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ESF-Bundesprogramm
Berufseinstiegsbegleitung
bis Ende 2018


Ausgewählte Schulen: 88
Teilnehmer/innen-Plätze: 840


Mit der Bund-Länder-BA-Vereinbarung weitet Thüringen die Berufliche Orientierung an allgemein bildenden Schulen aus. Kernbestandteil ist ein praxisbezogenes Testverfahren, das Schüler/innen bei der Bewertung ihrer Kompetenzen unterstützt.

Die Berufliche Orientierung ist in Thüringen in allen Fächern ein verbindliches Element. Sie ist einerseits Bestandteil der Fachlehrpläne wie beispielsweise in Wirtschaft und Recht oder Wirtschaft-Recht-Technik. Andererseits stehen außerschulische Angebote in Zusammenarbeit der Schulen mit externen Partnern zur Verfügung. Die wissenschaftliche Grundlage für die Berufliche Orientierung bildet das Thüringer Berufsorientierungsmodell ThüBOM.

Berufliche Orientierung

Das Thüringer Berufsorientierungsmodell (ThüBOM) definiert Standards zur Beruflichen Orientierung und liefert die wissenschaftliche Grundlage für die schulischen Berufsorientierungskonzepte. ThüBOM unterscheidet drei Teilmodelle (Kompetenzmodell, Kompetenzvermittlungsmodell, Implementationsmodell). Das Kompetenzmodell bildet dabei die Basis für die „Landesstrategie zur praxisnahen Berufsorientierung“. Nach diesem Modell ist der bei den Schülerinnen und Schülern diagnostizierte individuelle Stand der Berufswahlkompetenz maßgeblich für weitere Maßnahmen zur Förderung.

Zentrale praxisbezogene Maßnahmen sind die Berufsfelderkundungen und Berufsfelderprobungen. Bei der Berufsfelderkundung erleben, erkunden und erproben Schülerinnen und Schüler die Anforderungen eines von ihnen ausgewählten Berufsfeldes über mehrere Stunden. Bei der Berufsfelderprobung erfolgt eine vertiefende Erkundung und Erprobung über mehrere Tage. In beiden Fällen wird die Durchführung der Maßnahmen von Unternehmen und anderen externen Partnern unterstützt.

In den Klassenstufen 7 oder 8 nehmen alle Schülerinnen und Schüler an einer Potenzialanalyse teil, die von einem Bildungsträger durchgeführt wird. Die Berufsfelderkundung und -erprobung sowie das Schülerbetriebspraktikum bauen darauf auf.

Alle Thüringer Schülerinnen und Schüler führen ab der Klassenstufe 7 den Berufswahlpass. Das Portfolioinstrument unterstützt sie bei der zielgerichteten Planung, Steuerung und Dokumentation ihrer Entwicklungsschritte.

Mit der ESF-Schulförderrichtlinie (2014-2020) werden zusätzliche vertiefende Berufsorientierungsmaßnahmen gefördert. Die Maßnahmen richten sich an Schülerinnen und Schüler (Klassenstufen 7 bis 9; bis 10 für Schüler mit Förderbedarf) an Schulen, die auf den Haupt- und Realschulabschluss vorbereiten und unterstützen sie bei der Vorbereitung auf eine Ausbildung in den Bereichen Technik, Gesundheits- und Sozialpflege. Gefördert werden auch Maßnahmen zur Vorbereitung auf ein Studium im MINT-Bereich in Klassenstufen 9 bis 11 an Schulen, die auf die allgemeine Hochschulreife vorbereiten.

 

Weiterentwicklung des Übergangsbereichs zu einem System

Mit der „Förderrichtlinie zur Gewährung von Zuschüssen aus Mitteln des ESF und des Landes für die betriebsnahe Ausbildungsvorbereitung und berufliche Ausbildung“ fördert Thüringen praxisorientierte und betriebsnahe Konzepte und Maßnahmen zur Berufsvorbereitung für junge Menschen mit Unterstützungs- und Förderbedarf am Übergang von der Schule in Ausbildung.

 

Individuelle Begleitung am Übergang Schule – Beruf

Eine individuelle Begleitung soll jungen Menschen den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern. Im ESF-Bundesprogramm Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) sind für die Schuljahre 2015/2016 bis 2018/2019 jährlich rund 850 Plätze für Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Thüringen vorgesehen.

Ergänzend zur Berufseinstiegsbegleitung verfolgt das Projekt „Übergangskoordination“ das Ziel, möglichst alle Schülerinnen und Schüler Thüringens über den Weg der Ausbildung oder Beschäftigung in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Übergangskoordinatorinnen und -koordinatoren leisten individuelle Unterstützung für Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihrer Zukunftsplanung und Begleitung ihres Übergangs ins Berufs- bzw. Arbeitsleben.

In der bundesweiten Initiative VerA zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen werden Auszubildende durch ehrenamtliche Ausbildungsbegleiterinnen und Ausbildungsbegleiter des Senior Experten Service (SES) begleitet. Das auf Freiwilligkeit und Hilfe zur Selbsthilfe basierende Coaching-Angebot bietet jungen Menschen Unterstützung beim Start ins Berufsleben.

 

Ausbau inklusiver Ansätze am Übergang Schule – Beruf

Über die ESF-Schulförderrichtlinie haben Schülerinnen und Schüler mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung sowie Schülerinnen und Schüler mit Körper- und Sinnesbehinderungen die Möglichkeit, praktische berufliche Erfahrungen bei Bildungsträgern und in Unternehmen zu sammeln. Ihnen stehen ein erhöhter Stundenumfang (bis zu 40 Praxistage) zur Verfügung. Die Berufliche Orientierung wird an den individuellen Voraussetzungen und Wünschen des Einzelnen ausgerichtet.

 

Integration durch Ausbildung

Thüringen unterstützt mit der „Übergangskoordination“ insbesondere auch Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund und junge Geflüchtete bei der Integration in Ausbildung.

Die KAUSA Servicestelle Thüringen ist Anlaufstelle für Fragen rund um die Ausbildung von Menschen mit Migrationshintergrund. Das Angebot richtet sich an Unternehmen, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern.

Das ESF-geförderte Projekt BOMkids (Berufliche Orientierung für Migrantenkinder) unterstützt die Akteure in Thüringen beim Umgang mit Kindern aus Flüchtlings- und Migrantenfamilien.

 
 

Dokumente

Ansprechpartner

  • Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

    • Postfach 900463
    • 99107 Erfurt
    • Telefonnummer: 0361 / 37-900
    • Faxnummer: 0361 / 37-94690
    • Homepage: http://www.thueringen.de/th2/tmbjs/