Sachsen-Anhalt

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ESF-Bundesprogramm
Berufseinstiegsbegleitung
bis Ende 2018


Ausgewählte Schulen: 108
Teilnehmer/innen-Plätze: 1269


Durch eine systematische Berufs- und Studienorientierung stärkt Sachsen-Anhalt die Berufswahlkompetenzen von Schülern/innen an allgemeinbildenden Schulen zur individuellen Gestaltung des Übergangs von der Schule in eine Ausbildung oder ein Studium.

Mit Bezug auf die curriculare Verankerung in den Lehrplänen werden Inhalte zur Berufs- und Studienorientierung fächerübergreifend und fächerverbindend vermittelt. Unterstützt durch schulspezifische Konzepte, die Bestandteil der Schulprogramme sind, wird die Berufswahlkompetenz systematisch entwickelt. Die Leitlinie zur Berufs- und Studienorientierung an den Gymnasien und die Leitlinie zur Berufswahlvorbereitung an den Sekundar-, Gemeinschafts-, Gesamt- und Förderschulen bieten einen Orientierungsrahmen für zeitliche und inhaltliche Ausgestaltung von Schulkonzepten und für die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern.

Berufliche Orientierung

Das Landesprogramm „Berufsauswahl Richtig Angehen Frühzeitig Orientieren“ (BRAFO) ist modular aufgebaut und eröffnet Schülerinnen und Schülern der Sekundar-, Gemeinschafts-, Gesamt- und Förderschulen in den Schuljahrgängen 7 und 8 im Modul I die Möglichkeit, Interessenerkundungen in vier Lebenswelten und 12 Tätigkeitsfeldern durchzuführen und erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Ergänzt wird die Interessenerkundung durch die Kompetenzerkundung (BRAFO-KE). Das Verfahren der Kompetenzerkundung beruht ebenfalls auf dem Lebenswelt- und Tätigkeitsansatz. Die Kompetenzerkundung soll mögliche Konflikte, etwa zwischen Selbsteinschätzung und tatsächlicher Performance sichtbar machen und durch nachfolgende Beratung korrigiert werden.

Im Modul II (fakultative Schülerferienpraktika) können Schülerinnen und Schüler ein einwöchiges begleitetes Praktikum in einem Betrieb /einer Einrichtung absolvieren. Im 8. und 9. Schuljahrgang finden auf der Grundlage des Erlasses vom 25.06.2014 „Praxisorientierte Unterrichtsformen in der Sekundarschule, Gesamtschule, Gemeinschaftsschule und Förderschule“ 10-tägige Schülerbetriebspraktika statt. Schulen haben zudem die Möglichkeit, Projekttage zu bündeln, um diese für berufsorientierende Angebote in Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft zu nutzen.

 

Weiterentwicklung des Übergangsbereichs zu einem System

Sachsen-Anhalt hat das schulische Übergangssystem praxisnah umgebaut. Das Berufsvorbereitungsjahr ist stärker betrieblich ausgerichtet und setzt den Fokus auf Jugendliche, die schulpflichtig sind, in keinem Ausbildungsverhältnis stehen, eine berufliche Ausbildungsvorbereitung benötigen und/oder ihren Schulabschluss nachholen möchten. Grundsätzlich wurden die vollzeitschulischen Bildungsgänge reduziert. Derzeit gibt es ein Modellprojekt zur Umstellung der zweijährigen Berufsfachschule (BFS) ohne beruflichen Abschluss in der Fachrichtung Technik auf eine einjährige BFS, die den Erwerb des Realschulabschlusses ermöglicht.

Die Einstiegsqualifizierung als Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit wird im berufsschulischen Bereich durch wöchentlich einen Unterrichtstag (sechs Unterrichtsstunden) ergänzt (EQ+).

Über das Landesprogramm „Regionales Übergangsmanagement“ (RÜMSA) wird eine Gesamtkoordinierung der Akteure und Prozesse am Übergang von der Schule in den Beruf sichergestellt. Das Landesprogramm unterstützt Kooperationsverbünde auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte, um funktionierende zuständigkeits- und rechtskreisübergreifende Kooperations- und Unterstützungsstrukturen für Jugendliche am Übergang Schule – Beruf aufzubauen und zu verstetigen.

 

Individuelle Begleitung am Übergang Schule – Beruf

Sachsen-Anhalt nutzt die Möglichkeiten des Paragrafen 130 Abs. 8 SGB III zur Umsetzung der Assistierten Ausbildung für weitere Zielgruppen: Mit dem Landesprogramm „Zukunftschance Assistierte Ausbildung (ZaA)“ werden Jugendliche mit schwierigen Ausgangsbedingungen und hohem Förderbedarf durch entsprechende Vorbereitung und intensive sozialpädagogische Begleitung darin unterstützt, erfolgreich eine reguläre Ausbildung zu absolvieren. Zusätzliche Unterstützung erhalten vor allem Jugendliche, die sich für eine Ausbildung in einem geschlechtsuntypischen Beruf entschieden haben, oder Jugendliche mit Mobilitätsproblemen.

Auch Jugendliche mit Migrationshintergrund, insbesondere junge Geflüchtete, sowie Jugendliche mit Behinderungen sollen von dem Unterstützungsangebot profitieren. Unternehmen und Ausbildungsverantwortliche erhalten mit dem Landesprogramm zusätzliche Coaching-Angebote zur Verbesserung der Ausbildungsqualität und zur Unterstützung der pädagogischen Arbeit mit den Jugendlichen.

