoren. Anbieter sind z.B. die Bundesagentur für Arbeit, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie Länder, Kommunen, Schulen und die Wirtschaft. Die berufsorientierenden Werkstatttage im Berufsorientierungsprogramm (BOP) des BMBF ermöglichen den Einblick in verschiedene Berufsfelder. Daneben gibt es länderspezifische Angebote zur Berufsorientierung.

Übersicht über das Gesamtkonzept der Initiative Bildungsketten


Berufsorientierung der Bundesagentur für Arbeit

Die Bundesagentur für Arbeit bietet vertiefende Berufsorientierungsmaßnahmen an (Paragraf 48 Drittes Sozialgesetzbuch). Sie sollen Jugendlichen einen tieferen Einblick in die Berufs- und Arbeitswelt eröffnen und sie damit besser auf die Berufswahl vorbereiten. Zum Angebot zählen vielfältige Maßnahmen, die in den Ländern unterschiedlich umgesetzt werden, zum Beispiel Planspiele zur Berufswelt, Camps zur Berufsorientierung und der Erlebnisparcours „Komm auf Tour“.

Die Internetseite www.planet-beruf.de informiert über alle Themen rund um Berufswahl, Bewerbung und Ausbildung. Für Schüler/innen eine wichtige Hilfe, sich über ihre Berufswegeplanung klar zu werden. Wer mehr über seinen Traumjob wissen möchte, findet im Internetportal www.berufe.tv den passenden Film: Ob Altenpfleger/in, Kfz-Mechatroniker/in oder Zahntechniker/in – zu fast allen anerkannten Ausbildungsberufen berichten Auszubildende aus ihrem Arbeitsalltag.

Die Schulen und die Berufsberatung der Agenturen für Arbeit runden mit ihren Maßnahmen das Angebot ab. Berufsorientierungslehrer/innen besuchen zum Beispiel mit ihren Schülern/innen Betriebe in der Region und helfen gemeinsam mit der Berufsberatung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Berufswunsch entwickeln

Berufsorientierung: Vorstellungen vom Traumberuf in der Praxis überprüfen.
Die Jugendlichen knüpfen in der Berufsorientierung an die in der Potenzialanalyse gesammelten Erkenntnisse an. Gezielt erweitern sie ihre Potenziale und Stärken zu Kompetenzen. Sie werden in die Lage versetzt, ihre Berufs- und Zukunftswünsche selbstkritisch zu prüfen und weiterzuentwickeln. Sie bekommen ein realistisches Bild von den Anforderungen in Berufen. Und sie gewinnen Selbstvertrauen, Zuversicht, auch die Schulnoten können sich verbessern.
Eine fundierte Berufsorientierung trägt dazu bei, dass die Schüler/innen den Übergang von der Schule in die Berufsausbildung schaffen. Das Risiko von Ausbildungsabbrüchen wird gesenkt.

Geplant ist, die praktische Berufsorientierung an allen Schulen flächendeckend umzusetzen. Dazu finden Gespräche zwischen den Ländern und den jeweiligen Regionaldirektionen der Bundesagentur für Arbeit statt.

Das Berufsorientierungsprogramm (BOP)

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startete 2008 das Programm zur „Förderung der Berufsorientierung in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten“ (BOP). Nach positiver Evaluation der Startphase wurde das Programm 2010 entfristet. Bis Anfang 2017 wurden Zuschüsse in Höhe von rund 480 Millionen Euro bewilligt. Damit werden im Zeitraum 2008 bis Sommer 2018 über 1,2 Millionen Schülerinnen und Schüler erreicht.

Bundesweit soll Schülern/innen eine Berufsorientierung ermöglicht werden, durch die sie realistische Vorstellungen über die eigenen Fähigkeiten und Interessen entwickeln sowie praktische Erfahrungen in verschiedenen Berufsfeldern sammeln können.

Gefördert werden neben einer Potenzialanalyse die Werkstatttage, die in der Regel in Klasse 8 stattfinden. Hierbei bekommen die Jugendlichen die Chance, zwei Wochen lang mindestens drei Berufsfelder in einer Berufsbildungsstätte kennenzulernen. Wie eine Berufsfelderkundung praktisch abläuft, wird in kurzen Videos auf der Webseite des Berufsorientierungsprogramms gezeigt.

Arbeitshilfen

Publikationen

  • Praxis erfahren! Das Berufsorientierungsprogramm ID = 1622

    Titelbild der Publikation

    Informationen für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern

    2018, 25 Seiten
    Bestell-Nr.: 30823

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 970,6 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/Praxis_erfahren_2018.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

Ansprechpartner

  • Bundesinstitut für Berufsbildung, Arbeitsbereich 4.4, Servicestelle Bildungsketten

    • Robert-Schuman-Platz 3
    • 53175 Bonn
    • Telefonnummer: 0228/107-1220
    • Faxnummer: 0228/107-2887
    • Homepage: http://www.bildungsketten.de
    • Leiterin (komm.) Servicestelle
    • Satiye Sarigöz
    • Telefonnummer: 0228/107-2824
    • E-Mail-Adresse: satiye.sarigoez@bibb.de