Themendossier Integration in Ausbildung

Hintergrund

Mehr als eine Million Menschen - insbesondere aus den Ländern Syrien, Afghanistan, Irak, Eritrea, Iran - kamen seit 2015 nach Deutschland, darunter viele junge Geflüchtete. Bei der Integration von Zugewanderten in den deutschen Arbeitsmarkt kommt der beruflichen Bildung eine hohe Bedeutung zu. Keine leichte Aufgabe: Denn neben der Vermittlung der dringend erforderlichen Sprachkenntnisse ist die passende Einschätzung des ausländischen Bildungsabschlusses und der nachgewiesenen berufsrelevanten Kenntnisse entscheidend. Doch nicht zuletzt durch vielfältige Unterstützungsangebote von Bund und Ländern und dem großen Engagement verschiedener Initiativen, finden immer mehr junge Zugewanderte ihren Weg in Ausbildung: Im Juni 2019 befanden sich laut Bundesagentur für Arbeit (BA) mehr als 40.000 Auszubildende mit einer Staatsangehörigkeit der acht Hauptherkunftsländer der Geflüchteten in einer Berufsausbildung (alle Ausbildungsjahre). Jedoch konnten von allen bei der BA gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber mit Fluchthintergrund (Stichtag 30. September 2019) rund 24.680 junge Menschen, nicht in Ausbildung vermittelt werden und benötigen weiterhin Unterstützung.

Viele Unternehmen in Deutschland engagieren sich ebenfalls stark für die berufliche Integration von Zugewanderten – denn letztlich profitieren beide Seiten: Schon heute suchen einige Branchen wie beispielsweise in der Baubranche oder IT-Branche händeringend Fachkräfte - vor allem Fachkräfte mit Berufsausbildung sind gefragt. Für viele Betriebe, insbesondere für kleine- und mittlere Unternehmen, wird es auch auf Grund des demografischen Wandels immer schwerer, ihre offenen Ausbildungsstellen zu besetzen. Gleichzeitig sind mehr als die Hälfte der Zugewanderten jünger als 25 Jahre. Wenn es gelingt, sie mit zielorientierten Bildungsangeboten fit für die Ausbildung zu machen, können sie die Fachkräfte von morgen sein. So wie beispielsweise Hagos Gebremichael, der im Programm „Berufsorientierung für Flüchtlinge“ (BOF) auf eine Ausbildung als Anlagenmechaniker vorbereitet wird, Nazir Asghari, der über die Einstiegsqualifizierung für Migrantinnen und Migranten seinen Ausbildungsplatz erlangt hat oder Moukaramou Amoussa, der mit Hilfe des Programms „Zukunftschance Assistierte Ausbildung“ in Sachsen-Anhalt bei der Ausbildung unterstützt wurde.

Das Themendossier zeigt anhand dieser und weiterer Beispiele, wie Zugewanderte ihren Weg in eine Ausbildung gefunden haben. So berichtet Charlotte Kruhøffer, Leiterin der KAUSA Servicestelle Brandenburg, wie es gelingt, dass Jugendliche und Betriebe zusammenfinden. Einen Rahmen für die Unterstützungsangebote bietet die Initiative Bildungsketten. Ziel ist es, dass jeder ausbildungsreife und

ausbildungswillige Jugendliche möglichst bis zum Ausbildungsabschluss geführt wird. Damit dies gelingt, arbeiten Bund und Länder eng zusammen und verzahnen Förderinstrumente am Übergang Schule – Beruf stärker. Angebotslücken werden durch neue Maßnahmen geschlossen.

So haben Bund und Länder beispielsweise viele Angebote für junge Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund geschaffen oder auf diese Zielgruppe angepasst, beispielsweise durch gezielte Sprachförderung. Die Berufssprachkurse sind das Grundangebot des Bundes zur berufssprachlichen Qualifizierung vom Niveau B1 bis zum Niveau C2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER). Sie bauen auf den Integrationskursen auf. Das Angebot richtet sich grundsätzlich an Personen mit Migrationshintergrund und berufsbezogenem Sprachförderbedarf. Die mit der berufsbezogenen Deutschsprachförderung vermittelte Sprachkompetenz soll die Chancen auf eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration und qualifikationsadäquate Beschäftigung erhöhen, aber auch den Zugang zu Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen erleichtern. Teilnahmeberechtigt sind insbesondere Personen, die bei der Agentur für Arbeit ausbildungssuchend gemeldet sind oder in (ausbildungsvorbereitenden) Maßnahmen gefördert werden, sowie Auszubildende während einer Berufsausbildung im Sinne von § 57 Absatz 1 SGB III [1].

Zu den im Rahmen der Initiative Bildungsketten durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Maßnahmen für Jugendliche mit Flucht- und Migrationshintergrund zählen zum Beispiel das Programm „Berufsorientierung für Flüchtlinge“ (BOF), das Mentoring-Programm „Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen“ (VerA), die "Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration" (KAUSA) und die Flüchtlingsprojekte der Initiative Bildungsketten, die in verschiedenen Bundesländern umgesetzt werden, wie das Bildungsjahr für erwachsene Flüchtlinge (BEF Alpha) in Baden-Württemberg. Die aus Afghanistan kommende Tayeba Akbary hat dadurch beruflich schnell Fuß fassen können. Auch die Potenzialanalyse für Neuzugewanderte „2P – Potenziale und Perspektiven“ zählt zu den geförderten Maßnahmen.

Der Bund strebt an, die Initiative Bildungsketten über 2020 hinaus auszuweiten und zu vertiefen. Ziel ist durch Maßnahmen die Integration in den Beruf weiterhin zu unterstützen sowie für eine bessere Transparenz und Qualität am Übergang Schule-Beruf zu sorgen.

 

[1] Umfasst Auszubildende in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung und dem Seearbeitsgesetz sowie nach dem Altenpflegegesetz betrieblich durchgeführte Berufsausbildungen; seit 1. Januar 2020 auch Auszubildende zur Pflegefachkraft nach dem Pflegeberufereformgesetz.


Daten und Fakten

Schutzsuchende in Deutschland sind nach einer Auswertung der Bundesagentur für Arbeit überwiegend jung und männlich: 44 Prozent haben das 25. Lebensjahr noch nicht erreicht, mehr als zwei Drittel sind jünger als 35 Jahre. Häufig verlassen sie ihr Heimatland ohne Berufsausbildung oder Ausbildungszertifikate. Das Bildungsniveau ist sehr unterschiedlich: Laut einer Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), des Forschungszentrums des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)[2] haben einerseits 40 Prozent der Zugewanderten eine weiterführende Schule besucht und 35 Prozent einen Abschluss erworben, andererseits waren 12 Prozent lediglich auf einer Grundschule und weitere 13 Prozent der Befragten gaben an, in ihrem Heimatland auf keiner Schule gewesen zu sein. Weitere 17 Prozent haben eine (Fach-)Hochschule besucht. Außerdem verfügt etwa jeder achte Arbeitslose im Kontext Fluchtmigration über einen (formalen) beruflichen/schulischen Berufsabschluss bzw. eine akademische Ausbildung.

 

[2] Die sogenannte IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten ist eine jährliche Erhebung, bei der bis zu 5.700 Geflüchtete wiederholt befragt werden. Interviewt werden Personen, die zwischen Januar 2013 bis Dezember 2016 in Deutschland eingereist sind und einen Asylantrag gestellt haben, sowie ihre Haushaltsmitglieder.

Junge Geflüchtete kommen immer mehr im deutschen Ausbildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt an. Dies zeigt sich auch an den Zahlen: Im Juni 2019 befanden sich mehr als 40.000 Auszubildende mit einer Staatsangehörigkeit der acht Hauptherkunftsländer der Geflüchteten in einer sozialversicherungspflichtigen Berufsausbildung (alle Ausbildungsjahre). Zugleich suchen aber auch immer noch viele junge Menschen mit Fluchthintergrund eine Ausbildungsstelle. Von allen bei der BA gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber (Stichtag 30. September 2019), benötigen 65 Prozent, rund 24.680 junge Menschen, weiterhin Unterstützung, um in ein Ausbildungsverhältnis zu münden. Der Frauenanteil ist bei den Geflüchteten zwar relativ gering, ist aber im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen.


