Initiative Bildungsketten erörtert Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Stiftungen

28.06.2011 | Bonn

Offen für Kooperationen

Die Tür ist aufgestoßen: Im StiftungsForum für berufliche Bildung stellten das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der JOBSTARTER-Programmbereich Stiftungen & Fundraising die Initiative Bildungsketten vor. Es war der Auftakt für Gespräche, die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Stiftungen der beruflichen Bildung zu erörtern.

„Stiftungen sind wichtige Multiplikatoren für gesellschaftliches Engagement und damit auch interessante Partner für die Bildungsketten“, erklärte Volker Grünewald, stellvertretender Leiter der Programmstelle JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), während der dritten regulären Sitzung des StiftungsForums am 28. Juni 2011 in Bonn.

Die Gäste des StiftungsForums stehen der Initiative Bildungsketten grundsätzlich positiv gegenüber. Nicht zuletzt das erfolgreiche Auftakttreffen im Mai 2011 in Berlin mit 600 Bildungsexperten haben einige Stiftungen mit Interesse verfolgt. Auf Zustimmung trifft auch die systemische Verzahnung neuer Förderinstrumente mit bereits bestehenden Förderprogrammen. „Es ist ein anspruchsvolles und über den Tellerrand von Einzelzuständigkeiten hinausgehendes Vorhaben“, sagte Dr. Sonja Baron, zuständige Referentin im BMBF.

Besonders schätzen viele Stiftungen die enge Abstimmung zwischen Bund und Ländern sowie das gemeinsame Ziel, Jugendliche beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung zu unterstützen. Viele Stiftungen arbeiten in diesem Bereich seit Jahren sehr erfolgreich. So eröffnen sich zahlreiche Schnittstellen zu den Bildungsketten. Die Vertreter dreier Stiftungen stellten ihre Ideen vor.

Stiftungen als Dienstleister

Friedrich Arera: "Alle Aufgaben, die Stiftungen wahrnehmen, sind potenzielle Andockstellen."

Friedrich Arera von der Dr. Reinold Hagen Stiftung in Bonn steckte ein weites Feld an Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit den Bildungsketten ab. „Alle Aufgaben, die Stiftungen wahrnehmen, sind potenzielle Andockstellen“, so Arera, Leiter Aus- und Weiterbildung. Als Beispiel nannte Arera Dienstleistungen in der beruflichen Bildung. Die Dr. Reinold Hagen Stiftung etwa sei Partner der Wirtschaft und trage als überbetrieblicher Dienstleister dazu bei, ausgewählte Berufsbilder weiterzuentwickeln. Auch für Haupt- und Förderschüler halte die Stiftung Angebote bereit. Das Haus der Berufsvorbereitung mache Zehntklässler fit für die Ausbildung – ein Beitrag zur Berufsorientierung.

Uwe Otto („HandWerk stiftet Zukunft“, Berlin) bezeichnete Stiftungen als kompetente Dienstleister, die die Akteure der Bildungsketten unterstützen könnten. Er hat dabei die Bildungsdienstleister und Berufseinstiegsbegleiter im Blick. „Die Bildungsdienstleister brauchen eine Lobbyarbeit. Das wäre eine gut geeignete Aufgabe für Stiftungen“, sagte Otto.

Sein Vorschlag für die Berufseinstiegsbegleiter (BerEb) zielt darauf ab, die BerEb bei der Auswertung der Berufswahlkompetenz Jugendlicher zu entlasten. Hier könnten Stiftungen eine entsprechende Dienstleistung anbieten, so Otto. Die Stiftung „HandWerk stiftet Zukunft“ wurde vom Ausbildungsstrukturprogramm JOBSTARTER gegründet.

Birgit Rößle: "Die Beteiligten müssen das Gefühl haben, dass ihnen das Projekt nützt."

Birgit Rößle (HIT-Stiftung, Siegburg) befürwortete eine Bildungsketten-Kooperation bei der Entwicklung allgemein definierter Projektstandards. Denn viele Stiftungen hätten ein vitales Interesse an verbindlicheren Richtlinien, um den Erfolg öffentlich geförderter Projekte zuverlässig messen und dokumentieren zu können. Bei der praktischen Umsetzung von Projekten sprach sich Rößle dafür aus, Schülerinnen und Schüler grundsätzlich stärker einzubeziehen. Dieser partizipative Ansatz sollte auch in die Projektstandards fließen. „Die Beteiligten müssen das Gefühl haben, dass ihnen das Projekt nützt“, sagte Rößle.

Nächstes Treffen geplant

Der JOBSTARTER-Programmbereich Stiftungen & Fundraising wird gemeinsam mit den Stiftungen das Thema „Partnerschaften für Bildungsketten“ weiter verfolgen. Immer mit dem Ziel, Jugendliche auf dem Weg in die Arbeitswelt zu begleiten und zu fördern. Denkbar wäre beispielsweise, bestehende und neue Aktivitäten beiderseitig und verlässlich zu verzahnen. Auch die private Wirtschaft ist hierzu herzlich eingeladen.

Zudem sind die Stiftungen zu den acht geplanten Regionalworkshops im Herbst und Winter eingeladen. Dort haben die Stiftungen die Gelegenheit, sich mit Themen der Initiative Bildungsketten näher zu beschäftigen sowie Akteure und Partner zu treffen.

Das StiftungsForum für berufliche Bildung wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem JOBSTARTER Programmbereich Stiftungen & Fundraising 2009 eingerichtet. Es findet ein- bis zweimal im Jahr statt und bietet Stiftungen die Möglichkeit, sich über wichtige Fragen der beruflichen Bildung auszutauschen. Mehr als 50 Stiftungen haben sich dem StiftungsForum angeschlossen und befassen sich aktiv mit dem Thema berufliche Bildung. Gastgeber der dritten regulären Sitzung war die Dr. Reinold Hagen Stiftung in Bonn.

Ansprechpartner

  • Bundesinstitut für Berufsbildung, Arbeitsbereich 4.4, Servicestelle Bildungsketten

    • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    • Michael Schulte
    • Telefonnummer: 0228 107-2336
    • E-Mail-Adresse: michael.schulte@bibb.de