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ESF-Bundesprogramm
Berufseinstiegsbegleitung
bis Ende 2018


Ausgewählte Schulen: 73
Teilnehmer/innen-Plätze: 733


Schleswig-Holstein setzt in der Beruflichen Orientierung zum einen den Schwerpunkt einer kontinuierlichen Umsetzung als Querschnittaufgabe ab der 5. Jahrgangsstufe an Gemeinschaftsschulen bzw. ab der 7. Jahrgangsstufe an Gymnasien. Zum anderen verbindet das Land diese Regelaufgabe mit Potenzialanalysen und Coaching, vor allem über das ESF-geförderte Landesprogramm Handlungskonzept PLuS (Praxis, Lebensplanung und Schule).

Zurzeit erarbeitet die Landesregierung gemeinsam mit allen Partnern ein neues Gesamtkonzept für die Berufliche Orientierung aller weiterführenden Schularten. Ziel ist es, ein inklusives, klischeefreies Gesamtkonzept zu erarbeiten und damit die Berufliche Orientierung mit einer noch höheren Verbindlichkeit und Systematik und einem höheren Gewicht für konzeptbasiertes Arbeiten der Schulen weiterzuentwickeln. Das Konzept soll zum Schuljahr 2020/2021 eingeführt werden.

Berufliche Orientierung

Das „Landeskonzept zur Berufsorientierung für die Regional- und Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein“ (seit Februar 2013) beschreibt die schulischen Ziele, Standards und Aufgabenprofile in der Beruflichen Orientierung und der Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft. Es setzt damit einen Rahmen für alle wesentlichen Felder der Beruflichen Orientierung, den die Schulen eigenverantwortlich ausgestalten können und sollen. Ein erfolgreicher Schulabschluss und der möglichst direkte Übergang von der allgemein bildenden Schule in die Ausbildung eröffnet einerseits jungen Menschen die Chance auf Teilhabe in Beruf und Gesellschaft. Andererseits kann dadurch dem Fachkräftemangel begegnet werden. Die Regionalschulen sind 2016 in Gemeinschaftsschulen umgewandelt worden.

Die Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein setzen eine intensive Berufliche Orientierung um. Zu den Maßnahmen gehören insbesondere Praktika in Betrieben und Behörden, Werkstattunterricht/ Berufsfelderprobung, Betriebserkundungen, Bewerbungstrainings, Kooperationen mit Betrieben und berufsbildenden Schulen/Regionale Berufsbildungszentren, Einsatz von Multimediaprogrammen zur Berufsfindung, Job-Messen, Unternehmensplanspiele, Schülerfirmen, Berufs- und Reha-Beratung der Bundesagentur für Arbeit. Diese Maßnahmen sollen durch den Berufswahlpass oder ein anderes Portfolio-Instrument strukturiert und dokumentiert werden. Die Gymnasien beginnen in der Jahrgangsstufe 7.

Gemeinsam mit der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit finanziert das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (MBWK) des Landes Schleswig-Holstein das Handlungskonzept PLuS im Rahmen des Landesprogramms „Arbeit Schleswig-Holstein“, um die Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit Jugendlicher und deren möglichst direkten Übergang in betriebliche Ausbildung im Anschluss an die Schule zu fördern. Auch soll die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die einen Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss erreichen, erhöht werden. In der Förderperiode des Europäischen Sozialfonds 2014 - 2020 sollen etwa 17.000 Schülerinnen und Schüler am Handlungskonzept PLuS teilnehmen. Das Handlungskonzept PLuS ist ein eigenständiges Förderinstrument und ergänzt die Berufliche Orientierung an Schulen mit Blick auf den Übergang Schule – Beruf.

Über die Programme Handlungskonzept PLuS, Übergang Schule-Beruf, Berufsorientierungsprogramm (BOP) und Berufseinstiegsbegleitung erhalten die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschulen und Förderzentren ab der Jahrgangsstufe 7 eine Kompetenzfeststellung und Berufsfelderprobung. Das Handlungskonzept PLuS bietet ein Coaching, die Berufseinstiegsbegleitung die entsprechende individuelle Begleitung.

