Rheinland-Pfalz

Deutschland
Rheinland-Pfalz
Hamburg Bremen Bremen Berlin Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg Sachsen-Anhalt Sachsen Thüringen Bayern Baden-Württemberg Hessen Saarland Rheinland-Pfalz Nordrhein-Westfalen Niedersachsen Niedersachsen Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein

ESF-Bundesprogramm
Berufseinstiegsbegleitung
bis Ende 2018


Ausgewählte Schulen: 252
Teilnehmer/innen-Plätze: 1306


Mit der Bund-Länder-BA-Vereinbarung fördert Rheinland-Pfalz eine strukturierte Berufswahlvorbereitung an allen weiterführenden Schulen. Geplant ist, die Jugendberufsagenturen auszuweiten und den Übergangsbereich weiter zu verbessern.

Mit der „Landesstrategie zur Fachkräftesicherung in Rheinland-Pfalz 2014 – 2017“ und ihrer Fortschreibung als „Fachkräftestrategie für Rheinland-Pfalz 2018-2021“ hat das Land ein umfassendes Konzept zur Berufswahlvorbereitung und Studienorientierung sowie zum Übergang von der Schule in den Beruf verankert. Die Bund-Länder-BA-Vereinbarung unterstützt die Landesstrategie mit den dort festgelegten Zielen. Erreicht werden soll eine Sicherung des Fachkräftenachwuchses von der Erschließung bislang ungenutzter Potenziale bis hin zum Erhalt und Ausbau vorhandener Kompetenzen der Beschäftigten.

Berufliche Orientierung

In Rheinland-Pfalz bildet das Gesamtkonzept „Zukunft läuft“ den Rahmen für eine strukturierte Berufs- und Studienorientierung. Die Grundlage hierzu liefert die „Richtlinie zur Schullaufbahnberatung sowie Berufswahlvorbereitung und Studienorientierung“, mit der für alle weiterführenden Schulen verbindliche Mindeststandards für die Berufs- und Studienorientierung festgelegt wurden. Eine Servicestelle für Berufsorientierung des Pädagogischen Landesinstituts dient als Anlaufstelle für die rund 580 Berufswahlkoordinatorinnen und -koordinatoren an Schulen und andere interessierte Lehrkräfte. Auch die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern ist in einer Rahmenvereinbarung zur Berufswahlvorbereitung und Studienorientierung für die Jahre 2015 bis 2020 festgelegt.

Als zentrales Element von „Zukunft läuft“ informieren Schulen am „Tag der Berufs- und Studienorientierung“ zusammen mit Partnern aus Wirtschaft, Hochschulen und der Bundesagentur für Arbeit Schülerinnen und Schüler sowie Eltern über Qualifizierungswege in Ausbildung und Studium. Alle Schülerinnen und Schüler sind verpflichtet, ein Berufswahlportfolio zu führen.

Die App „Zukunft läuft“ bietet einen ersten Interessencheck zu Berufsvorstellungen, in der verschiedene Ausbildungs- und Studienoptionen nach Interessenlage gegenübergestellt werden. Sie soll einen Bogen zur Potenzialanalyse schließen. Die App wird sukzessive weiterentwickelt, z. B. durch Unterstützung des schulischen Praktikums mit Checkliste, Tipps zur Bewerbung und Bewerbungsgespräch oder einen Reflexions-Check.

Die Potenzialanalyse nach dem Verfahren Profil AC wird an allen Schulen mit Bildungsgang Berufsreife sukzessive eingeführt und für alle weiteren Bildungsgänge weiterentwickelt. Das Verfahren, das von geschulten Lehrkräften durchgeführt wird, steht allen Schulen zur Verfügung.

Beim Praxistag in Klasse 8 oder 9 an allen allgemeinbildenden Schulen im Bildungsgang Berufsreife verbringen die Schülerinnen und Schüler einen Tag in der Woche (für sechs bis zwölf 12 Monate) im Betrieb. „Keine(r) ohne Abschluss“ ist ein fakultatives 10. Schuljahr an ausgewählten Realschulen plus für Jugendliche ohne Schulabschluss. Das Projekt bietet diesen Jugendlichen eine Chance, den Abschluss Berufsreife zu erreichen.

 

Weiterentwicklung des Übergangsbereichs zu einem System

Rheinland-Pfalz entwickelt ein Landeskonzept zum Übergang Schule – Beruf, um die Maßnahmen am Übergang aufeinander abzustimmen und Parallelstrukturen abzubauen.