Darüber hinaus erhalten Betriebe durch die ZaA-Kammerkoordinierung Unterstützung im Bereich des Ausbildungsmanagements, z. B. durch Unterstützung bei der Akquise von Auszubildenden in Abstimmung mit der Bundesagentur für Arbeit in der ausbildungsvorbereitenden Phase oder durch Kooperation und Informationsaustausch mit den Ausbildungsverantwortlichen. Hierfür ist u. a. auch ein Einzel- oder Gruppencoaching möglich, mit dem Ziel, die pädagogische Kompetenz zu erhöhen und alternative Handlungsmöglichkeiten zu erkennen und Lösungsansätze zu entwickeln sowie zu erproben.

Eine individuelle Begleitung soll jungen Menschen den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern. Im ESF-Bundesprogramm Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) sind für die Schuljahre 2015/2016 bis 2018/2019 jährlich rund 1.000 Plätze für Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Sachsen-Anhalt vorgesehen.

In der bundesweiten Initiative VerA zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen werden Auszubildende durch ehrenamtliche Ausbildungsbegleiterinnen und Ausbildungsbegleiter des Senior Experten Service (SES) begleitet. Das auf Freiwilligkeit und Hilfe zur Selbsthilfe basierende Coaching-Angebot bietet jungen Menschen Unterstützung beim Start ins Berufsleben.

 

Ausbau inklusiver Ansätze am Übergang Schule – Beruf

Eine inklusive und geschlechtergerechte Ausgestaltung wird in Sachsen-Anhalt als wesentliches Prinzip und Qualitätsmerkmal aller Berufsorientierungs- und Übergangsprogramme und -aktivitäten verstanden. Alle Module des Landesberufsorientierungsprogramms BRAFO berücksichtigen Inklusion. Der Teilnahmeerfolg von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen soll insbesondere durch methodische und inhaltliche Anpassungen und durch zusätzliche professionelle Begleitungen gewährleistet werden.

Im Programm „Zukunftschance assistierte Ausbildung“ sind Jugendliche mit Lernbehinderungen eine Schwerpunktzielgruppe. Das Landesprogramm „Regionales Übergangsmanagement“ (RÜMSA) sieht besondere Förderanreize für inklusive ausgestaltete Unterstützungsprojekte am Übergang Schule – Beruf vor.

 

Integration durch Ausbildung

Das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration fördert mit „BRAFO für junge Geflüchtete“ (BRAFOjG) vier Modellprojekte in Sachsen-Anhalt. Drei Projekte kombinieren in Jugendintegrationskursen die Berufsorientierung junger Geflüchteter mit dem Erwerb sprachlicher Kompetenzen zum Niveau B1. Ziel hierbei ist die Herausbildung eines passenden Berufswunsches bzw. die Konkretisierung des Bildungsweges bei den teilnehmenden jungen Menschen. Aus der Entwicklung und Erprobung in den regionalen Einzelmaßnahmen entsteht ein nachnutzbares didaktisches Modell der Berufsorientierung für diese Zielgruppe. Die Angebote der Modellprojekte BRAFOjG sind Teil einer landesweit abgestimmten Kette zur Unterstützung junger Geflüchteter am Übergang Schule – Beruf.

Jugendliche und junge Erwachsene, die sich in der Maßnahme EQ+ befinden und deren Muttersprache nicht deutsch ist, können bei Bedarf und Zustimmung des Betriebes zur Sprachförderung an einem zusätzlichen Tag in eine Lerngruppe EQ++ aufgenommen werden.

Jugendliche, die einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben und die Berufsschule besuchen können zur Sprachförderung im Fach Deutsch und im Wahlpflichtangebot eine individuelle Sprachförderung insbesondere für den Erwerb berufsbezogener Fachbegriffe erhalten. Die Schule kann zur Sprachförderung in der Berufsschule bis zu zwei Wochenstunden zusätzlich und fakultativ zum regulären Berufsschulunterricht durchführen, sofern die personellen und sächlichen Voraussetzungen gegeben sind und die Zustimmung des jeweiligen Ausbildungsbetriebes vorliegt.

Für Schülerinnen und Schüler, die integrativ in den vollzeitschulischen Bildungsgängen unterrichtet werden, organisiert die Schule eigenverantwortlich die Sprachförderung zur Weiterentwicklung der Sprachkompetenz, insbesondere zum Erwerb der beruflichen Fachbegriffe. Dabei kann die Schule bildungsgangübergreifende oder integrative Sprachförderangebote einrichten.

 
 

Ansprechpartner

  • Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt

    • Turmschanzenstraße 32
    • 39114 Magdeburg
    • Telefonnummer: +49 391 567-7777
    • Faxnummer: +49 391 567-3695
    • E-Mail-Adresse: presse@min.mb.sachsen-anhalt.de
    • Homepage: https://mb.sachsen-anhalt.de/start/
  • Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt

    • Turmschanzenstraße 25
    • 39114 Magdeburg
    • Telefonnummer: 0391 567-4608
    • Faxnummer: 0391 567-4622
    • E-Mail-Adresse: ms-presse@ms.sachsen-anhalt.de
    • Homepage: https://ms.sachsen-anhalt.de/startseite-ms/