Rechtliche Bestimmungen

Damit Zugewanderte eine Chance haben, einen Ausbildungsplatz zu finden, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein: Die rechtlichen Rahmenbedingungen müssen erfüllt sein, und Zugewanderte müssen über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen. Zudem ist es in der Praxis hilfreich, formale schulische oder berufliche Qualifikationen nachweisen zu können. Die zentrale Voraussetzung für eine Ausbildung ist der Zugang zum Ausbildungsmarkt. Dieser ist abhängig vom Aufenthaltsstatus. Dabei gibt es folgende Unterscheidungen: Aufenthaltsgestattung, Aufenthaltserlaubnis oder Duldung. Über die Möglichkeiten eines Zugangs zum Ausbildungsmarkt informiert das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Hilfreiche Links sind im Abschnitt „Linklisten nach Themen“ zu finden.

Verbesserungen durch das „Migrationspaket“ der Bundesregierung:

Das Migrationspaket der Bundesregierung beinhaltet verschiedene Gesetze, die den Arbeitsmarktzugang internationaler Fachkräfte verbessern sowie den Zugang Geflüchteter zu Ausbildungsförderinstrumenten verbessern.

Neugestaltung des Zugangs von Ausländerinnen und Ausländern zur Förderung von Berufsausbildungen

Was hat sich noch für Gestattete und Geduldete verbessert?


Wege in die Ausbildung

Neben den rechtlichen Voraussetzungen spielen auch die vorhandenen Qualifikationen eine wichtige Rolle bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Grundsätzlich gibt es keine speziellen Zugangsvoraussetzungen, um in Deutschland eine duale Ausbildung beginnen zu können: Weder ist dafür ein Schulabschluss nötig noch sind andere formale Qualifikationen festgeschrieben.

Die Entscheidung, an wen ein Ausbildungsplatz vergeben wird, liegt vollständig im Ermessen des Betriebs. In der Praxis ist aber in der Regel mindestens ein Hauptschulabschluss nötig, um eine realistische Chance auf einen Ausbildungsplatz zu haben. Gleiches gilt für die Aufnahme einer vollschulischen Ausbildung (zum Beispiel in Erzieher- oder Gesundheitsfachberufen).

Erwerb von Schulabschlüssen in Deutschland

Die Pflicht zum Besuch einer Schule besteht grundsätzlich bis zur Volljährigkeit. Sie wird in die Vollzeitschulpflicht (allgemeine Schulpflicht), die in der Regel nach dem 9. oder 10. Schuljahr endet, und drei Jahre Teilzeitschulpflicht, die sogenannte Berufsschulpflicht, unterteilt. Diese kann entweder an einer weiterführenden Schule oder an einer Berufsschule während der Ausbildung stattfinden.

Jugendliche Zugewanderte, die noch schulpflichtig sind, besuchen eine Regelschule und können dort ihren Schulabschluss erlangen. Nach dem Besuch von speziellen Vorbereitungs- bzw. Integrationsklassen werden sie in den meisten Fällen in die Regelklassen aufgenommen.

In den Vorbereitungsklassen werden sie in allgemeinbildenden Fächern und Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Die Dauer des Besuchs der Vorbereitungsklassen richtet sich nach dem individuellen Lernfortschritt und den Regelungen der Länder.

Zugewanderte ohne Schulabschluss, die nicht mehr der Schulpflicht unterliegen, aber noch keinen Ausbildungsvertrag haben, können u. a. über spezielle Angebote zur Berufsvorbereitung einen qualifizierenden Hauptschulabschluss erwerben. Viele Länder haben dazu spezielle Vollzeitangebote für junge Zugewanderte von ein- oder zweijähriger Dauer eingerichtet. Welche Angebote es konkret zum Nachholen eines Schulabschlusses gibt, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Eine erste Orientierung bieten die Flüchtlingsräte der jeweiligen Bundesländer.

Anerkennung von ausländischen Schulabschlüssen

Zugewanderte, die in ihrem Herkunftsstaat bereits einen Schulabschluss erworben haben, können diesen in Deutschland anerkennen lassen. Über die Anerkennung entscheiden die jeweiligen Zeugnisanerkennungsstellen der Bundesländer. Sie können über die anabin-Datenbank unter "Anerkennungs- und Beratungsstellen in Deutschland" gefunden werden. Die Bescheinigung über die Gleichwertigkeit des Schulabschlusses kann für berufliche Zwecke, zum Beispiel für die Bewerbung um eine Ausbildung, erforderlich sein, aber auch für die Bewerbung um einen Studienplatz verwendet werden. Wer in Deutschland studieren möchte, sollte sich direkt bei der betreffenden Hochschule über die notwendigen Voraussetzungen informieren.

Für schulische Leistungen, die im Herkunftsstaat erbracht wurden, aber noch nicht in einen Abschluss gemündet sind, gibt es kein behördliches Anerkennungsverfahren. Hier entscheidet die jeweilige Schule über die Einstufung der Zugewanderten.

Anerkennung von Berufsqualifikationen

Zugewanderte, die in ihrem Heimatland bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen haben, können ihren Abschluss ebenfalls anerkennen lassen. Die Anerkennung von beruflichen Qualifikationen ist immer hilfreich und erhöht die Chancen auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland. In einigen Berufen, den sogenannten reglementierten Berufen, ist sie sogar Voraussetzung dafür, den Beruf in Deutschland ausüben zu dürfen. Zu den reglementierten Berufen gehören u. a. Arzt/Ärztin, Krankenpfleger/Krankenpflegerin, Lehrer/Lehrerin und Erzieher/Erzieherin.

Einen Antrag auf Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikationen können Zugewanderte unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus stellen. Die zuständige Stelle prüft die Gleichwertigkeit der ausländischen Berufsqualifikation, die dazu mit der Berufsqualifikation eines deutschen Referenzberufs verglichen wird. Für diese Gleichwertigkeitsprüfung sind bestimmte Dokumente notwendig, die Inhalt und Dauer der Ausbildung dokumentieren. Die Berufserfahrung und weitere Qualifikationen werden berücksichtigt. Weitere Informationen sowie die zuständigen Stellen können auf der Webseite www.anerkennung-in-deutschland.de gefunden werden. Geflüchtete, die rund um die Themen Anerkennung und Qualifizierung beraten werden möchten, wenden sich an die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstellen des IQ-Netzwerks (Integration durch Qualifizierung).

Weitere Information bietet auch das BQ-Portal, eine Arbeits- und Wissensplattform zu ausländischen Berufsqualifikationen. Unternehmen können das BQ-Portal nutzen, um Informationen zur Einschätzung der Qualifikationen von Bewerberinnen und Bewerbern mit ausländischem Berufsabschluss zu erhalten. Das BQ-Portal enthält derzeit Informationen zu mehr als 3.800 ausländischen Berufsprofilen und über 90 Beschreibungen von ausländischen Berufsbildungssystemen.


Förderinstrumente von Bund und Ländern

Viele Zugewanderte benötigen bei der Integration in den Ausbildungsmarkt Hilfe – sei es in Form von Maßnahmen zur Berufsorientierung und Berufsvorbereitung oder auch in Form von ausbildungsbegleitenden Maßnahmen und finanzieller Unterstützung. Bei jungen Zugewanderten spielen besondere Förder- und Unterstützungsmaßnahmen an allgemein- und berufsbildenden Schulen, etwa Vorbereitungsklassen oder eine intensive Sprachförderung, eine wichtige Rolle. Das ist zugleich der Zeitpunkt, an dem die Zugewanderten erstmals auch Angebote der beruflichen Orientierung kennenlernen. Diese reichen von der Potenzialanalyse über die Vermittlung von für die Ausbildung relevanten Fähigkeiten und Fertigkeiten bis zu Betriebserkundungen und Praktika.

