didacta 2019: Konzepte zur Potenzialanalyse und Berufsorientierung für Lehrkräfte

23.02.2019 | Köln

Interaktiv, spielerisch, vielfältig: Auf der Bildungsmesse didacta hat die Initiative Bildungsketten drei Konzepte zur Potenzialanalyse und Berufsorientierung vorgestellt. Erfahren Sie, wie Lehrkräfte die Formate in der Praxis einsetzen können.

Bei der Mitmachaktion „Gestärkt in die Ausbildung – drei Konzepte für die Berufsorientierungsphase“ konnten Lehrkräfte vor Ort die präsentierten Projekte selbst ausprobieren. Auch etliche Schülerinnen und Schüler und Eltern nutzten die Gelegenheit, sich mit dem Thema spielerisch zu beschäftigen. Die Konzepte im Überblick:

„JUMP! Der Sprung in die Ausbildung“ – Workshop zur Berufsvorbereitung

Berufliche Integration, soziale Teilhabe und Sport: Die eintägige Veranstaltung informiert Jugendliche über die Möglichkeiten der dualen Ausbildung und vermittelt eine erste berufliche Orientierung. Dabei gibt es einen Methodenmix aus Workshops und sportlichen Trainingseinheiten in Kooperation mit örtlichen Sportvereinen und dem Stadtsportbund. Die Teilnehmenden erarbeiten ihre Bewerbungsmappe, erhalten Tipps bei der Ausbildungsplatzsuche, lernen Vorteile des Vereinslebens und die Bedeutung von Hard- und Softskills kennen. „JUMP!“ ist ein Konzept der KAUSA Servicestelle Düsseldorf (Träger: AWO Berufsbildungszentrum gGmbH).

Christian Klevinghaus, Leiter der KAUSA Servicestelle Düsseldorf

Weitere Infos und Ansprechpartner auf der Projektwebseite.

„‚JUMP!‘ verknüpft Sport mit dem Thema Berufsausbildung. Das macht unser Konzept so reizvoll für junge Menschen. Sport ist ein wichtiger Aspekt bei der Integration in Beruf und Gesellschaft. Wir richten uns insbesondere an Jugendliche mit Flucht- und Migrationshintergrund der neunten und zehnten Klasse“, sagt Christian Klevinghaus, Leiter der KAUSA Servicestelle Düsseldorf.

„Under Construction“ – interaktive Ausstellung zu Berufen

Teller balancieren als Restaurantfachmann, technische Zeichnungen umsetzen als Industriemechanikerin, Hilfsmittel in der Altenpflege erkennen: An 60 interaktiven Stationen aus den drei Bereichen „Berufe mit Maschinen, mit Menschen und mit Lebensmitteln“ können die Besucher und Besucherinnen Zusammenhänge und Unterschiede zwischen den Arbeitsfeldern entdecken und erfahren. Knifflige Rätsel, Experimente, Rollenspiele und berufsbezogene Aufgaben bieten dazu einen Einstieg. Die drei Ausstellungsmodule der KAUSA Servicestelle Region Hannover (Träger: pro regio e.V.) sind sowohl als großformatige Ausstellung als auch als mobile Lernwerkstätten einsetzbar.

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Yvonne Salewski (rechts), Leiterin der KAUSA Servicestelle Region Hannover
Weitere Infos zum Verleih auf der Projektwebseite.

„Berufsbezogen mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, das ist das Ziel von ‚Under Construction‘. Die Aufgaben wurden gemeinsam mit Unternehmen und Jugendlichen entwickelt. Die interaktiven Aufgaben können zum Beispiel von Fachlehrkräften, Berufseinstiegsbegleitern, Ausbildungslotsen oder auch Unternehmen eingesetzt werden“, so Yvonne Salewski, Leiterin der KAUSA Servicestelle Region Hannover.

„try five!-Erlebnisparcours“ – spielerische Einführung in die Potenzialanalyse

Sehen, fühlen, hören, riechen, schmecken: Anhand der fünf Sinne können Jugendliche ihre überfachlichen Kompetenzen kennenlernen, zum Beispiel Konzentrationsfähigkeit, Arbeitstempo und Problemlösefähigkeit. Diese Kompetenzen spielen eine wichtige Rolle in der Schule und im Berufsleben. Der Parcours umfasst verschiedene Stationen mit handlungsorientierten Aufgaben, die an die Potenzialanalyse angelehnt sind. Der „try five!“-Erlebnisparcours ist ein Konzept der Initiative Bildungsketten und des Ausbildungsstrukturprogramms JOBSTARTER.

Weitere Infos: Arbeitshilfe „try five! – Fünf Sinne für Deine Zukunft / Anleitung für einen Erlebnisparcours zur Potenzialanalyse“

Heike Thomas, Kolping-Bildungswerk Köln
„Gut finde ich bei ‚try five!‘, dass die Schüler für Fähigkeiten sensibilisiert werden, die über Schulnoten, wie zum Beispiel in Mathematik oder Deutsch, hinausgehen. Eltern erhalten zudem die Möglichkeit, sich über das Grundprinzip der Potenzialanalyse zu informieren“, sagt Berufseinstiegsbegleiterin Heike Thomas, Kolping-Bildungswerk Köln.

JOBSTARTER und die Initiative Bildungsketten haben die Mitmachaktion „Gestärkt in die Ausbildung – drei Konzepte für die Berufsorientierungsphase“ veranstaltet. Partner der Aktion: KAUSA Servicestelle Düsseldorf (Träger: AWO Berufsbildungszentrum gGmbH), die KAUSA Servicestelle Region Hannover (Träger: pro regio e.V.), das Kolping-Bildungswerk im Diözesanverband Köln e.V. und MTO Psychologische Forschung und Beratung GmbH.

Potenzialanalyse: Wegbereiter für erfolgreiche Berufsorientierung

Die Potenzialanalyse ist der Wegbereiter für eine erfolgreiche Berufsorientierung und zugleich das erste Förderinstrument der Initiative Bildungsketten. Das Ziel: Schülerinnen und Schüler beim Übergang von der Schule in die Ausbildung frühzeitig unterstützen. Umgesetzt wird die Potenzialanalyse unter anderem im Berufsorientierungsprogramm (BOP) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und im ESF-Bundesprogramm Berufseinstiegsbegleitung.

Text und Fotos: Michael Schulte, Servicestelle Bildungsketten