Basisseminare für die Berufseinstiegsbegleitung:
viel Praxiswissen, hoher Nutzen

30.06.2015 - 02.12.2015 | Hamburg, Stuttgart, Berlin, Düsseldorf, Nürnberg

Aufgaben lösen, im Rollenspiel überzeugen, Erfahrungen austauschen: Die Basisseminare für Berufseinstiegsbegleiter/innen haben viel zu bieten. Die Teilnehmenden vertiefen die wichtigsten Handlungsfelder der Berufseinstiegsbegleitung.
Gruppenarbeit: das Basisseminar für Berufseinstiegsbegleiter/innen in Stuttgart

Berufseinstiegsbegleiter/innen (BerEb) unterstützen junge Menschen auf dem Weg zu einem erfolgreichen Schulabschluss und bereiten sie auf den Einstieg ins Berufsleben vor – eine komplexe Aufgabe. Mit den Basisseminaren erhalten vor allem neue BerEb eine erste fachliche Unterstützung.

Nach der Premiere in der Handwerkskammer Hamburg fand die neue Veranstaltungsreihe der Servicestelle Bildungsketten in Stuttgart, Berlin, Düsseldorf und Nürnberg statt. Rund 400 Berufseinstiegsbegleiter/innen nahmen an den Basisseminaren teil. Allen Seminaren liegt ein einheitliches Konzept zugrunde. Dies berücksichtigt auch jeweils die regionalspezifischen Aspekte des Übergangs Schule-Beruf.

„Für mich war es sehr interessant, den Tätigkeitsbereich von A bis Z kennenzulernen. Es war keine Sekunde langweilig“, sagte Marianne Flos, angehende Berufseinstiegsbegleiterin im Kolping Bildungswerk Karlsruhe. In drei Modulen setzten sich die BerEb mit den wichtigsten Handlungsfeldern in der Arbeit mit Jugendlichen, Schulen und Betrieben auseinander: programmatische Grundlagen, BerEb in Schule und Integration in Ausbildung. Daneben wurde viel Praxiswissen vermittelt. Diese Mischung aus Theorie und Praxis stieß auf viel Zuspruch.

Starterpaket für jeden Teilnehmenden

Fünf Personen arbeiten an einer Flip-Chart.vergrößern
Voll engagiert: Berufseinstiegsbegleiter/innen auf dem Basisseminar in Hamburg

Das Basisseminar soll dazu beitragen, Berufseinstiegsbegleiter/innen für deren komplexen Auftrag und vielschichtige Rolle zu sensibilisieren. Es soll Erfolgsfaktoren aufzeigen, Beispiele guter Praxis sichtbar machen und in regionale Besonderheiten der jeweiligen Länder am Übergang Schule-Beruf (z. B. Konzepte zur Berufsorientierung) einführen. Methodisch ist die zweitägige Veranstaltung so aufgebaut, dass Kurzvorträge, Gruppenarbeit, praktische Übungen und fachliche Diskussionen sich abwechseln.
Zum Abschluss erhält jeder Teilnehmende das Starterpaket, ein Handordner mit Infos und Materialien rund um die Berufseinstiegsbegleitung.

Die Seminarleiter/innen der regionalen Partner der Initiative Bildungsketten (INBAS Hamburg, f-bb Nürnberg, GEBIFO Berlin und ZWH Düsseldorf) trugen wesentlich dazu bei, dass sich die Teilnehmenden gut aufgehoben fühlten. „Es war ein fachlicher Austausch auf Augenhöhe zwischen den Berufseinstiegsbegleitern und den Moderatoren“, so Kristina Mußgnug (Kreisdiakonieverband Rems-Murr-Kreis, Waiblingen). Philipp Moskophidis (Grone Bildungszentrum, Hamburg) ergänzte: „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben uns viele Gedanken gemacht, wie die Begleitung konkret gestaltet wird.“ Andere BerEb betonten die „angenehme Atmosphäre“ und den „strukturierten Ablauf“.

Ergebnisse präsentieren, Diskussion anstoßen: das Basisseminar in Hamburg.