Aber auch Betriebe betreten häufig Neuland, wenn sie Zugewanderte ausbilden, und überwinden mögliche Hürden leichter, wenn sie Unterstützung erhalten. Dies kann beispielsweise eine Beratung bezüglich der Beschäftigung von Zugewanderten, eine finanzielle Unterstützung, ein Austausch in einem Unternehmernetzwerk oder eine Unterstützung bei der Besetzung von Ausbildungsstellen und während der Ausbildung sein. Der Bund unterstützt junge Zugewanderte und Betriebe unter anderem mit folgenden Angeboten beim Zugang zur Ausbildung:

Mit dem „Gesetz zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern (Ausländerbeschäftigungsförderungsgesetz)“, das am 1. August 2019 in Kraft getreten ist, wurde der Zugang zur Förderung von Berufsausbildung und Ausbildungsvorbereitung nach dem SGB III und dem SGB II neugestaltet und stark vereinfacht. Erreicht werden soll, dass mehr ausländische Menschen Zugang zum Arbeits- bzw. Ausbildungsmarkt in Deutschland haben. 

Der Zugang zu den ausbildungsbegleitenden Förderinstrumenten wurde vollständig geöffnet. Ebenfalls ist der Zugang zu den ausbildungsvorbereitenden Instrumentenstark vereinfacht worden, da die bisherigen Differenzierungen nach Staatsangehörigkeit und Aufenthaltstitel weitgehend entfallen sind. Für Gestattete und Geduldete gelten jedoch weiterhin Wartefristen in Form einer Mindestvoraufenthalts- bzw. Mindestduldungsdauer. 

Die Integrationsmaßnahmen des Bundes sind in der Publikation „Darstellung der Maßnahmen der Bundesregierung für die Sprachförderung und Integration von Flüchtlingen“ nach den Integrationsfeldern Sprachvermittlung, Integration in Ausbildung, Arbeit und (Hochschul-)Bildung sowie gesellschaftliche Integration aufgeführt.

Angebote der Bundesländer

Auch die Bundesländer haben vielfältige Angebote geschaffen, um jungen Zugewanderten den Weg in das Schul- und Ausbildungssystem zu ebnen und sie umfassend bei der Integration zu unterstützen.

Wo liegen die Schwerpunkte der Angebote und welche Herausforderungen gibt es nach wie vor? Die Servicestelle Bildungsketten im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) führte vom 16. November 2017 bis 31. März 2018 eine Abfrage zu den Ansätzen zur systematischen Integration von Zugewanderten in das Schul- und Ausbildungssystem in den Bundesländern durch. 15 Bundesländer beteiligten sich daran.

Dabei zeigte sich, dass insbesondere im Übergangsbereich die Länder spezifische Angebote entwickelt haben, die sich an bestehenden Angeboten orientieren und für die Zielgruppe der Zugewanderten geöffnet werden. Während der Ausbildung gibt es hingegen weniger Unterstützungsangebote. Die meisten Angebote in diesem Bereich setzen vor allem auf ergänzenden Sprachunterricht an den berufsbildenden Schulen. Zusätzlich nutzen die Bundesländer Angebote für junge Menschen mit Marktbenachteiligungen (z. B. Migrationshintergrund, fehlendem Schulabschluss), die teilweise angepasst und für die Zielgruppe ausgeweitet werden. 

Maßnahmen der Länder für junge Geflüchtete
Welche Ansätze zur systematischen Integration von jungen Geflüchteten in das Schul- und Ausbildungssystem setzen die Länder um? Eine Abfrage der Länder zeigt Schwerpunkte, Entwicklungen und Herausforderungen auf.


Individuelle Unterstützung und praktische Erfahrungen im Betrieb erhöhen Ausbildungschancen

Praktische Erfahrungen im Betrieb zu sammeln, hat sich laut BA/BIBB-Migrationsstudie 2016 besonders bei der Integration in Ausbildung bewährt. Das trägt maßgeblich dazu bei, dass der Übergang von Bewerberinnen und Bewerbern aus Asylzugangsländern mit Fluchthintergrund in eine duale Ausbildung gelingt. Beispiele hierfür sind Instrumente wie die Einstiegsqualifizierung, Praktika oder Probearbeiten. Als besonders hilfreich haben sich auch Formen der individuellen Begleitung durch Mentorinnen bzw.Mentoren oder Patinnen bzw. Paten erwiesen. Was laut Studie keine Rolle spielt, sind die Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt und berufliche Erfahrungen, die bereits im Heimatland erworben wurden. Auch eine Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) von 2017 bestätigt, dass unter anderem Praktika den bislang wichtigsten Einstiegsweg für Zugewanderte in den deutschen Arbeitsmarkt darstellen.

Dies zeigen auch die ausgewählten Beispiele der jungen Männer Nazir Asghari, Hagos Gebremichael und Moukaramou Amoussa, die durch verschiedene Programme über Praktika ihren Weg in die Ausbildung gefunden haben.

Im Gespräch mit der KAUSA Servicestelle Brandenburg zeigt sich zudem, wie wichtig es ist, Betriebe dafür zu gewinnen, Jugendliche mit Flucht- oder Migrationshintergrund auszubilden und den Kontakt zwischen Jugendlichen und Betrieb herzustellen.

OECD Reviews of Vocational Education and Training:

“Unlocking the Potential of Migrants in Germany” (2019)

Die OECD-Studie beschreibt die Chancen und Herausforderungen der Zuwanderung in Deutschland für die Berufliche Bildung.


Beispiele für Förderinstrumente am Übergang Schule - Beruf

Übergang in die Ausbildung: Einstiegsqualifizierung

Durch EQ-M in Ausbildung – Einstiegsqualifizierung für junge Migrantinnen und Migranten in Hamburg

150 Bewerbungen hat Nazir Asghari geschrieben, um einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Erst über EQ-M gelang ihm der Einstieg in Ausbildung, mit dem Ziel Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung zu werden.

Einmal im Monat gibt es einen Pizzafreitag und Barbecue für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem Hamburger Softwareunternehmen yes!devs. Einer von ihnen ist Nazir Asghari, der seit August 2019 seine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration in dem Betrieb begonnen hat. In seiner Ausbildung setzt Nazir verschiedene Projekte um. Er baut ganze Webseiten für Kunden oder optimiert und repariert bestehende. Seine Arbeit macht dem 20-Jährigen Spaß. „Das Team ist super. Ich lerne jeden Tag viel Neues und alle sind sehr hilfsbereit“, erzählt Asghari.

Praktika und Gespräche mit der Jugendberufsagentur haben bei Berufswahl geholfen

Nicht immer lief alles so reibungslos wie jetzt. Vor drei Jahren erst ist Asghari aus Afghanistan nach Deutschland gekommen – ohne seine Familie. Die 10. Klasse konnte Nazir in seiner alten Heimat nicht mehr abschließen. „In Hamburg bin ich dann erstmal weiter zur Schule gegangen und konnte sie mit dem Realschulabschluss beenden“, berichtet Asghari.

Wie viele andere Jugendliche war sich Asghari unsicher, was er beruflich machen wollte. Klar war für ihn aber, dass es irgendwas mit Computern zu tun haben sollte. „Ich habe bereits während der Schulzeit mehrere Praktika gemacht. Vier Praktika waren bei uns verpflichtend. Eines davon habe ich bei einem Freelancer absolviert, der Webseiten gebaut hat. Ich habe auch selber eine Webseite bauen dürfen. Das hat mir sehr gut gefallen“, beschreibt Asghari seine Erfahrungen.

