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ESF-Bundesprogramm
Berufseinstiegsbegleitung
bis Ende 2018


Ausgewählte Schulen: 137
Teilnehmer/innen-Plätze: 1388


Hessen hat mit der Bund-Länder-BA-Vereinbarung zur Initiative Bildungsketten ein wirksames und zielgerichtetes System der beruflichen Orientierung und individuellen Förderung junger Menschen aufgebaut.

Hessen hat im Zuge der seit 2008 landesweit sehr erfolgreich umgesetzten OloV-Strategie (OloV - Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule – Beruf) und mittels der 2010 und 2015 geschlossenen „Bund-Länder-BA-Vereinbarungen Bildungsketten“ ein wirksames und zielgerichtetes System der beruflichen Orientierung und individuellen Förderung junger Menschen aufgebaut, das auch die Zusammenarbeit der Akteure am Übergang Schule – Beruf deutlich gestärkt hat.

In der Nachfolge des hessischen Paktes für Ausbildung sieht auch das „Bündnis Ausbildung Hessen für die Jahre 2015-2019“ die Fachkräftesicherung als eine große Zukunftsaufgabe zur Sicherung des sozialen und wirtschaftlichen Wohlstandes. Die Bündnispartner formulierten als gemeinsames Ziel, dass alle jungen Menschen entsprechend ihren Neigungen, Fähigkeiten und Talenten ihren Weg in den Beruf finden sollen, und vereinbarten entsprechende Maßnahmen.

Auf der Grundlage der OloV-Qualitätsstandards definieren seit 2008 die Akteure des Übergangs Schule – Beruf in 28 hessischen Steuerungsgruppen die Ziele für ihre Region selbst und halten diese in Zielvereinbarungen fest. Mit der Bund-Länder-BA-Vereinbarung konnte das länderspezifische Angebot in Hessen gestärkt und ausgeweitet werden. Der intensive Austausch mit den politisch Verantwortlichen der OloV-Strategie und die Zusammenarbeit von Bund und Land in der beruflichen Orientierung der Schülerinnen und Schüler bereichern die praktische Arbeit in den regionalen OloV-Steuerungsgruppen.

Gemeinsames Ziel ist es, alle Jugendlichen durch sinnvoll aufeinander abgestimmte und sich ergänzende Maßnahmen im Prozess der Berufsorientierung zu unterstützen und gezielt so zu fördern, dass sie auf der Grundlage ihrer Interessen und Fähigkeiten ihre Ausbildungsentscheidung eigenverantwortlich und sachkundig treffen können.

Mit diesem Ziel und dem Verständnis, dass die Berufliche Orientierung der Schülerinnen und Schüler Aufgabe aller Lehrkräfte und aller Fächer ist, wurden im Juni 2015 der „Praktikumserlass“ vom Dezember 2010 und der „BSO-Erlass“ vom Dezember 2012 zum Erlass zur Ausgestaltung der Berufs- und Studienorientierung in Schulen zusammengefasst. Mit diesem Erlass wurden auch die Schulen mit gymnasialem Bildungsgang verpflichtend in die Berufliche Orientierung mit einbezogen.

Der gültige Erlass wurde 2018 in die Verordnung für Berufliche Orientierung in Schulen (VOBO) überführt, die zum Schuljahresbeginn 2018/2019 in Kraft tritt.

Berufliche Orientierung

Die Potenzialanalyse („KomPo7“) wird in Hessen in der 7. Klasse an Schulen mit den Bildungsgängen Haupt- und Realschule und Schulen mit Förderschwerpunkt Lernen schrittweise eingeführt. Die Lehrkräfte sind in die Kompetenzfeststellung der Schülerinnen und Schüler fest eingebunden und mittelfristig für die Durchführung verantwortlich. Das Land Hessen flankiert die Bundesförderung mit Lehrkräfteschulungen sowie Beratung und Koordinierung.

Praktische Erfahrungen sammeln die Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 in den verbindlichen Schülerbetriebspraktika. Eine erweiterte praxisbezogene Berufsorientierung erfolgt in den Werkstatttagen im Berufsorientierungsprogramm (BOP) des Bundesbildungsministeriums. Die Koordinierungsstelle KoBO Hessen unterstützt die OloV-Regionen dabei, möglichst vielen Schülerinnen und Schülern eine praxisorientierte Berufsorientierung zu bieten. Dazu wird der tatsächliche Bedarf in den einzelnen Regionen erfasst und eine Bereitstellung von Plätzen im BOP langfristig koordiniert.

Kennzeichnend für weitere Berufsorientierungsangebote sind einerseits zielgruppenspezifische Angebote, z. B. MINT Girls Camps oder JUNIOR Schülerfirmen. Andererseits befördern praxisorientierte Bildungsgänge (Mittelstufenschulen) und das ESF-geförderte Programm PuSch Praxis und Schule) die Zusammenarbeit von allgemeinbildenden und beruflichen Schulen. Zentrale Maßnahmen zur Berufsorientierung, wie verbindliche BSO-Curricula, jeweils zwei Schülerbetriebspraktika, Bewerbungstrainings und die Beratungen der regionalen Agenturen für Arbeit, sind inzwischen auch im gymnasialen Bildungsgang fest implementiert.

Der Berufswahlpass wird verbindlich zur Unterstützung, Begleitung und Dokumentation des Berufsorientierungsprozesses in allen Bildungsgängen der allgemeinbildenden Schulen eingesetzt und vom Land finanziert.

