Individuelle Begleitung

Nicht immer klappt eine Ausbildung reibungslos. Junge Menschen brauchen oft unterschiedliche Formen der Unterstützung. Die individuelle Begleitung orientiert sich an ihren Bedarfen und kann zudem Betriebe unterstützen.

Auszubildender spricht mit seinem Ausbilder in Werkshalle

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Industrie, Handwerk und Handel brauchen qualifizierte Fachkräfte – Jugendliche die Chance auf eine berufliche Perspektive. Die individuelle Begleitung leistet einen wichtigen Beitrag, Betriebe und junge Menschen zusammenzubringen und eine duale Ausbildung für beide Seiten erfolgreich zu gestalten.

Berufseinstiegsbegleitung - Unterstützung für Jugendliche

Nicht alle Jugendlichen bringen die erforderliche Ausbildungsreife mit. Mit der passenden Unterstützung gelingt es vielen, ihre Ausbildung trotzdem erfolgreich abzuschließen. Berufseinstiegsbegleiterinnen und Berufseinstiegsbegleiter (BerEb) helfen Jugendlichen nach dem erfolgreichen Schulabschluss auch dabei, die ersten sechs Monate einer betrieblichen Berufsausbildung zu meistern.

Auch die Betriebe profitieren von dem Wissen und der Einschätzung der BerEb über die Auszubildenden. Berufseinstiegsbegleiterinnen und Berufseinstiegsbegleiter stehen den Betrieben sowie den Jugendlichen während der ersten Zeit der Berufsausbildung als kontinuierliche Ansprechpersonen zur Seite, ganz besonders, wenn es Schwierigkeiten gibt und der Ausbildungsfortgang gefährdet ist. Zusammen mit dem Betrieb suchen die BerEb nach Lösungen, damit die Ausbildung möglichst reibungslos weiterläuft.

Assistierte Ausbildung

Im Jahr 2015 wurde die Assistierte Ausbildung (AsA) als neues Instrument der Ausbildungsförderung zunächst befristet eingeführt. Durch die AsA sollen mehr benachteiligte junge Menschen zu einem erfolgreichen Abschluss einer betrieblichen Berufsausbildung im dualen System geführt werden. Benachteiligten jungen Menschen, die bisher nur außerbetrieblich ausgebildet werden konnten, haben sich damit neue betriebliche Perspektiven eröffnet.

Inzwischen wurde die AsA weiterentwickelt und als dauerhaftes Instrument in das SGB III aufgenommen und mit den bisherigen ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) zusammengeführt (§§ 74-75a SGB III).

Die von der Bundesagentur für Arbeit beauftragten Bildungsträger unterstützen mit der AsA junge Menschen und bei Bedarf auch die sie ausbildenden Betriebe, eine betriebliche Berufsausbildung aufzunehmen, fortzusetzen und erfolgreich abzuschließen. Gefördert werden können alle jungen Menschen, die ohne Unterstützung eine Berufsausbildung nicht aufnehmen oder fortsetzen können oder voraussichtlich Schwierigkeiten haben werden, die Berufsausbildung erfolgreich abzuschließen.

Die Assistierte Ausbildung kann sich in zwei Phasen gliedern:

  • In der ausbildungsbegleitenden Phase (Phase II) - obligatorisch - werden Teilnehmende zum Beispiel durch Maßnahmen zum Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten, Förderung der Fachpraxis und Fachtheorie sowie sozialpädagogische Begleitung unterstützt. Auch die Betriebe können in dieser Phase administrativ und organisatorisch unterstützt werden.
  • Eine ausbildungsvorbereitende Phase (Phase I) - fakultativ - dient der Standortbestimmung des Teilnehmenden und unterstützt in den Bereichen Berufliche Orientierung, Bewerbungstraining, berufspraktische Erprobungen und Akquise von Ausbildungsstellen.

Die Möglichkeit der Förderung mit der weiterentwickelten AsA während einer betrieblichen Berufsausbildung besteht auch für Grenzgängerinnen und Grenzgänger, die ihre betriebliche Berufsausbildung in Deutschland absolvieren.

Die bisherigen Regelungen zur AsA gemäß § 130 SGB III alter Fassung und zu den ausbildungsbegleitenden Hilfen gelten übergangsweise bis ins Jahr 2021 weiter (vgl. § 450 SGB III).

Ehrenamtliche Ausbildungsbegleitung der Initiative VerA

Die ehrenamtlichen Ausbildungsbegleiterinnen und Ausbildungsbegleiter der Initiative zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen (VerA) sind Fachkräfte im Ruhestand. Sie greifen auf jahrzehntelange Berufs- und Lebenserfahrung sowie gute Kontakte zur Wirtschaft zurück und haben ein offenes Ohr für Betriebe und Jugendliche. Für Betriebe ist die VerA-Begleitung eine gute Stütze während der Ausbildung: Das Ausbildungsverhältnis zum Jugendlichen wird gestärkt und auf Wunsch beraten die Ausbildungsbegleiterinnen und Ausbildungsbegleiter auch das Unternehmen. Voraussetzung für eine Begleitung ist allerdings das Einverständnis des jungen Menschen.

Der Vorteil der Ausbildungsbegleiterinnen und Ausbildungsbegleiter ist, dass sie selbst in verschiedenen Bereichen beruflich tätig waren und ihr Wissen aus Industrie und Handwerk sowie technischen, kaufmännischen und sozialen Berufen einbringen können. Daher sind sie mit den Ausbildungsinhalten und Abläufen von Unternehmen vertraut.

Eine Ausbildungsbegleitung durch die Initiative VerA kann im Anschluss an eine Berufseinstiegsbegleitung erfolgen. Damit sorgt die Initiative Bildungsketten für eine nahtlose Begleitung von der Vorabgangsklasse bis zum Ausbildungsabschluss.

Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE)

Die Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE) bietet sozial benachteiligten oder lernbeeinträchtigten Jugendlichen die Möglichkeit, einen Ausbildungsabschluss zu absolvieren.

Zur Auswahl stehen zwei unterschiedliche Modelle:

  • Beim integrativen Modell erfolgt die Ausbildung in Theorie und Praxis bei einem Bildungsträger, ergänzt durch betriebliche Phasen.
  • Beim kooperativen Modell findet der Praxisteil in Kooperationsbetrieben statt.

Die BaE richtet sich vor allem an Jugendliche, die auch mit Unterstützung im Rahmen der Assistierten Ausbildung (AsA) nicht in einem Betrieb ausgebildet werden können.

Weitere unterstützende Angebote

Junge Menschen, deren Ausbildungsvergütung nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, können bei der Bundesagentur für Arbeit Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen. Dazu müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, die auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit einsehbar sind.