Ausschlaggebend für die Wahl seiner Ausbildung waren neben den Praktika vor allem die Gespräche mit der Berufsberaterin Frau Clapperton von der Jugendberufsagentur. „An unserer Schule kam regelmäßig die Berufsberaterin von der Arbeitsagentur vorbei, um mit uns über unsere berufliche Zukunft zu sprechen. Durch diese Gespräche und meinen Erfahrungen, die ich während meiner Praktika gemacht habe, wollte ich eine IT-Ausbildung beginnen“, erzählt Asghari.

Doch der Weg in die Ausbildung war holprig. 150 Bewerbungen hat Nazir geschrieben – vergebens. „Ich hatte zwar ein paar Vorstellungsgespräche, aber meistens habe ich direkt eine Absage bekommen“, äußert sich Asghari. Für den Jugendlichen keine einfache Zeit.

EQ-M als Türöffner bei Betrieben

Nach weiteren Gesprächen mit der Berufsberaterin erhielt Asghari über die Förderung EQ-M, einer Einstiegsqualifizierung für junge Migrantinnen und Migranten zwischen 18 und 25 Jahren, die Möglichkeit in einem Betrieb zu arbeiten. In Hamburg wurde mit der EQ-M ein Angebot für EQ-Teilnehmende geschaffen, die in Vorbereitung auf die Ausbildung noch weitere Sprachförderung benötigen. In erster Linie richtet sich diese Förderung an nicht schulpflichtige neu Zugewanderte.

„Ein erreichtes Deutschsprachniveau von B2 gilt als Voraussetzung für das erfolgreiche Absolvieren einer Berufsausbildung. Neuzugewanderte, die beruflich orientiert sind, bisher aber nur das Sprachniveau B1 erreichen konnten, erhalten durch einen zusätzlichen berufsbezogenen Sprachunterricht während der EQ die Möglichkeit, die notwendige Fachsprache bereits vor dem Einstieg in die Ausbildung zu erlangen. Die Teilnahme am zusätzlichen berufsbezogenen Sprachunterricht ist für diese Teilnehmenden an der Einstiegsqualifizierung für Migrantinnen und Migranten verbindlich“, erläutert Maik Wantikow vom Hamburger Institut für Berufliche Bildung.

Eine Einstiegsqualifizierung findet sowohl im Betrieb statt als auch in der Schule. „An zwei Tagen war ich in der Schule und an den anderen Tagen im Unternehmen. Ich hatte verschiedene Fächer wie Deutsch, Mathe und Englisch. Aber auch Politik und Verwaltung zählten dazu“, erläutert Asghari.

Der Unterricht umfasst insgesamt 12 Stunden. Die Unterrichtsinhalte orientieren sich an ihren zukünftigen Ausbildungsberufen. „In Hamburg wurden dazu an sechs berufsbildenden Schulen Klassen eingerichtet. Dabei wird zwischen gewerblich-technischen Berufen, Berufen aus dem Bereich Handel und Dienstleistung sowie Pflege und Gesundheit unterschieden und entsprechende Schwerpunktklassen an Fachberufsschulen gebildet“, erzählt Wantikow.

Erfolgreicher Übergang in Ausbildung

Zwischen 6 und 12 Monaten dauert die Förderung. Der Betrieb und der Jugendliche sollen während dieser Zeit klären, ob eine Übernahme in eine Berufsausbildung stattfinden kann. Oft führt die Förderung zum Erfolg. „In den Schuljahren 2017/2018 und 2018/2019 haben insgesamt 361 junge neu zugewanderte Frauen und Männer an der Einstiegsqualifizierung mit zusätzlicher berufsbezogener Sprachförderung teilgenommen. Insgesamt 204 Übergänge in Ausbildung konnten im Anschluss erreicht werden“, bilanziert Wantikow.

Bei Asghari klappte es im ersten EQ-Betrieb nicht direkt. Beim zweiten Anlauf mündete Asghari in sein jetziges Ausbildungsverhältnis bei dem Hamburger IT-Unternehmen ein. „Von Anfang an habe ich einen Plan bekommen, was ich lerne, aber auch, was ich nicht lerne. Alle haben mich unterstützt und ich konnte jederzeit jemanden im Team ansprechen, wenn ich Hilfe brauchte. Es lief so gut, dass ich direkt zum August 2019 meine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung begonnen habe“, so Asghari weiter. Auch die Teamevents wie der regelmäßige Pizzafreitag tragen dazu bei, dass Asghari sich in dem Unternehmen wohlfühlt.

Ausbildungsverhältnis soll in Arbeitsverhältnis münden

Die EQ-M hat sich für Asghari gelohnt. In seiner Ausbildung benötigt Asghari keine zusätzliche Unterstützungsleistung. „In der Berufsschule komme ich gut mit. Dafür lerne ich auch jeden Tag drei Stunden. Die Fachsprache ist das einzige, was mir manchmal noch schwerfällt“, erzählt Asghari. Seine Ausbildung gefällt dem jungen Mann in seinem jetzigen Ausbildungsbetrieb so gut, dass er sich vorstellen kann, auch anschließend weiter in dem Betrieb zu arbeiten. Und auch der Betrieb hat bereits Interesse signalisiert.

BOF bringt Geflüchtete und Zugewanderte in die betriebliche Ausbildung

Bei einem Berliner Heizungsbauer absolvieren Teilnehmer des Programms „Berufsorientierung für Flüchtlinge“ ein Praktikum und eine Ausbildung. Viele Akteure leisten ihren Beitrag, damit die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt gelingt.

Das Gelände liegt etwas versteckt zwischen dem Teltowkanal, der an dieser Stelle die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg bildet, und dem Zehlendorfer Stichkanal. Hier, im Berliner Südwesten in Lichterfelde, ist der Heizungsbauer Onasch zuhause.

Der alteingesessene Betrieb beschäftigt seit einiger Zeit zwei Teilnehmer des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Programms Berufsorientierung für Flüchtlinge, kurz BOF.

Engagiert in der Ausbildung junger Menschen

Während Hagos Gebremichael ein Praktikum als Anlagenmechaniker macht und im Anschluss eine Ausbildung bei dem Heizungsbauer anstrebt, absolviert Abolfazl Mizban schon seit September 2018 im Anschluss an seinen BOF-Kurs bei der Innung SHK Berlin eine Ausbildung in diesem Beruf. In den BOF-Kursen werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie auch Hagos und Abolfazl durch verschiedene Maßnahmen auf die Arbeitswelt vorbereitet. Dazu zählen das Erlernen der Fachsprache und Fachkenntnisse für den angestrebten Ausbildungsberuf. Die Teilnehmenden werden zudem von einer Begleiterin oder einem Begleiter individuell unterstützt. Die BOF-Kurse finden wie im Fall des Heizungsbauers Onasch in Lehrwerkstätten und Betrieben statt. Das erhöht auch die Chance, dass durch das gegenseitige Kennenlernen eine längere Arbeitsbeziehung bestehen bleibt.

Wie Hagos Gebremichael und Abolfazl Mizban ihren Weg ins Arbeitsleben geschafft haben, lesen Sie hier.

Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF):

Mit der „Berufsorientierung für Flüchtlinge – BOF“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) werden junge Geflüchtete und Zugewanderte auf ihrem Weg in eine Ausbildung unterstützt. Während der bis zu 26-wöchigen BOF-Kurse lernen die Teilnehmenden Fachsprache und Fachkenntnisse für den angestrebten Ausbildungsberuf. Dabei erfolgt die Vorbereitung auf die Berufsschule ganzheitlich: sprachbewusster Fachunterricht und sprachbewusstes Arbeiten sind auch in der Werkstatt oder den Praxisräumen umzusetzen. Fachinhalte werden in den Sprachunterricht eingebracht. Während des BOF-Kurses werden Teilnehmende von einer sozialpädagogischen Begleitung individuell betreut. Alle Informationen zum BOF-Programm und zur Antragsstellung unter www.berufsorientierung-für-flüchtlinge.de

Studie „Auswahlprozesse im Kontext der Berufsorientierung für Geflüchtete“, die im Kontext der Auswahl von Teilnehmenden für BOF-Kurse vom f-bb durchgeführt wurde: www.f-bb.de

Praxisleitfaden Berufsorientierung und –vorbereitung:
www.bibb.de

Weitere Informationen:
www.berufsorientierungsprogramm.de

"Zukunftschance Assistierte Ausbildung" in Sachsen-Anhalt

„Zukunftschance Assistierte Ausbildung“

Moukaramou Amoussa beim Postzustellen

Moukaramou Amoussa

Moukaramou Amoussa hat es mit Hilfe der Assistierten Ausbildung geschafft, seine Ausbildung zur Fachkraft für „Kurier-Express und Postdienstleistungen“ abzuschließen. Zunächst hatte er Schwierigkeiten, in Deutschland beruflich Fuß zu fassen. Eine Einstiegsqualifizierung (EQ) ermöglichte ihm, Einblicke bei seinem jetzigen Arbeitgeber, der Deutschen Post, zu erhalten.

Moukaramou Amoussa hatte eigentlich andere Pläne, als er 2012 aus dem Benin nach Halle in Sachsen-Anhalt kam. In Benin hatte der heute 27-jährige die Schule mit dem Abitur beendet, fünf Jahre in der Handball-Nationalmannschaft gespielt und wollte in Deutschland dort anknüpfen, wo er aufgehört hat. „Mein Plan war es, in Deutschland zu studieren und weiterhin in einer Mannschaft Handball zu spielen“, erzählt Amoussa. Fehlende Schulzeugnisse und mangelnde Deutschkenntnisse erschwerten die Aufnahme eines Studiums.

Über Einstiegsqualifizierung gelang der Weg in die Ausbildung

Für den jungen Mann war jedoch klar, dass er seine Chance nutzt, sich beruflich weiterzuentwickeln und in Deutschland zu arbeiten. So erfuhr er von der Option, eine duale Ausbildung zu absolvieren. Die Sprache zu lernen war auch dabei eine wichtige Voraussetzung. „Englisch und Französisch konnte ich schon. Deutsch habe ich mir zum Teil durch Kindersendungen, Bücher und das Internet versucht selber beizubringen. Ich wollte unbedingt eine Arbeitsstelle finden“, erklärt Amoussa. Zusätzlich besuchte er mehrere Deutschkurse.

Über einen Freund wurde er auf die Deutsche Post als Arbeitgeber aufmerksam und startete zunächst bei DHL eine sogenannte Einstiegsqualifizierung plusplus. Mit der Maßnahme können Jugendliche in der Regel bis zum 25. Lebensjahr ein Langzeitpraktikum zwischen sechs bis zwölf Monaten absolvieren. Dadurch erhalten junge Menschen wie Moukaramou Amoussa beispielsweise Einblicke in Teile des Ausbildungsberufes und lernen den Betrieb kennen. Auch die Betriebe profitieren: Sie können herausfinden, ob die Kandidatin oder der Kandidat für eine Ausbildungsstelle im Unternehmen geeignet ist.

Gefördert wird die EQ durch die Bundesagentur für Arbeit. In Sachsen-Anhalt besteht für junge Menschen mit mehr Förderbedarf die Möglichkeit, mit EQ plusplus zusätzlich zu dem Praktikum an einem Tag in der Berufsschule zu sein sowie bei sprachlichen Problemen an einem Tag Sprachunterricht zu erhalten. Für Moukaramou Amoussa war dies der Türöffner für seine Ausbildung zur Fachkraft für Kurier- Express und Postdienstleistungen bei der Deutschen Post.

Weitere Unterstützung während der Ausbildung

Da Moukaramou Amoussa mit dem praktischen Teil seiner Arbeit gut zurechtkam, aber in der Berufsschule Schwierigkeiten hatte, erhielt er während seiner Ausbildung Unterstützung durch die Landesvariante der Assistierten Ausbildung, dem Landesprogramm „Zukunftschance Assistierte Ausbildung“ (ZaA). „Moukaramous Arbeitgeber, die Deutsche Post, ist auf uns zugekommen, damit er während der Ausbildung zusätzliche Unterstützung erhält“, erläutert Carmen Wancl, pädagogische Mitarbeiterin bei der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) Merseburg, Außenstelle Halle.

Der Bildungsträger ist einer von mehreren Trägern, der das Landesprogramm umsetzt. Sachsen- Anhalt hat den § 130 SGB III (8) genutzt, der es erlaubt, das Instrument landesspezifisch anzupassen. Das Land hat die Zielgruppe erweitert sowie zusätzliche Maßnahmen geschaffen, um die Programmwirkung zu erhöhen. „Neben verbesserten Betreuungsschlüsseln wurden zum Beispiel vier Koordinierungsstellen bei den gewerblichen Kammern als Schnittstellen zwischen Trägern, Ausbildungsbetrieben und den Verantwortlichen der Maßnahme bei der Agentur für Arbeit oder Jobcentern installiert. Die Kammerkoordinierenden stellen einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar, der bereits bundesweit für Beachtung gesorgt hat“, erklärt Jessica Zedler vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration in Sachsen-Anhalt.

Erweiterter Förderkreis durch „Zukunftschance assistierte Ausbildung“

Mit dem Landesfachkonzept zum Programm „Zukunftschance assistierte Ausbildung Sachsen-Anhalt“ wurde zudem der förderfähige Personenkreis um junge Menschen mit „besonderen Lebensumständen“ erweitert. Auch weitere Zielgruppen, darunter Alleinerziehende und junge Menschen, die Angehörige pflegen sowie Jugendliche mit Migrations- und Fluchthintergrund sollen durch das Instrument besondere Unterstützung erhalten. Davon profitierte auch Moukaramou Amoussa.

„Moukaramou hat durch die ZaA erst in der zweiten Phase der Assistierten Ausbildung Unterstützung erhalten, da er sich bereits in einem Ausbildungsverhältnis befand. Im Falle von Moukaramou sah die Unterstützung so aus, dass er Stützunterricht im Fachunterricht insbesondere im Textverständnis für die Prüfungsvorbereitung erhielt. Auch im Umgang mit Behörden bekam er Hilfe. Obwohl Moukaramou gut Deutsch konnte, brauchte er zudem noch Hilfe im fachspezifischen Deutsch“, führt Carmen Wancl die Unterstützungsleistungen auf.

Neu: Monatsgespräche und Coaching in Betrieben

Auch zusätzliche Angebote wurden bei dem Instrument aufgenommen. „Bei der ZaA werden Monatsgespräche durchgeführt. Das sind akteursübergreifende Fallgespräche, in denen gemeinsam über den jeweiligen Teilnehmenden gesprochen und der Förderbedarf abgestimmt wird. Darüber hinaus werden Kompetenzbildungsangebote und Erfahrungsaustausche für Träger angeboten sowie Coachings und Austauschformate für die Ausbildungsverantwortlichen in den Betrieben“, führt Zedler weiter aus.

Durch eine wissenschaftliche Begleitung wird das Instrument regelmäßig ausgewertet und angepasst. In der Zwischenzeit hat sich das seit 2016 bestehende Instrument etabliert. „Die Maßnahme wird sowohl von den Unternehmen als auch von den Jugendlichen sehr gut angenommen. So gibt es Unternehmen, die bereits von Beginn am Landesprogramm ZaA teilnehmen. Die Erfahrung der beteiligten Unternehmen zeigt, dass durch die Teilnahme am Programm der Gefahr eines Ausbildungsabbruches entgegengewirkt werden kann“, so Zedler. Wie auch der Fall mit Amoussa bestätigt.

Übergang ins Berufsleben

Durch die Unterstützung konnte Moukaramou Amoussa seine Ausbildung abschließen. Seit April 2019 arbeitet der 27-Jährige als Briefzusteller für die Post. „In meinem Beruf verteile ich Briefe, kleinere Päckchen und Kataloge. Die Arbeit gefällt mir sehr gut, vor allem, da ich mich viel bewege und an der frischen Luft bin“, berichtet Moukaramou Amoussa.