Am Ende der Jahrgangsstufe 7 entscheiden die Schulen, welche Schülerinnen und Schüler in einer flexiblen Übergangsphase (§ 43 Abs. 3 SchulG) auf den Ersten Allgemeinbildenden Schulabschluss vorbereitet werden. Die Schülerinnen und Schüler können in diesen Lerngruppen die Jahrgänge 8 und 9 in drei Schuljahren durchlaufen. Die flexiblen Übergangsphasen werden mit dem Handlungskonzept PLuS verzahnt, so dass diese Schülerinnen und Schüler über eine Potentialanalyse und ein bedarfsgerechtes Coaching auch in ihrer Beruflichen Orientierung gefördert werden.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist seit 2015 die Weiterentwicklung der Qualität in der Beruflichen Orientierung für alle weiterführenden Schularten. Grundlage für die Berufliche Orientierung aller dieser Schulen ist der mit allen Partnern erarbeitete Qualitätsrahmen zum Berufswahlsiegel. Darüber hinaus werden Schulen mit „vorbildlicher Beruflicher Orientierung“ zertifiziert.

Über die Personalqualifizierung des MBWK werden vielfältige Fortbildungen angeboten, die Lehrkräfte gemeinsam mit den im Übergang Schule -– Beruf wichtigen Akteuren (z.B. Coaching-Fachkräfte, Berufseinstiegsbegleitungen) absolvieren. So wird neben der fachlichen Qualifikation auch die Zusammenarbeit gestärkt. Die Coaching-Fachkräfte des Handlungskonzepts erhalten dabei die Möglichkeit der Zertifizierung und Supervision.

Die Kreisfachberaterinnen und -berater für Berufliche Orientierung koordinieren im Auftrag des Landes die regionale Berufliche Orientierung der Gemeinschaftsschulen und Förderzentren. Sie sind vor allem für die Schulen sowie für die Arbeitsagenturen, die Kammern, Verbände und Unternehmen die regionalen Ansprechpersonen in allen wesentlichen Fragen. Die Koordinatorinnen und Koordinatoren Schule-Wirtschaft/Berufliche Orientierung nehmen die entsprechenden Aufgaben für die Gymnasien und die Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe wahr.

 

Weiterentwicklung des Übergangsbereichs zu einem System

Mehrere tausend Jugendliche in Schleswig-Holstein absolvieren nach dem Verlassen der allgemein bildenden Schule ein Bildungsangebot einer berufsbildenden Schule oder eines anderen Trägers. Ziel ist es, dass mittelfristig möglichst viele Jugendliche nach der Schule direkt in eine Ausbildung gehen und diese erfolgreich absolvieren. In Jugendberufsagenturen stimmen Schulen, Arbeitsagenturen, Jugendhilfe und Jobcentern ihre Beratung und Förderung dieser Jugendlichen ab. Damit können die Jugendberufsagenturen eine zentrale Anlaufstelle für alle jungen Menschen unter 25 Jahren beim Übergang in das Berufsleben sein. In 7 von 15 Kreisen sind bisher Jugendberufsagenturen entstanden, in anderen Regionen ähnliche Strukturen entwickelt worden. Die Jugendberufsagenturen in Schleswig-Holstein arbeiten von Beginn an inklusiv und sie schließen neben den berufsbildenden auch die allgemeinbildenden Schulen und Förderzentren bewusst ein.

Das Land hat zudem erste Weichen gestellt, um die Zuständigkeiten für die berufliche Bildung stärker zu bündeln, um im Schwerpunkt die Verzahnung von Beruflicher Ausbildung und Arbeitswelt noch besser umzusetzen. Die Berufliche Bildung ist mit ihren sechs Schularten eine wesentliche Säule des Bildungssystems, die dessen vollständige Durchlässigkeit sichert und die es aus diesem Grund weiter zu stärken gilt. Sie ist zudem ein zentraler Akteur am Übergang Schule Beruf. Es soll beim für Arbeit und Berufliche Ausbildung zuständigen Ministerium ein eigenständiges „Schleswig-Holsteinisches Institut für Berufliche Bildung“ (SHIBB) gegründet werden. Ziel ist es, dass Jugendliche über die berufliche Bildung gut orientiert und möglichst reibungslos in den ersten Arbeitsmarkt finden.