In der Berufsfachschule 1, die zu einer fachrichtungsbezogenen beruflichen Grundbildung führt, sind Praxisphasen im Betrieb obligatorisch. Mit dem Modellprojekt „Fördergespräche“ (in Mainz und dem Landkreis Birkenfeld) werden in Kooperation mit den Jugendberufsagenturen Schülerinnen und Schüler beraten. Dadurch sollen besonders förderbedürftige Jugendliche bessere Anschlussperspektiven nach der Schule erhalten. Das Konzept der Fördergespräche soll nach einer Auswertung an weiteren Standorten eingeführt werden.

Formen der rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit (Jugendberufsagenturen), z. B. unter einem Dach in Mainz oder virtuell im Landkreis Birkenfeld, werden ausgebaut. Ziel ist, ein flächendeckendes Angebot sowie die systematische und verbindliche Einbeziehung der schulischen Ebene zu erreichen.

 

Individuelle Begleitung am Übergang Schule – Beruf

Eine individuelle Begleitung soll jungen Menschen den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern. Im ESF-Bundesprogramm Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) sind für die Schuljahre 2015/2016 bis 2018/2019 jährlich rund 1.300 Plätze für Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Rheinland-Pfalz vorgesehen.

Das Landesprojekt JobFUX bietet individuelle Beratung rund um die Themen Berufswahl, Bewerbung, Schul- und Ausbildungssystem. Eine feste Ansprechperson an Schule berät Schülerinnen und Schüler beim Übergang von der Schule in den Beruf. Beide Maßnahmen (JobFUX und BerEb) werden so abgestimmt, dass vor Ort jeweils nur eines der beiden Instrumente zur Verfügung steht.

In der bundesweiten Initiative VerA zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen werden Auszubildende durch ehrenamtliche Ausbildungsbegleiterinnen und Ausbildungsbegleiter des Senior Experten Service (SES) begleitet. Das auf Freiwilligkeit und Hilfe zur Selbsthilfe basierende Coaching-Angebot bietet jungen Menschen Unterstützung beim Start ins Berufsleben.

 

Ausbau inklusiver Ansätze am Übergang Schule – Beruf

Ein flächendeckendes Angebot an Berufsorientierungsmaßnahmen besteht für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unabhängig von Behinderungsart und Schulform seit dem Schuljahr 2014/2015. Durch eine inklusive Berufsorientierung soll der Weg in eine reguläre Berufsausbildung vorbereitet und Sonderwege (z. B. Werkstätten für behinderte Menschen) möglichst vermieden werden. Schülerinnen und Schüler mit Förderschwerpunkt „Lernen“, für die der Besuch des Berufsvorbereitungsjahres zielführend ist, werden durch den Integrationsfachdienst individuell begleitet.

 

Integration durch Ausbildung

Mit der Kompetenzanalyse „2P| Potenzial & Perspektive“ werden fachliche und überfachliche Kompetenzen sowie bildungsbiografische Informationen zugewanderter Schülerinnen und Schüler erfasst. Rheinland-Pfalz hat das in Baden-Württemberg entwickelte und bereits erfolgreich eingesetzte Analyseverfahren nach einer Testphase flächendeckend übernommen. Das Land informiert mit mehrsprachigen Materialien über das Verfahren.

Das rheinland-pfälzische Sprachförderkonzept für Schülerinnen und Schüler mit Migrations- bzw. Fluchthintergrund und Sprachförderbedarf umfasst alle Institutionen entlang der Bildungskette (Elementarbereich bis berufsbildende Schule) und wird kontinuierlich weiterentwickelt und an die Bedarfe der Schulen angepasst.

Den Ansatz von „Fit für den Job“ aufgreifend werden junge Geflüchtete mit dem Ziel gefördert, ihre Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern. Der modular angelegte ESF-Förderansatz „Fit für den Job für Flüchtlingeumfasst Bausteine wie das Kennenlernen und Bewähren im betrieblichen Umfeld, das erfolgreiche Absolvieren von Qualifizierungsmodulen und die Unterstützung bei der Vermittlung in Ausbildung oder Arbeit.

Die landesweite KAUSA Servicestelle Rheinland-Pfalz berät und informiert an den Standorten Koblenz, Trier, Kaiserslautern und Mainz Selbstständige und Jugendliche mit Migrations- und Fluchthintergrund sowie deren Eltern zum Thema duale Ausbildung.

 
 

Dokumente

Ansprechpartner

  • Ministerium für Bildung

    • Mittlere Bleiche 61
    • 55116 Mainz
    • Telefonnummer: 06131 16-0
    • Faxnummer: 06131 16-2997
    • E-Mail-Adresse: poststelle@bm.rlp.de
    • Homepage: https://bm.rlp.de/de/startseite/