Premiere auf der didacta:
Neue Broschüre über Berufseinstiegsbegleitung erschienen

16.02.2012 | Hannover

Druckfrisch erschienen ist die neue Broschüre über die Berufseinstiegsbegleitung auf der Bildungsmesse didacta. Eine zentrale Rolle spielen die Berufseinstiegsbegleiter und -begleiterinnen. Was sie leisten und wie Jugendliche, Eltern, Schulen und Betriebe davon profitieren, wird auf 40 Seiten verständlich erklärt. Ab sofort gibt es die Broschüre kostenlos zum Download.

Eine Bildungskette sichtbar gemacht

An der Berufseinstiegsbegleitung wirken viele verschiedene Menschen mit. Dazu gehören neben den Berufseinstiegsbegleitern auch Lehrer, Ausbilder, Berufsberater und Eltern. Die neue Broschüre stellt die einzelnen Akteure und ihre Aufgaben vor. Was tun Berufseinstiegsbegleiter? Wir arbeiten sie mit den anderen Akteuren zusammen? Wo beginnen und enden ihre Kompetenzen? Auf diese und viele andere Fragen liefert die 40 Seiten starke Broschüre eine Antwort. Dabei steht die Erfolgsgeschichte der Auszubildenden Luise Kurth im Mittelpunkt. Die junge Frau hat den Übergang von der Schule in die Berufsausbildung geschafft. Sie konnte auf eine gut funktionierende Bildungskette rund um die Begleitung zurückgreifen.

Michael Schulte (l.), Servicestelle Bildungsketten beim BIBB, interviewte die Protagonisten der Broschüre (v.l.n.r.) Martina Frick, Britta Porawski, Luise Kurth und Christian Binz auf der didacta 2012.

Die Auflage der Broschüre liegt bei 25.000. „Zuerst war es komisch, die eigene Geschichte so oft veröffentlicht zu sehen“, sagt Luise Kurth. „Aber es ist ja eine Erfolgsgeschichte, und darauf bin ich schon ein bisschen stolz.“ Etwas schüchtern steht die ehemalige Schülerin der Hufeland-Schule Berlin während der Bildungsmesse didacta auf dem Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, wo die Initiative Bildungsketten die neue Broschüre „Berufseinstiegsbegleitung – die Möglichmacher“ präsentiert. „Ein bisschen nervös bin ich schon“, sagt die 19-Jährige. Schließlich dreht sich in der Broschüre alles um ihre Geschichte, und die beginnt zunächst alles andere als glanzvoll: mit einer Schulverweigerin voller Selbstzweifel und Enttäuschungen. „Die meisten Lehrer hatten mich schon aufgegeben“, sagt sie.

Dass sich für sie schließlich doch noch alles zum Guten kehrte, dankt sie vor allem Martina Frick. Die Frau mit dem sympathischen Lächeln ist seit mehr als zwei Jahren Luise Kurths Berufseinstiegsbegleiterin. Sie ist wie Luise extra aus Berlin angereist, jetzt steht sie neben ihr und berichtet dem didacta-Publikum von ihrer ersten Begegnung: „Die größte Herausforderung war, Luises Vertrauen zu gewinnen und ihre Grundeinstellung, die sehr negativ war, zu ändern. Ich fragte sie: Was willst Du machen? Sie sagte: nichts.“

„Schulabschluss war erstes richtiges Erfolgserlebnis“

Die Chemie zwischen ihnen muss trotzdem gestimmt haben, denn mit viel Geduld und Feingefühl gelang es der Sozialpädagogin schließlich, die vom Leben enttäuschte Schülerin zu knacken. Luise Kurth: „Mir wurde klar, dass ich doch das eine oder andere Talent habe, mit dem ich etwas aus meinem Leben machen und mein eigenes Geld verdienen kann.“ Die Berufseinstiegsbegleiterin konnte zwar nicht verhindern, dass Luise Kurth die Schule zunächst ohne Abschluss verlassen musste, ermunterte sie aber, den Hauptschulabschluss innerhalb eines Jahres nachzuholen. Luise Kurth: „Der Schulabschluss war das erste richtige Erfolgserlebnis in meinem Leben.“

Auch als sie ihren Wunschberuf Tischlerin aus gesundheitlichen Gründen nicht erlernen konnte, blieb die junge Frau zuversichtlich. Sie suchte mit ihrer Berufseinstiegsbegleiterin eine Alternative, machte zunächst ein Praktikum als Raumausstatterin – und wusste plötzlich: Das will ich machen. Trotz schwacher Schulnoten, dafür mit handwerklichem Geschick, konnte sie ihre Ausbilderin Britta Porawski überzeugen, die jetzt wie Luises ehemaliger Lehrer Christian Binz fast ein bisschen gerührt neben ihr steht. Seit einem halben Jahr läuft die Ausbildung. „Ich traue mir wieder etwas zu“, sagt Luise Kurth nach der Präsentation der neuen Broschüre, und wirkt erleichtert, die Anspannung vom Anfang scheint von ihr abgefallen zu sein.

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    • Michael Schulte
    • Telefonnummer: 0228 107-2336
    • E-Mail-Adresse: michael.schulte@bibb.de