Für die Unterstützung ist Amoussa nach wie vor sehr dankbar: „Die Assistierte Ausbildung hat mir viel gebracht für meinen Weg in den Beruf. Insbesondere Frau Wancl hat mir sehr geholfen. Ich gehe immer noch hin und wieder dort vorbei, um Hallo zu sagen“, erzählt Amoussa.

Für die nächsten Jahre möchte er weiter seinen Beruf als Fachkraft für Kurier- Express- und Postdienstleistungen ausüben. Trotzdem hat er seinen Traum vom Studium noch nicht ganz aufgegeben. Mit dem Handball ist er einen Schritt weiter: Er spielt wieder regelmäßig in einer Mannschaft.

Weitere Infos zur Assistierten Ausbildung Brandenburg

Neben Sachsen-Anhalt besteht auch in Brandenburg eine landesspezifische Variante der Assistierten Ausbildung. In Brandenburg ist diese ein Bestandteil der Bildungsketten-Vereinbarung mit dem Bund und der Bundesagentur für Arbeit. Das Land hat darin zugesichert, das Instrument der Assistierten Ausbildung auszuweiten. Seit Oktober 2017 gibt es die landesspezifische Variante der Assistierten Ausbildung.
www.bildungsketten.de


Mit § 130 SGB III Absatz 8 besteht die Möglichkeit, das Instrument der Assistierten Ausbildung landesspezifisch anzupassen. Das Land Brandenburg hat entsprechend mit der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit ein flankierendes Landesprogramm „Assistierte Ausbildung Brandenburg“ vereinbart. Das Instrument bietet einer erweiterten Zielgruppe Zugang zu den Unterstützungsleistungen. Voraussetzungen sind eine zumindest absehbare Ausbildungsreife und ein vorhandenes Ausbildungsinteresse.

Auch steht die Förderung aus Mitteln des Landes Brandenburg den bisher von der Förderung ausgeschlossenen Auszubildenden in der einjährigen, landesrechtlich geregelten Altenpflegehilfe- und Krankenpflegehilfeausbildung offen sowie den Auszubildenden in der Gesundheits- und Krankenpflege. Damit passt das Land Brandenburg das Instrument „Assistierte Ausbildung“ auf seine Bedarfe an.

KAUSA Servicestellen als Schnittstellen vor Ort:

„Betriebe und Jugendliche zusammenzubringen, ist die größte Herausforderung“

Ein Gruppenbild

Das Team der KAUSA-Servicestelle Brandenburg (r. Charlotte Kruhøffer, daneben Kürsa Alper Milicic)

Wie gelingt es, dass Jugendliche einen Ausbildungsplatz und Unternehmen langfristig qualifizierte Nachwuchskräfte finden? Seit Oktober 2017 gibt es die landesweite KAUSA Servicestelle Brandenburg. Sie ist eine von insgesamt drei landesweiten KAUSA Servicestellen sowie 20 regionalen Servicestellen, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert werden. Welche Herausforderungen in der Region Brandenburg bestehen und was sie anbieten, um Jugendliche mit Flucht- und Migrationshintergrund und Betriebe zusammenzubringen, erklären Charlotte Kruhøffer, Leiterin der landesweiten KAUSA Servicestelle Brandenburg, und der ehemalige KAUSA-Berater am Standort Oranienburg, Kürsa Alper Milicic.

bildungsketten.de: Was genau bietet die landesweite KAUSA Servicestelle in Brandenburg an?

Kruhøffer: Die KAUSA Servicestelle besteht seit Oktober 2017. Richtig Fahrt aufgenommen haben wir Anfang 2018. Wir beraten und unterstützen junge motivierte und lernbereite Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund dabei, eine duale Berufsausbildung zu beginnen und erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Dazu zählt bei Bedarf auch die Vermittlung in unterstützende Maßnahmen, wie die Einstiegsqualifizierung oder Assistierte Ausbildung. Ausbildungsbereite Betriebe ermutigen wir, sich für die jungen Menschen zu öffnen, damit sie echte Perspektiven auf einen Beruf und einen Arbeitsplatz bekommen. Insbesondere für die Ansprache der Zielgruppe junger Frauen mit Migrations- oder Fluchthintergrund haben wir Formate entwickelt, wie beispielsweise den MIA-Mädchentreff in Cottbus, der in Kooperation mit dem MIA Frauenzentrum entstanden ist. Regelmäßig können sich Mädchen mit Fluchterfahrung und Mädchen aus Cottbus treffen und gemeinsam nähen, basteln und malen. Dabei kommen sie ins Gespräch über ihr Leben in Cottbus, über die Schule, aber auch über die Themen, was sie beruflich machen möchten. Der Mädchentreff ist sehr erfolgreich.

bildungsketten.de: Wo sehen Sie Herausforderungen Ihrer Arbeit?

Kruhøffer: Mit der KAUSA Servicestelle Brandenburg haben wir eine landesweite Servicestelle. Man muss sich nur einmal die Landkarte anschauen. Brandenburg ist ein Ring um Berlin, mit vielen weißen Flecken. Daher ist die Mobilität sicherlich eine der größten Herausforderungen. Für Auszubildende kann das bedeuten, dass die Berufsschule und der betriebliche Ausbildungsort weit auseinanderliegen. Bei Auszubildenden, die Unterstützung während der Ausbildung benötigen, wie beispielsweise durch die Assistierte Ausbildung, kommt noch der Bildungsträger als dritter Anlaufpunkt hinzu und manchmal auch ein Sprachkurs. Dazu kommt die Schwierigkeit, dass viele Jugendlichen noch keinen Führerschein haben und die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel zum Teil nicht oder nicht ausreichend gegeben ist.

Wir brauchen dringend Infrastruktur in Brandenburg. Damit meine ich nicht nur den öffentlichen Nahverkehr, sondern auch eine digitale Infrastruktur. Bei Stellenantritt war ich mir sicher, was zu tun ist: die Ausbildung zu digitalisieren. Dann hätten wir auch nicht das Problem, dass die Jugendlichen überall hinfahren müssen. Sie könnten dann beim Arbeitgeber in einem virtuellen Klassenraum sitzen und dort beispielsweise am Förderunterricht teilnehmen. Aber das derzeit wegen der mangelnden Netzabdeckung kaum möglich.

bildungsketten.de: Wie steht es um die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe?

Kruhøffer: Die generelle Ausbildungsbereitschaft der Betriebe deckt sich mit der landesweiten Ausbildungsbereitschaft. Sie sind genauso bereit auszubilden und wollen das auch. Zudem machen sich Unternehmen zunehmend Sorgen, dass sie Aufträge nicht annehmen können, weil sie einen Mangel an qualifizierten Fachkräften haben. Das Problem ist weniger, Unternehmen für die Ausbildung zu begeistern , und wir können auch durchaus die jungen Leute für die Ausbildung begeistern. Aber beide Seiten zusammenzubringen, dass derjenige, der Elektroniker werden will, auch das Unternehmen findet, das diese Ausbildung anbietet, das ist die größte Herausforderung.

Milicic: Eine Hürde ist auch, dass der Wohnortwechsel für Zugewanderte schwierig ist. Wenn der Betrieb weiter entfernt ist, kann das Probleme bereiten.

bildungsketten.de: Wo sehen Sie Schwierigkeiten oder Herausforderungen bei der Beratung von Zugewanderten?

