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ESF-Bundesprogramm
Berufseinstiegsbegleitung
bis Ende 2018


Ausgewählte Schulen: 211
Teilnehmer/innen-Plätze: 2342


Mit der Bund-Länder-BA-Vereinbarung stärkt Niedersachsen die Berufliche Orientierung an allen Schulformen im Sekundarbereich I und II der allgemein bildenden Schulen und fördert die Integration von jungen Menschen in Ausbildung.

Die Berufliche Orientierung in Niedersachsen soll dazu beitragen, dass Jugendliche von der Schule bis zum Ausbildungs- oder Studienbeginn individuell unterstützt werden. Die modulare Angebotspalette an Berufsorientierungsmaßnahmen reicht von der Potenzialanalyse, dem Schülerbetriebspraktikum, den Betriebserkundungen, der Mitwirkung in einer Schülerfirma bis hin zu Maßnahmen der vertieften Berufsorientierung.

Berufliche Orientierung

Grundlage für den zum 1.10.2018 in Kraft getretenen Erlass „Berufliche Orientierung an allgemein bildenden Schulen“ in Niedersachsen stellt das im Herbst 2017 veröffentlichte „Musterkonzept zur Berufs- und Studienorientierung mit Handreichungen“ dar, dessen Entwicklung durch das „Bündnis Duale Berufsausbildung“ vorangetrieben wurde. Eine wesentliche Neuerung ist, dass die Berufliche Orientierung an allen Schulformen zur gesamtschulischen Aufgabe qualifiziert wurde. Ab der fünften Jahrgangsstufe wird in allen allgemein bildenden Schulen Niedersachsens ein systematischer Prozess zur Beruflichen Orientierung eingeleitet, der in den schuleigenen Curricula zur Beruflichen Orientierung zu dokumentieren ist. Dabei gilt es ein adressatengerechtes, stärkenorientiertes und auf die individuellen Bedürfnisse der Jugendlichen abgestimmtes Konzepts niederzulegen.

Um die allgemein bildenden Schulen bei der Umsetzung ihrer schuleigenen BO – Konzepte zu unterstützen, stellt das Land Niedersachsen zahlreiche Unterstützungssysteme zur Verfügung.

Potenzialanalyse

Ab dem Schuljahr 2018/19 ist eine Potenzialanalyse in Niedersachsen an allgemein bildenden Schulformen verpflichtend. Um die aktuell unterschiedlichen Verfahren dabei flächendeckend von einem einheitlichen Verfahren abzulösen, wird allen Schulen die modular aufgebaute „Kompetenzanalyse Profil AC Niedersachsen“ angeboten, die von Lehrkräften durchgeführt wird. Dieses Verfahren wird aktuell im Rahmen einer Kooperation zwischen den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Niedersachsen weiterentwickelt für den Sekundarbereich II.

Das Verfahren ist in Teilen onlinebasiert und modular aufgebaut. Dies heißt konkret, dass die Lehrkräfte bei der Durchführung der Kompetenzanalyse aus einem Pool unterschiedlicher Module wählen können, um den spezifischen Bedürfnissen der jeweiligen Lerngruppe gerecht zu werden.

Ziel des Verfahrens ist, die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrem entwicklungspsychologischen Stand über die Einschätzung der eigenen Kompetenzen schrittweise an eine fundierte Berufswahlentscheidung heranzuführen.

Werkstatttage

Mit den Werkstatttagen des landesspezifischen Berufsorientierungsprogramms (BOP) wird den Schülerinnen und Schülern allgemein bildender Schulen eine frühe, handlungsgeleitete Orientierung über die Berufsfelder ermöglicht.

Aufbauend auf der Potenzialanalyse sollen die Schülerinnen und Schüler der allgemein bildenden Schulen an Werkstatttagen oder entsprechenden Modulen der Berufsorientierungsmaßnahmen (BOM) nach § 48 SGB III BOM teilnehmen.

