Schule – und was dann?

Bund, Bundesagentur für Arbeit und das Land Bremen wollen den Übergang in den Beruf erleichtern. Gemeinsam wurde im Rahmen der Initiative Bildungsketten vereinbart, Instrumente und Maßnahmen am Übergang Schule – Beruf stärker aufeinander abzustimmen.

Jedem jungen Menschen sollte ein nahtloser Übergang von der Schule in den Beruf gelingen. Damit die Jugendlichen sich fundiert für einen Beruf entscheiden können, braucht es eine systematische Berufs- und Studienorientierung. In der Initiative "Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss" werden die Instrumente und Maßnahmen des Bundes, des Landes Bremen und der Bundesagentur für Arbeit (BA) beim Übergang Schule – Beruf im Rahmen einer Vereinbarung aufeinander abgestimmt. Das schafft klare Strukturen und ermöglicht flächendeckende Angebote, beispielsweise in den verschiedenen Phasen der Berufsorientierung.

Mit einer Potenzialanalyse, der Erkundung verschiedener Berufsfelder und dem Ausprobieren der eigenen Fähigkeiten in Betrieben werden schon in der Schule die Grundlagen dafür gelegt, dass Schülerinnen und Schüler eine Vorstellung von ihrem weiteren beruflichen Werdegang entwickeln können. Berufsberatung, Lehrkräfte an den Schulen, Berufseinstiegsbegleitung und flankierende Angebote wie das "Ausbildungsbüro" unterstützen bei Fragen rund um das Thema "Beruf" und bieten individuelle Wege in Ausbildung. Während insbesondere das Land Bremen im Rahmen der "Ausbildungsgarantie" verschiedene Arten von Ausbildungsplätzen fördert, unterstützen die Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter mit Instrumenten, wie der Einstiegsqualifizierung, der Assistierten Ausbildung oder auch ausbildungsbegleitenden Hilfen.

Ergänzt wird dieses Paket bis zum Ende der Laufzeit der Vereinbarung im Jahr 2020 um Sonderprogramme zur Berufsorientierung bestimmter Zielgruppen: neuzugewanderte Jugendliche, Schülerinnen und Schüler in der gymnasialen Oberstufe und junge Menschen mit besonderen Beeinträchtigungen.

Landesseitig wurden bei der Entwicklung der Vereinbarung alle Partner der Jugendberufsagentur in der Freien Hansestadt Bremen eingebunden, der als Zusammenschluss der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven, der Jobcenter Bremen und Bremerhaven, des Magistrats Bremerhaven und der Ressorts Arbeit, Bildung und Jugend/Soziales eine Schlüsselrolle beim Übergang Schule – Beruf zukommt.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka: "Mit der Initiative Bildungsketten wollen wir junge Menschen auf ihrem Weg von der Schule ins Berufsleben oder ins Studium zielgerichtet unterstützen. Alle Schülerinnen und Schüler, auch die neu Zugewanderten, sollen davon profitieren. Das Land Bremen hat zudem besonders leistungsstarke Jugendliche im Blick. Ein neues Programm fördert innovative Ansätze in der Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufen. Dadurch sollen zum Beispiel Netzwerke zwischen Schulen, Hochschulen und Wirtschaft aufgebaut werden. Wir unterstützen das Vorhaben zusätzlich mit bis zu einer Million Euro pro Jahr."

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles: "Ich bin sehr froh, dass Bremen, die Bundesagentur für Arbeit und der Bund künftig bewährte Förderinstrumente verstärkt aufeinander abstimmen. Das Land Bremen hat eine Jugendberufsagentur aufgebaut, damit die bestehenden Angebote die jungen Menschen bestmöglich erreichen können. Denn es braucht solide Kommunikationsstrukturen und eine enge Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten sowie eine Vernetzung von Berufsorientierungsangeboten, um den Übergang von der Schule in den Beruf erfolgreich zu begleiten. Mit dieser Vereinbarung sind wir hier ein ganzes Stück weiter gekommen."

Bildungssenatorin Dr. Claudia Bogedan: "Im Land Bremen messen wir einer langfristigen und systematischen Vorbereitung unserer Schülerinnen und Schüler auf ihr zukünftiges Berufsleben eine ganz hohe Bedeutung bei. Deshalb haben wir Berufsorientierung zu einer Kernaufgabe erklärt für alle, die Schule gestalten. Denn je früher es gelingt, die Potenziale der Schülerinnen und Schüler zu erkennen, desto besser ist eine kontinuierliche und individuelle Unterstützung möglich. Ich freue mich, dass mit der Unterzeichnung der Initiative Bildungsketten die Maßnahmen auf Bundes- und Länderebene noch besser miteinander verzahnt werden können und wir somit unsere Strukturen unterstützen und stärken."

Arbeitssenator Martin Günthner: "In jungen Menschen stecken Potenziale, die sich keine Gesellschaft leisten kann, ungenutzt zu lassen. Die Begleitung des Übergangs von der Schule ins Berufsleben ist deswegen eine wichtige Aufgabe, die wir durch eine Reihe von Maßnahmen und Angeboten wie die Jugendberufsagentur und die Ausbildungsgarantie unterstützen. Mit der Initiative Bildungsketten kommt ein weiterer Baustein hinzu. Ich begrüße es, dass im Rahmen dieser Initiative eine bundesweite, länderübergreifende Verantwortung für die jungen Männer und Frauen zum Tragen kommt."

Jugend- und Sozialsenatorin Anja Stahmann: "Wir haben in Bremen immer noch zu viele Jugendliche, die sich nach der Schule erfolglos um den Berufseinstieg bemühen. Manchmal liegt es an unrealistischen Berufszielen, manchmal scheitern sie aber auch an Vorurteilen. Es ist fatal, wenn Jugendliche das Gefühl bekommen, nicht gebraucht zu werden. Ich bin überzeugt: Die Vereinbarung zur Initiative Bildungsketten wird ein wichtiger Beitrag sein, die Potenziale junger Menschen besser auszuschöpfen. Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf, auch und besonders mit Zuwanderungsgeschichte, werden so bei der Berufsorientierung mit vielfältigen Maßnahmen und im Zusammenspiel mit den Betrieben gefördert."

Bärbel Höltzen-Schoh, Vorsitzende der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit: "Eine abgeschlossene Berufsausbildung eröffnet jungen Menschen die beste Perspektive auf einen selbstbestimmten Lebensweg. Eine gute Qualifikation schafft die Voraussetzungen, um den beruflichen Anforderungen langfristig gewachsen zu sein. Mit der vorliegenden Vereinbarung bündeln und erweitern drei starke Partner ihre Möglichkeiten, junge Menschen in Bremen und Bremerhaven auf ihrem Weg in eine Ausbildung oder ein Studium zu unterstützen."

01.09.2017

Den kompletten Text der Vereinbarung finden Sie hier.