Milicic: In erster Linie ist die Sprache eine Hürde. In zweiter Linie die zum Teil hohen Erwartungen. Die Ausbildungsdauer von drei Jahren erscheint vielen lang. In den meisten Ländern gibt es diese Art von Ausbildung nicht. Viele haben den Druck, schnell Erfolg haben zu müssen und Geld zu verdienen. Auch der mangelnde Nachweis oder die fehlende Vergleichbarkeit von Qualifikationen und Schulabschlüssen ist gerade in der Bewerbungsphase schwierig. Da leiste ich oft am Telefon mit Betrieben Überzeugungsarbeit.

bildungsketten.de: Wie steht es um das Ansehen der Beruflichen Bildung bei Zugewanderten?

Milicic: Das Studium hat im Gegensatz zu einer beruflichen Ausbildung bei vielen Geflüchteten einen hohen Stellenwert. Dass man als Fachkraft auch gute Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten hat, dazu bedarf es bei vielen Jugendlichen noch Überzeugungsarbeit.

Kruhøffer: Viele Zugewanderte gerade am Standort Cottbus beraten wir auch hinsichtlich des Nachholens von Schulabschlüssen. Einen deutschen Schulabschluss können vielen Unternehmen besser einschätzen.

bildungsketten.de: Wie gewinnen Sie Unternehmen für die Ausbildung von Zugewanderten?

Milicic: Ganz klassisch über die Internetseiten der Industrie- und Handelskammer oder über eigene Internetrecherche. Wenn ich ein passendes Unternehmen gefunden habe, kontaktiere ich den Betrieb und berichte über unsere Arbeit. Ich überzeuge sie, dass sie nicht allein gelassen werden mit den Jugendlichen, sondern wir als KAUSA Servicestelle beratend und unterstützend zur Seite stehen. Es gibt zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten des Landes wie beispielsweise die Assistierte Ausbildung Brandenburg oder auch Maßnahmen wie die Einstiegsqualifizierung. Viele Betriebe wissen von diesen Möglichkeiten gar nichts.

Kruhøffer: Wir sind sehr viel unterwegs, um Betriebe zu erreichen – auf Fachtagungen, Veranstaltungen und Messen. Im vergangenen Jahr waren wir auf über 80 Veranstaltungen. Dazu kommen rund 45 Veranstaltungen, die wir selber organisiert haben, zum Beispiel auch vier Unternehmerfrühstücke. Das hat sich in der Zwischenzeit herumgesprochen. Bei dem ersten Termin waren nur zwei Unternehmen dabei, bei dem letzten schon 20.

bildungsketten.de: Wie haben sich die regionalen Strukturen seit der Fluchtmigration 2015 verändert?

Kruhøffer: Die Strukturen haben sich auf jeden Fall verbessert. Alleine schon der Umstand, dass sich viele Institutionen mit dem Thema beschäftigt haben. Es gibt kaum einen Landkreis, der sich nicht damit befasst hat, wie die eigenen Strukturen hinsichtlich der Integration in Ausbildung und Beruf sowie Migration aussehen und angepasst werden müssen. Insbesondere die Bildungskoordinatoren im Land Brandenburg haben eine wichtige Rolle gespielt, transparent zu machen, was die Landkreisverwaltungen machen und anbieten.

KAUSA – Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration

Die Koordinierungsstelle „Ausbildung und Migration“ (KAUSA) hat zum Ziel, mehr Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund für die Berufsausbildung zu gewinnen, die Ausbildungsbeteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu erhöhen und ihre Eltern über die berufliche Ausbildung zu informieren. Bundesweit sind aktuell über 20 regionale KAUSA-Servicestellen und drei landesweite KAUSA Servicestellen aktiv, darunter auch die KAUSA Servicestelle Brandenburg. Sie sind Anlaufstellen, um insbesondere Selbstständige, aber auch Jugendliche mit Migrationshintergrund über die berufliche Ausbildung zu informieren

Eine Übersicht aller geförderten KAUSA-Servicestellen finden sich in der JOBSTARTER-Projektlandkarte.

KAUSA wird durch das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF)-finanzierte Ausbildungsstrukturprogramm JOBSTARTER plus gefördert. Seit Dezember 2018 ist KAUSA bei der Servicestelle der Initiative Bildungsketten angesiedelt. Mit der Initiative Bildungsketten werden junge Menschen auf ihrem Weg ins Berufsleben unterstützt. Dabei stimmen Bund, Länder und die Bundesagentur für Arbeit (BA) ihre Förderinstrumente am Übergang Schule - Beruf besser aufeinander ab. So bildet eine Bund-Land-BA-Vereinbarung die Grundlage für die landesweite KAUSA Servicestelle Brandenburg.


Linkliste mit relevanten Informationen zu verschiedenen Themenbereichen

Flucht und Asyl

www.bamf.de
Die Webseite des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge informiert über Asyl und Flüchtlingsschutz in Deutschland.

www.bundesregierung.de
Auf der Webseite bietet die Bundesregierung Fakten und Hintergründe zum Thema Flucht und Asyl.

Einstieg in Ausbildung

www.kofa.de
Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung hat ein Online-Dossier zum Thema „Flüchtlinge integrieren“ erstellt, das Fakten und Handlungsempfehlungen für einen gelungenen Integrationsprozess bietet.

www.bmwi-unternehmensportal.de
Hier gibt das Unternehmensportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie einen groben Überblick über die Vorteile der Beschäftigung ausländischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die rechtlichen Rahmenbedingungen. Es finden sich zahlreiche Links zu weiterführenden Informationen.

www.kmk.org
Die Webseite der Kultusministerkonferenz informiert über schulische Bildungswege und Abschlüsse von der Einschulung bis zum Abitur.

www.einfachzukunft.de
In diesem Online-Flyer der Bundesagentur für Arbeit und SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland, erzählen Junge Menschen, die aus ihren Herkunftsländern flüchten mussten, warum sie sich in Deutschland für eine duale Ausbildung entschieden haben.

Anerkennung von Qualifikationen

anabin.kmk.org
anabin stellt Informationen zur Bewertung ausländischer Bildungsnachweise bereit und unterstützt Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, eine ausländische Qualifikation in das deutsche Bildungssystem einzustufen.

www.anerkennung-in-deutschland.de
Hier können Personen mit ausländischen Berufsabschlüssen klären, ob sie einen offiziellen „Anerkennungsbescheid“ brauchen, um in Deutschland in ihrem Beruf arbeiten zu können.

www.netzwerk-iq.de
Die Webseite informiert über Anerkennungsverfahren, Akteurinnen und Akteure im Anerkennungsverfahren. Außerdem bietet sie die Möglichkeit, nach Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstellen vor Ort zu suchen und nach Qualifizierungsangeboten zu recherchieren.

www.bq-portal.de
Über die Wissens- und Arbeitsplattform können Unternehmen ausländische Berufsqualifikationen bewerten und einschätzen. Sie finden hier Referenzberufe, denen in Deutschland ein bundesrechtlich geregelter dualer Aus- oder Fortbildungsabschluss zugrunde liegt.

www.validierungsverfahren.de
Im BMBF-geförderten Projekt “ValiKom“ wurde ein standardisiertes Validierungsverfahren für Berufskompetenzen entwickelt und erprobt. Diese außerhalb des formalen Berufsbildungssystems erworbenen Kompetenzen können in Bezug auf einen anerkannten Berufsabschluss bewertet und zertifiziert werden.

www.ihk-die-weiterbildung.de
Die Industrie- und Handelskammer ermittelt anhand von Kompetenzchecks Talente und Stärken von jungen Geflüchteten. Darauf aufbauend soll aufgezeigt werden, in welche Richtung sie sich beruflich orientieren könnten.

Sprach- und Integrationskurse

www.bamf.de
Die Webseite informiert über die Integrationskurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge speziell für die Zielgruppe der jungen Erwachsenen.

www.bamf.de
Die Website des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge bietet Informationen für Träger von Berufssprachkursen.

deutsch.vhs-lernportal.de
Das Portal des Deutschen Volkshochschulverbands bietet einen kostenfreien Online-Deutschkurs auf den Niveaustufen A1 – B1 an.

www.goethe.de
Auf dem Online-Portal des Goethe-Instituts finden Geflüchtete, die Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache suchen, eine Vielzahl von kostenfreien Sprachlernangeboten.