Koordinierungsstelle Berufsorientierung

Die Koordinierungsstelle Berufsorientierung vermittelt ein breit gefächertes Angebot an Maßnahmen der vertieften Berufsorientierung (BOM) – je nach Bedarf und Kapazität – allen allgemein bildenden Schulen für ihre Schülerinnen und Schüler. Dabei entlastet sie die Schulen von organisatorischen Aufgaben, Vertragsabschlüssen mit Bildungsträgern und der gesamten Finanzierung der Maßnahmen. Zahlreiche Module mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung für alle Schulformen sind über diese Servicestelle abrufbar. Zudem bietet sie den Vorteil, dass sie durch die flexible Anpassung ihres Angebots auf aktuelle Erfordernisse zeitnah reagieren kann.

Der Fortbestand der Koordinierungsstelle Berufsorientierung wurde vom Land Niedersachsen in Kooperation mit der Regionaldirektion Niedersachsen – Bremen der Bundesagentur für Arbeit zunächst bis zum 31.12.2020 gesichert.

 

Weiterentwicklung des Übergangsbereichs zu einem System

Niedersachsen strebt an, die verschiedenen Bildungsgänge der schulischen Ausbildungsvorbereitung (Berufsvorbereitungsjahr, Berufseinstiegsklasse) zu einem einheitlichen Bildungsgang „Berufseinstiegsstufe“ (BEST) zusammenzulegen. Mit Einführung der Berufseinstiegsstufe, die an acht Standorten erprobt wird, sollen schulpflichtige Jugendliche mit besonderem Förderbedarf möglichst während des Bildungsgangs oder direkt im Anschluss in eine duale Berufsausbildung übergehen und damit Warteschleifen vermieden werden.

Für die Zielgruppe Schülerinnen und Schüler mit Sekundarabschluss I – Realschulabschluss, die noch nicht in eine Berufsausbildung vermittelt werden konnten, wird in Niedersachsen an neun Schulen die „Höhere Handelsschule dual“ bzw. die „Höhere Handelsschule dual plus“ erprobt. Vorrangiges Ziel ist die berufliche Grundbildung im kaufmännischen Berufsbereich, die aufeinander abgestimmte Ausbildungsphasen an den Lernorten berufsbildende Schule und Betrieb umfasst. Durch die gegenüber der bisherigen Berufsfachschule umfangreicheren praktischen Ausbildungszeiten in den Unternehmen soll die berufliche Orientierung der Jugendlichen abgesichert und die Vermittlung in eine einschlägige duale Berufsausbildung gefördert werden. In der Variante „dual plus“ können zudem unter Umständen die Voraussetzungen für die Aufnahme in die Klasse 12 der Fachoberschule erreicht werden.

Darüber hinaus verfolgt das Land mit verschiedenen ESF-Programmen („Perspektive Berufsausbildung“, „Innovative Bildungsprojekte der beruflichen Erstausbildung“) das Ziel, jungen Menschen nach der Schule eine Anschlussperspektive für eine passende duale Berufsausbildung zu eröffnen und dazu beizutragen, dass diese erfolgreich innerhalb der Ausbildungszeit durchlaufen und beendet wird. So werden im Programm „Perspektive Berufsausbildung“ Ausbildungsverbünde organisiert, damit Betriebe, die allein nicht alle Ausbildungsinhalte abdecken können, insbesondere benachteiligte Bewerberinnen und Bewerber auf dem Ausbildungsmarkt ausbilden können. Des Weiteren erhalten Betriebe, die Auszubildende aus Insolvenzbetrieben übernehmen und damit Ausbildungsabbrüche verhindern, eine Förderung der Ausbildungsvergütung.