Für die Bildungsträger, bei denen die Berufseinstiegsbegleiter/innen beschäftigt sind, stellt das Basisseminar eine nützliche Fortbildung zum Thema individuelle Förderung und Begleitung dar. Peter Manthey, Projektleiter BerEb (Grone Bildungszentrum, Hamburg): „Das Seminar zeichnete sich durch einen gut strukturierten Ablauf aus. Es wurden die wichtigsten Aspekte der Arbeit als Berufseinstiegsbegleiter thematisiert. Auch wurde die notwendige Kommunikation mit verschiedenen Akteuren bearbeitet, insbesondere auch im Hinblick auf Lehrkräfte und Betriebe.“

„Das Basisseminar bietet den Berufseinstiegsbegleiterinnen und Berufseinstiegsbegleitern eine gute Grundlage, ihre Rolle zu reflektieren und ihr Aufgabenfeld für sich abzustecken. Das von den Teilnehmenden eingebrachte Engagement zeigt, wie wichtig und gewinnbringend diese Veranstaltung ist“, so Gloria Bast von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Frau Bast ist als Mitarbeiterin der Zentrale für die fachliche Umsetzung des ESF-Bundesprogramms zur Berufseinstiegsbegleitung zuständig.

Zwei Berufseinstiegsbegleiterinnen diskutieren während eines Rollenspiels.vergrößern
Im Rollenspiel nehmen Berufseinstiegsbegleiter/innen die Perspektive eines Betriebs ein.

„Durch das Basisseminar erhielt ich einen guten Gesamtüberblick über die Aufgaben und Möglichkeiten der Umsetzung der Berufseinstiegsbegleitung“, fasste BerEb Thomas Voigt (Hildburghäuser Bildungszentrum) aus Thüringen die Veranstaltung in Berlin zusammen.

Auch Claudia Wernicke (Internationaler Bund) aus Aschersleben in Sachsen-Anhalt konnte viele positive Erkenntnisse gewinnen: „Für mich hat sich bestätigt, dass ich mit meiner Arbeit als Berufseinstiegsbegleiterin auf dem richtigen Weg bin. Sehr hilfreich finde ich, dass man Arbeitshilfen und Materialien mitnehmen konnte, zum Beispiel zur Potenzialanalyse.“

Für Stefanie Schummer (Deutsche Angestelltenakademie Koblenz), boten die praktischen Übungen in Düsseldorf eine gute Orientierung. „Als neue Berufseinstiegsbegleiterin kann ich im Basisseminar abgleichen, was ich richtig mache, wo ich bestätigt werde oder ob ich mich in einem Punkt verrenne und welche Verbesserungsvorschläge es gibt.“

Über das Basisseminar in Nürnberg sagte Nannette Pieroth (Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft Frankfurt/M.): „Die Berufseinstiegsbegleitung ist ein sehr wichtiges Förderinstrument an Schulen. Dabei geht es besonders um Beziehungsarbeit. Entscheidend ist, eine stabile Beziehung zu den einzelnen Jugendlichen herzustellen und sie individuell auf ihrem Weg ins Arbeitsleben zu unterstützen und begleiten. Das wurde in dem Basisseminar deutlich.“

Die drei Module des Basisseminars für Berufseinstiegsbegleiter/innen im Überblick:

Drei Module in zwei Tagen: Themen wie Berufsorientierung und Elternarbeit stehen auf dem Programm.

Modul 1:
Grundlagen der Berufseinstiegsbegleitung

  • strukturelle Einordnung der BerEb in den Instrumentenkasten der Initiative Bildungsketten
  • Aufgaben, Tätigkeitsfelder und Rolle der BerEb im Übergang Schule-Beruf
  • Erfolgskriterien des Instruments BerEb

Modul 2:
BerEb in der Schule

  • im Organisationssystem Schule arbeiten und fördern
  • Aufgaben und Grenzen der BerEb
  • Instrumente der Berufsorientierung
  • Grundlagen individueller Förderung
  • Instrumente der individuellen Förderplanung

Modul 3:
Integration in Ausbildung

  • Gestaltung der Begleitung im Übergang von der Schule in den Beruf
  • BerEb als „Dienstleister“: Betriebe gewinnen
  • individuelle Förderplanung in der nachschulischen Phase

Starterpaket für die Berufseinstiegsbegleitung

Text: Michael Schulte, Melanie Schulz
Fotos: Michael Schulte

Publikationen

  • Bildungsketten Journal 3/2015 ID = 1851

    Titelbild der Publikation

    So geht kein Jugendlicher verloren

    2015, 39 Seiten

    Download [PDF - 5,12 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/Bildungsketten_Journal_3_2015.pdf)

  • Bildungsketten Journal 2/2013 ID = 1683

    Titelbild der Publikation

    "Jetzt weiß ich, was ich alles kann"

    2013, 39 Seiten

    Download [PDF - 5,10 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/Bildungsketten_Journal_2_2013.pdf)

  • Bildungsketten Journal 1/2012 ID = 1751

    Titelbild der Publikation

    Die Nahtstellen-Manager

    2012, 36 Seiten

    Download [PDF - 4,32 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/Bildungsketten_Journal_1_2012.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

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