Das Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung Hessen ist Mitglied im bundesweiten Netzwerk Berufswahl-SIEGEL. Das Gütesiegel wurde zum Schuljahresbeginn 2010/2011 als weiterer Baustein der OloV-Strategie eingeführt und macht seitdem vorbildliche Berufs- und Studienorientierung in allgemeinbildenden Schulen sowie beruflichen Gymnasien nach außen sichtbar. Durch die Möglichkeit der fortlaufenden Rezertifizierung nach drei bzw. fünf Jahren verstetigt sich die ausgezeichnete Berufliche Orientierung der gesiegelten Schulen. Dies gibt den anderen Schulen wertvolle Impulse.

 

Weiterentwicklung des Übergangsbereichs zu einem System

Der schulische Übergangsbereich in Hessen soll reformiert werden. Darauf verständigten sich die Partner im „Bündnis Ausbildung Hessen für die Jahre 2015 bis 2019“ aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Kommunalen Spitzenverbänden, der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit und der Hessischen Landesregierung. Seit August 2017 wird das Modellprojekt BÜA (Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung) als Schulversuch mit 26 Schulen an 12 Standorten erprobt. Dazu wurden verschiedene schulische Angebote des Übergangsbereichs zusammengefasst und strukturell und inhaltlich neu ausgerichtet. Schwerpunkte sind eine explizite Berufsorientierung durch vielfältige berufsnahe Praxis und Betriebsphasen sowie eine Stärkung allgemeiner Grundlagen, personaler und sozialer Kompetenzen der Teilnehmenden. Das Ziel ist eine zügige Hinführung der Schülerinnen und Schüler zur dualen Berufsausbildung. Bereits nach einem Jahr sollen zwei Drittel der Jugendlichen in eine duale Berufsausbildung übergehen.

 

Individuelle Begleitung am Übergang Schule – Beruf

Eine individuelle Begleitung soll jungen Menschen den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern. Im ESF-Bundesprogramm Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) sind in Hessen für die Schuljahre 2015/2016 bis 2018/2019 jährlich rund 1.400 Plätze für Schülerinnen und Schüler vorgesehen.


Zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen bestehen zwei Ansätze: die vom Land Hessen geförderte Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Schule (QuABB), die mit hauptamtlichen Ausbildungsbegleitern an den Berufsschulen Auszubildende und Betriebe bei Problemlösungen unterstützt, und die BMBF-geförderte ehrenamtliche Ausbildungsbegleitung Initiative zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen (VerA) des Senior Experten Service (SES). QuABB und die Initiative VerA arbeiten auf Grundlage der Bund-Länder-BA-Vereinbarung und einer eigenen Kooperationsvereinbarung intensiv zusammen.

 

Ausbau inklusiver Ansätze am Übergang Schule – Beruf

Hessen verstetigt die in der „Initiative Inklusion“ des Bundesarbeitsministeriums entwickelten berufsorientierenden Maßnahmen für junge Menschen mit Behinderung. Für Schülerinnen und Schüler mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung in den Schwerpunkten geistige, körperliche und motorische Entwicklung sowie Hören und Sehen oder einer Behinderung in diesen Bereichen, sollen im Sinne der Anforderungen der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK) die Zugangschancen zum allgemeinen Arbeitsmarkt verbessert werden.

Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, eine Entscheidung über den eigenen Berufsweg treffen zu können. Die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, das Hessische Kultusministerium und das Hessische Ministerium für Soziales und Integration haben in einer Verwaltungsvereinbarung eine übergreifende Zusammenarbeit festgelegt, um den hierfür erforderlichen Rahmen zu schaffen. Gemeinsames Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler mit o.g. Anspruch auf sonderpädagogische Förderung oder einer Behinderung in diesen Bereichen durch eine frühzeitige und systematische berufliche Orientierung dabei zu unterstützen, eine individuelle, fähigkeitsgerechte Alternative zu einer Beschäftigung in Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) entwickeln zu können.

Der Integrationsfachdienst (IFD) bzw. das Berufsbildungswerk (BBW) unterstützen als externe Dienstleister mit ihrer Fachkompetenz in der Thematik „Beschäftigung von Menschen mit Behinderung“ und ihren Angeboten die schulischen Maßnahmen zur Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf ihr vorhandenes Potenzial zur Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt. Für diese Maßnahmen werden jährlich 200 Plätze zur Verfügung gestellt.

 

Integration durch Ausbildung

Das Hessische Programm „Wirtschaft integriert“ richtet sich an junge Menschen unter 27 Jahren. Ziel ist es, junge Menschen mit Sprachförderbedarf (Migrantinnen und Migranten, Geflüchtete) so vorzubereiten und zu begleiten, dass ihnen der Einstieg in die betriebliche Ausbildung gelingt und ein erfolgreicher Ausbildungsabschluss erreicht werden kann. Das Programm besteht aus mehreren, aufeinander abgestimmten Förderbausteinen mit integrierter Sprachförderung, die von der Berufsorientierung bis zur Ausbildungsbegleitung reichen.
Mit dem Leuchtturmprojekt N.I.S. – 2.0 werden innovative zielgruppenadäquate Informations- und Beratungsangebote für Studienzweiflerinnen und Studienzweifler entwickelt, erprobt und an allen sieben hessischen Hochschulstandorten implementiert. Mit den Beratungsangeboten sollen Studierende frühzeitig über alternative Bildungswege in der beruflichen Bildung in Hessen informiert werden. Für die Umsetzung arbeiten Hochschulen, Kammern und Agenturen für Arbeit eng zusammen. Das Projekt ist Teil der 2014 gestarteten Gesamtinitiative des Bundesbildungsministeriums zur Gewinnung von Studienabbrecherinnen und Studienabbrechern für die berufliche Bildung.

 
 

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