Jugendberufsagenturen

Niedersachsen unterstützt und begleitet den Aufbau von Jugendberufsagenturen. In Jugendberufsagenturen kooperieren Bundesagentur für Arbeit, Jobcenter und Jugendhilfe mit dem Ziel, dass niemand am Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf verloren geht. In einer Jugendberufsagentur werden die Beratungs- und Unterstützungsangebote dieser drei Rechtskreise gebündelt, so dass eine bedarfsgerechte Begleitung der Schülerinnen und Schülern sowohl beim Prozess der Beruflichen Orientierung als auch beim Einstieg in Ausbildung, Studium und Erwerbsleben ermöglicht wird. Die Jugendberufsagenturen arbeiten mit den abgebenden allgemein bildenden Schulen sowie mit den aufnehmenden berufsbildenden Schulen zusammen und bilden mit weiteren Partnern wie den Kammern und den Sozialpartnern ein Netzwerk für die Berufliche Orientierung der Schülerinnen und Schüler.

Eine landesweite Rahmenvereinbarung über die Zusammenarbeit in Jugendberufsagenturen in Niedersachsen wurde vom Niedersächsischen Kultusministerium, der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit und der AG der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsen unterzeichnet. Die Beratung für Berufliche Orientierung bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde unterstützt die Jugendberufsagenturen bei der Kooperation mit den allgemein bildenden Schulen. Die an den berufsbildenden Schulen angesiedelten Leitstellen „Region des Lernens“ bringen einen Teil ihrer Ressourcen in die Jugendberufsagenturen ein und werden dabei durch die Fachberatung der Niedersächsischen Landesschulbehörde begleitet.

 

Individuelle Begleitung am Übergang Schule – Beruf

Eine individuelle Begleitung soll jungen Menschen den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern. Im ESF-Bundesprogramm Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) sind für die Schuljahre 2015/2016 bis 2018/2019 jährlich rund 2.330 Plätze für Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Niedersachsen vorgesehen.

In der bundesweiten Initiative VerA zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen werden Auszubildende durch ehrenamtliche Ausbildungsbegleiterinnen und Ausbildungsbegleiter des Senior Experten Service (SES) begleitet. Das auf Freiwilligkeit und Hilfe zur Selbsthilfe basierende Coaching-Programm ergänzt die Ausbildungsberatung der Kammern.

 

Ausbau inklusiver Ansätze am Übergang Schule – Beruf

Ab Schuljahr 2018/2019 sind alle berufsbildenden Schulen in Niedersachsen „Inklusive Schulen“. Inklusiv beschulte Schülerinnen und Schülern sollen verschiedene Möglichkeiten zur Schulpflichterfüllung erhalten. In verschiedenen Projekten und Programmen werden bzw. wurden entsprechende Angebote entwickelt und erprobt. So wurden in „Teilhabe und Inklusion im Übergang Schule – Beruf Modellregion Lüneburg“ (TIM) an drei Standorten Konzepte entwickelt und erprobt, die den Weg zu inklusiven berufsbildenden Schulen weisen. In „Chefsache Inklusion“ werden Betriebe informiert und aktiviert, damit diese jungen Menschen mit Handicap eine Chance auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt geben.

 

Integration durch Ausbildung

Das Sprach- und Integrationsprojekt (SPRINT) ist ein Schulversuch zur Erprobung eines neuen pädagogischen und organisatorischen Konzeptes für zugewanderte Jugendliche  im Alter von 16 bis 21 Jahren. Die Jugendlichen sollen im ersten Jahr (SPRINT) möglichst schnell und intensiv mit der deutschen Sprache,  der regionalen Kultur- und Lebenswelt sowie dem Berufs- und Arbeitsleben vertraut werden. Im zweiten Jahr (SPRINT-Dual) können sie anschließend im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung (3,5 Tage Betrieb und 1,5 Tage theoretische Ausbildung an einer BBS) an eine Berufsausbildung herangeführt. Alle SPRINT-Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchlaufen das Kompetenzfeststellungsverfahren „komPASS³“, ein Verfahren, das speziell für zugewanderte Jugendliche an niedersächsischen berufsbildenden Schulen entwickelt wurde.

 
 

Dokumente

Ansprechpartner

  • Niedersächsisches Kultusministerium

    • Schiffgraben 12
    • 30159 Hannover
    • Homepage: http://www.mk.niedersachsen.de