 

Individuelle Begleitung am Übergang Schule – Beruf

Eine individuelle Begleitung soll jungen Menschen den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern. Neben dem Coaching im Handlungskonzept PLuS sind im ESF-Bundesprogramm Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) für die Schülerkohorten der Schuljahre 2015/2016 bis 2018/2019 jährlich rund 700 Plätze für Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Schleswig-Holstein vorgesehen.

In der bundesweiten Initiative VerA zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen werden Auszubildende durch ehrenamtliche Ausbildungsbegleiterinnen und Ausbildungsbegleiter des Senior Experten Service (SES) begleitet. Das auf Freiwilligkeit und Hilfe zur Selbsthilfe basierende Coaching-Angebot bietet jungen Menschen Unterstützung beim Start ins Berufsleben.

 

Ausbau inklusiver Ansätze am Übergang Schule – Beruf

Auch die Berufliche Orientierung an Schulen in Schleswig-Holstein ist dem Leitbild der inklusiven Schule verpflichtet. Sie wird für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Förderschwerpunkte gestaltet. Das 2016 auslaufende Bundesprogramm „Initiative Inklusion“ konnte in das Landesprogramm „Übergang Schule und Beruf“ überführt werden. Dadurch kann der Gruppe der schwerbehinderten Schülerinnen und Schüler, die nicht zu den Zielgruppen des ESF-geförderten Handlungskonzepts PLuS gehört, weiterhin die Unterstützung ab der Vorabgangsklasse in den Förderzentren und in den Gemeinschaftsschulen mit bzw. ohne Oberstufe sowie ggf. in den berufsbildenden Schulen durch die Integrationsfachdienste am Übergang Schule Beruf angeboten werden.

Gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention werden den Jugendlichen durch eine vertiefte Berufsorientierung (Potentialanalysen, Unterrichtsmodule), Praktika, Coaching und Berufswegekonferenzen unter Beteiligung der Reha-Beratung Möglichkeiten der Teilhabe am Arbeitsleben auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt im Anschluss an die Schule - als Alternative zur Werkstatt für behinderte Menschen - eröffnet. Ausgehend von diesem Projekt gab es im Schuljahr 2017/2018 für Jugendliche mit dem Förderbedarf Geistige Entwicklung nach dem Absolvieren der allgemeinen Schulpflicht (SchulG § 20 Abs. 2) bereits an zehn Standorten dreijährige inklusive Anschlussmaßnahmen an berufsbildenden Schulen mit dem Ziel der Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Dadurch konnte der Automatismus, dass diese Schülerinnen und Schüler ihre Berufsschulpflicht in der Werkstufe der Förderzentren absolvieren, um direkt in die Werkstätten für behinderte Menschen einzumünden, durch bundesweit einmalige kooperative Berufsorientierungsprojekte bereits in einigen Regionen des Landes unterbrochen werden.

 

Integration durch Ausbildung

Das Land Schleswig-Holstein fördert seit 2017 Bildungsmaßnahmen für volljährige Geflüchtete, die auf Ausbildung, Arbeit und externen Schulabschluss vorbereiten. Wichtiges Element der Maßnahmen ist die Sprachförderung. Die niedrigschwelligen Maßnahmen werden ergänzend und nachrangig zu den Fördermaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt und decken entsprechende Förderlücken insbesondere für Geflüchtete mit unsicherer Bleibeperspektive. Maßnahmenträger sind vor allem Einrichtungen des Jugendaufbauwerkes Schleswig-Holstein.

Das vom Arbeitsministerium Schleswig-Holstein geförderte Netzwerk „Alle an Bord“ unterstützt Geflüchtete unabhängig vom Alter und Aufenthaltsstatus u. a. bei der Integration in eine duale oder schulische Ausbildung.

Die KAUSA Servicestelle Kiel hilft Jugendlichen mit Migrationshintergrund dabei, einen Ausbildungsplatz zu finden und geht dabei auch gezielt auf migrantengeführte Betriebe zu, um diese als Ausbildungsbetriebe zu gewinnen.

 
 

Ansprechpartner

  • Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein

    • Brunswiker Straße 16-22
    • 24105 Kiel
    • Telefonnummer: 0431 / 988-0
    • Homepage: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/III/iii_node.html