Wer hilft bei der Vermittlung von Geflüchteten in eine Ausbildung oder ein Praktikum?

www.arbeitsagentur.de
Die Agentur für Arbeit bietet Menschen, die am Arbeitsleben teilnehmen wollen, Beratung und Vermittlung an.

www.planet-beruf.de
Das Online-Portal informiert Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 17 Jahren über Themen rund um Berufswahl, Bewerbung und Ausbildung.

www.jobboerse.arbeitsagentur.de
Über die Online-Jobbörse der Agentur für Arbeit können Ausbildungssuchende freie Ausbildungsplätze suchen und finden.

www.kausa-servicestellen.de
Die KAUSA Servicestellen etablieren regionale Beratungsnetzwerke, um Selbstständige, jugendliche Migranten und junge Flüchtlinge sowie Eltern in Ausbildungsfragen zu unterstützen.

www.bmbf.de
Auf dieser Webseite informiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung über seine Maßnahmen zur Integration Geflüchteter durch Bildung.

www.berufsorientierungsprogramm.de
Hier informiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung über sein Programm „Berufsorientierung für Flüchtlinge“.

www.kofa.de
Auf dieser Webseite erfahren Unternehmen, die Geflüchtete beschäftigen möchten, mehr über die Unterstützungsmöglichkeiten durch Willkommenslotsen.

www.esf.de
Durch das Netzwerk „Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen (IvAF)“ sollen Asylbewerber und Flüchtlinge ohne Altersgrenze beraten, qualifiziert und in Arbeit oder Ausbildung vermittelt werden.

Welche Förderinstrumente gibt es, um jugendliche Geflüchtete beim Einstieg in eine Ausbildung zu unterstützen?

Übersicht über verschiedene Maßnahmen
www.arbeitsagentur.de
Die Webseite der Agentur für Arbeit informiert über verschiedene Unterstützungsleistungen.

Ausbildungsbegleitende Hilfen
www.bmas.de
Mit dem Flyer bietet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales einen Überblick über das Förderinstrument der ausbildungsbegleitenden Hilfen und nennt hilfreiche Kontakte.

Einstiegsqualifizierung
www.arbeitsagentur.de
Der Flyer der Agentur für Arbeit informiert über die Einstiegsqualifizierung.

Berufseinstiegsbegleitung
www.bmbf.de
Die Broschüre „Berufseinstiegsbegleitung – die Möglichmacher“ der Servicestelle Bildungsketten beim Bundesinstitut für Berufsbildung richtet sich an Eltern, Lehrerinnen und Lehrer.

www.bildungsketten.de/berufseinstiegsbegleitung   
Auf dieser Webseite informiert die Servicestelle Bildungsketten über das Instrument der Berufseinstiegsbegleitung.

Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF)
www.berufsorientierungsprogramm.de 
Hier informiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung über sein Programm „Berufsorientierung für Flüchtlinge“.

Transferinitiative kommunales Bildungsmanagement
www.transferinitiative.de
Die bundesweite Initiative unterstützt Städte und Landkreise darin, ein regionales Bildungsmanagement aufzubauen, um vor Ort passende Bildungsangebote für alle Bürgerinnen und Bürger in allen Lebensphasen anzubieten und zukunftsfähig zu gestalten. Dazu zählt auch die kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte.

Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen (VerA)
Senior Experten Service: Dranbleiben! Mit VerA schaffst du die Ausbildung
vera.ses-bonn.de
Der Flyer bietet einen kurzen Überblick über die Ausbildungsbegleitung im Rahmen der Initiative VerA. 

www.vera.ses-bonn.de
Die Webseite des Senior Experten Service informiert Auszubildende, Ausbildende und Ehrenamtliche über die Ausbildungsbegleitung im Rahmen der Initiative VerA.

Assistierte Ausbildung
www.arbeitsagentur.de
Die Bundesagentur für Arbeit informiert über das Instrument Assistierte Ausbildung

Berufsausbildungsbeihilfe
www.arbeitsagentur.de
Auf der Webseite der Agentur für Arbeit gibt es Informationen zur Berufsausbildungsbeihilfe.

Unterstützung für Betriebe

Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung  
www.bmas.de
Die Webseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales führt Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung auf. 

Einstiegsqualifizierung
www.arbeitsagentur.de
Auf der Webseite der Agentur für Arbeit können sich Arbeitgeber über das Instrument der Einstiegsqualifizierung informieren.

Assistierte Ausbildung
www.arbeitsagentur.de
Auf der Webseite der Agentur für Arbeit können sich Arbeitgeber u.a. über das Instrument der Assistierten Ausbildung informieren.

Willkommenslotsen
www.kofa.de
Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen bei der Integration von Flüchtlingen in Arbeit und Ausbildung.

Externes Ausbildungsmanagement (EXAM)
www.jobstarter.de
Die Webseite zeigt Betrieben Wege, die richtigen Unterstützungsangebote für die betriebliche Ausbildung zu finden.

KAUSA-Servicestellen
www.jobstarter.de
Die Ausbildungsbeteiligung von Unternehmerinnen und Unternehmern mit Migrationshintergrund zu erhöhen, ist ein wesentliches Ziel der KAUSA-Servicestellen. Selbstständige werden zum Einstieg in die Ausbildung beraten und bei Bedarf bei der Durchführung unterstützt.

Allgemeine weiterführende Informationen

www.bmi.bund.de
Broschüre „Darstellung der Maßnahmen der Bundesregierung für die Sprachförderung und Integration von Flüchtlingen“ der Bundesregierung.

www.praktisch-unschlagbar.de
Du + Deine Ausbildung = Praktisch unschlagbar!“ ist eine Kampagne des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit dem Ziel, mehr Jugendliche für eine duale Berufsausbildung zu begeistern. Online können sich junge Menschen umfassend über die Themen Berufswahl und Ausbildung informieren.

www.bibb.de
Die Webseite des Bundesinstituts für Berufsbildung bietet Informationen zum Thema Migration und Flucht.

www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de
Das Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ bietet Mitgliedern u.a. Informationen zu Rechtsfragen, Praxistipps zur Integration von geflüchteten Menschen in Ausbildung und Beschäftigung, Best-Practice-Beispiele und Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch und zur Kooperation.

www.stark-fuer-ausbildung.de
Die Webseite informiert über die Initiative „Stark für Ausbildung“, deren Ziel es ist, Unternehmen zu unterstützen, die Jugendliche mit besonderen Förderbedarfen ausbilden.

www.starkimberuf.de
Das Programm „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) richtet sich an Mütter mit Migrationsgeschichte und will den Zugang zu vorhandenen Angeboten zur Arbeitsmarktintegration erleichtern sowie verbessern.

www.fluechtlingsrat.de
Die 16 Landesflüchtlingsräte sind unabhängige Vertretungen der in den Bundesländern engagierten Flüchtlingsselbstorganisationen, Unterstützungsgruppen und Solidaritätsinitiativen.

www.ueberaus.de
Die Fachstelle Übergänge in Ausbildung und Beruf bietet auf ihrem Portal eine Reihe an Beiträgen zum Thema Geflüchtete an.

Forschung

www.bibb.de
Positionspapier „Wege zur Integration von jungen Geflüchteten in die berufliche Bildung – Stärken der dualen Berufsausbildung in Deutschland nutzen“ (Bundesinstitut für Berufsbildung)

www.bibb.de
Publikation „Berufliche Orientierung junger Menschen mit Migrationshintergrund und ihre Erfolgschancen beim Übergang in betriebliche Berufsausbildung“ (Bundesinstitut für Berufsbildung)

www.iab.de
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung berichtet in seinem Zuwanderungsmonitor regelmäßig über aktuelle Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

statistik.arbeitsagentur.de
Die Webseite der Arbeitsagentur bietet Statistiken zum Thema Integration und Migration.