Studie: Umsetzung der Initiative Bildungsketten an Schulen

Ziel der Initiative Bildungsketten ist ein ganzheitliches Fördersystem für Jugendliche im Übergang von Schule in Ausbildung. Wie gelingt die Umsetzung? Eine Fallstudie an Schulen zeigt, wo es gut läuft und wo es noch hakt.

Die qualitative Studie an 65 Schulen zeigt, wie die Kernelemente der Initiative Bildungsketten – Potenzialanalyse, praktische Berufsorientierung und Berufseinstiegsbegleitung – umgesetzt und verzahnt werden und welche Faktoren für die Umsetzung der Initiative Bildungsketten eine Rolle spielen.  Diese sind insbesondere Information, Transparenz, Verantwortung und Kommunikation über die jeweiligen Maßnahmen und Angebote. Insgesamt zeigen sich die befragten Experten/innen mit der Qualität der Angebote zufrieden und bewerten diese als ausreichend. Entscheidend ist aber die Umsetzungsqualität.

Potenzialanalyse

Die Studie stellt deutliche Unterschiede in der Umsetzung fest:  Das Instrument wird an allen untersuchten Schulen umgesetzt und ist meistens integraler Bestandteil des schulischen Berufsorientierungskonzepts. In der Praxis ist es oftmals nicht in die bestehenden Lehrkonzepte integriert und nur in wenigen Fällen wird es als Ausgangspunkt für den individuellen Berufsorientierungsprozess genutzt. Die Lehrkräfte arbeiten mit den Ergebnissen vor allem dann, wenn sie den Nutzen kennen, das Instrument sich in den Unterricht integrieren lässt und sie über Ressourcen zur Umsetzung verfügen. Allgemeine Kenntnisse über das Instrument vor Ort befördern eine offene Haltung bei den Lehrkräften genauso wie Konzepte, die Lehrkräfte bei der Vor- und Nachbereitung der Potenzialanalyse unterstützen.

Eine hohe Akzeptanz genießt die Potenzialanalyse bei der Berufseinstiegsbegleitung (Bereb). Wenn sie aber nicht vom Bereb-Träger selbst durchgeführt wird, sollte eine Weitergabe der Ergebnisse sichergestellt sein, damit eine individuelle Förderplanung auf Basis der Ergebnisse möglich ist.

Die Studie zeigt, dass es sehr viele Beispiele guter Praxis bei der Trägern zur Umsetzung der Potenzialanalyse gibt, die als Orientierung dienen können.

Praktische Berufsorientierung

Elemente der praktischen Berufsorientierung – insbesondere Praktika und Werkstatttage – genießen generell eine hohe Akzeptanz und sind in die Schulkonzepte eingebettet. Umfang und Konzept der Werkstatttage aus dem Berufsorientierungsprogramm (BOP) werden in der Praxis positiv bewertet. Ein Beleg hierfür ist, dass auch Schulen ohne BOP dem Konzept der Werkstatttage folgen. Die Einbettung in den Schulalltag gelingt größtenteils: Schülerinnen und Schüler werden oftmals von den Lehrkräften auf die Maßnahme vorbereitet und die Inhalte werden im Unterricht aufgegriffen.

Die Studie empfiehlt, die Qualität und Quantität der tatsächlichen Angebote an Berufsfeldern (innerhalb der Werkstatttage) anzupassen, vor allem im Hinblick auf Angebote außerhalb des Handwerks sowie auf die Interessen von Mädchen.

Die Ergebnisse und Erfahrungen aus der praktischen Berufsorientierung sollten anderen Akteuren/innen, z.B. Bereb, zur Verfügung stehen. Auch eine stärkere konzeptionelle Einbindung der Bereb in die schulischen Angebote der praktischen Berufsorientierung ist im Sinne der Verzahnung wünschenswert.

Berufseinstiegsbegleitung

Der Grad der schulischen Einbindung der Bereb ist für die Qualität der Maßnahmenumsetzung in den meisten Fällen ausschlaggebend. Hierfür sind die Integration ins Kollegium, die Bereitstellung von Räumlichkeiten und feste Präsenzzeiten für die Arbeit Voraussetzungen. Die Bereb sind eher selten in die Schulkonzepte integriert. Sie selber und andere sehen es aber als ihre zentrale Aufgabe, den Verzahnungsgedanken zu leben und weiterzugeben – auch über die Einzelbetreuung hinaus. Beschränkte zeitliche Ressourcen und Rahmenbedingungen an einer Schule sowie projektbedingte Wechsel sind dabei hinderlich, so ein Ergebnis der Studie.

Die komplette Studie zum Umsetzungstand der Initiative Bildungsketten an Schulen mit Beispielen guter Praxis und Empfehlungen für Praxis, Programmverantwortliche und Programmbegleiter/innen finden Sie hier.

Die begleitende Evaluation des Berufsorientierungsprogramms (BOP) stützt die Befunde aus der Bildungsketten-Evaluation zu Potentialanalyse und Werkstatttagen. Den aktuellen Zwischenbericht finden Sie hier.

Der Abschlussbericht zur Evaluation der Berufseinstiegsbegleitung nach Paragraf 421s SGB III (alte Fassung) zeigt, dass die positiven Effekte der Begleitung steigen, je länger der Betrachtungszeitraum ist. Den Bericht finden Sie hier.

Dokumente

Ansprechpartner

  • Bundesinstitut für Berufsbildung, Arbeitsbereich 4.4, Servicestelle Bildungsketten

    • Robert-Schuman-Platz 3
    • 53175 Bonn
    • Telefonnummer: 0228/107-1220
    • Faxnummer: 0228/107-2887
    • Homepage: http://www.bildungsketten.de
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    • Telefonnummer: 0228/107-2528
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