Berufsorientierung: Ministerpräsidentin besucht Realschule plus

Mit einem innovativen Konzept bereitet eine Realschule plus in Rheinland-Pfalz ihre Schülerschaft auf den Beruf vor. Ministerpräsidentin Malu Dreyer machte sich vor Ort ein Bild. Die Schule nutzt das Analyseverfahren „2P“ für neu Zugewanderte.
„Realschulen plus bereiten Schüler und Schülerinnen optimal auf das Berufsleben vor. Dies nicht zuletzt dank einer intensiven Berufsorientierung“, unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei ihrem Besuch an der Freiherr-vom-Stein-Realschule plus am 9. März 2018 in Bernkastel-Kues.

Die Ministerpräsidentin informierte sich an der Schule über konkrete Maßnahmen zur Vorbereitung auf den Beruf. Sie zeigte sich beeindruckt von der Schulgemeinschaft und ihrem innovativen Schulkonzept und bezeichnete sie als einen „Leuchtturm der rheinland-pfälzischen Bildungslandschaft“.

Eigenes Kurssystem für Spracherwerb

Die Freiherr-vom-Stein-Realschule plus in Bernkastel-Kues ist unter anderem Zentrum für Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Die Schule fördert mit einem schuleigenen Kurssystem den Spracherwerb und erleichtert damit die Integration in die Gesellschaft. Unterstützend greift die Schule auf die webbasierte Anwendung „2P – Potential und Perspektive“ zurück. Die Schüler erklärten der Ministerpräsidentin stolz, wie sie damit arbeiten. Mit diesem Analyseverfahren können Schülerinnen und Schüler ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen ihr individuelles Potential entdecken.

„Vor allem die Realschulen plus bieten mit ihren Ganztagsschulangeboten und den intensiven Maßnahmen zur Berufsorientierung gute Möglichkeiten, um junge Menschen fit für die Zukunft zu machen“, erläuterte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie seien Teil des durchlässigen Schulangebots in Rheinland-Pfalz, das auf Chancengleichheit ausgerichtet ist und allen Schülerinnen und Schülern wohnortnah Zugang zu allen Bildungsabschlüssen ermöglicht.

Bund fördert Analyseverfahren „2P“ für neu Zugewanderte

Das Computerprogramm „2P Potenzial & Perspektive – Ein Analyseverfahren für neu Zugewanderte“ erfasst neben Sprachkenntnissen auch weitere Kompetenzen, zum Beispiel Konzentrationsfähigkeit, logisches Denken und räumliches Vorstellungsvermögen. Bei dem Test sitzen die Jugendlichen vor einem Computer und bearbeiten verschiedene Übungen. Die Ergebnisse besprechen Lehrkräfte und Schüler gemeinsam. Dann wird entschieden, welche Förderung noch benötigt wird.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Entwicklung des Analyseverfahrens 2P mit zwei Millionen Euro. Die Entwicklung wurde in der Bund-Länder-Vereinbarung Baden-Württemberg zur Umsetzung der Initiative Bildungsketten verabredet. Entwickelt wurde das Verfahren von MTO Psychologische Forschung und Beratung GmbH im Auftrag des Landes Baden-Württemberg. Andere Bundesländer haben die Möglichkeit, das Verfahren zu übernehmen und an allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen einzusetzen.

In Rheinland-Pfalz startete die Einführung von 2P im Februar 2017. Ab 2018 steht das Verfahren allen interessierten Schulen des Landes zur Verfügung. In Niedersachsen wird 2P aktuell erprobt und soll dort flächendeckend eingeführt werden. In Baden-Württemberg wird 2P bereits an allen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen eingesetzt.

Text: Servicestelle Bildungsketten beim BIBB / Pressemitteilung Rheinland-Pfalz
Foto: Christiane Schönauer-Gragg, Ministerium für Bildung, Rheinland-Pfalz