Auszeichnung „Unternehmen mit Kultur“

Die KAUSA-Landesstelle Thüringen hat mit dem Erfurter Ausländerbeirat herausragende Unternehmerinnen und Unternehmen mit Migrationshintergrund geehrt. Die Auszeichnung „Unternehmen mit Kultur“ wurde bereits zum vierten Mal verliehen. 

Ausgezeichnete Unternehmerinnen und Unternehmer, Gruppenfoto in der Barfüßer Kirche

Auf einer feierlichen Veranstaltung, die am 30. September 2021 in der Barfüßerkirche in Erfurt stattfand, erhielten 24 Unternehmerinnen und Unternehmer aus 14 Ländern eine Auszeichnung. Diese Unternehmen stehen für Mut zu Veränderungen, wirtschaftliche Vielfalt, Kreativität und Engagement. Sie leisten in unterschiedlichen Branchen einen wichtigen Beitrag zur regionalen Entwicklung in Thüringen, schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze und stärken durch soziales Engagement das Miteinander in der Gesellschaft.

Der Preis für Unternehmerinnen und Unternehmer mit Einwanderungsgeschichte wurde in den Kategorien „Chancen geben“, „Innovation“ und „Unternehmerischer Mut“ verliehen sowie in der Sonderkategorie „Ehrenamtliches Engagement“.

In der Kategorie „Chancen geben“ wurde das Saalfelder Unternehmen UNOpack GmbH geehrt, das Lebensmittelverpackungen herstellt. Der Gründer, Herr Umut Düzgün Bugdaycay, hat kurdische Wurzeln und beschäftigt Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund: „Ich will ihnen eine Perspektive geben, weil sie schlechtere Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt haben. Bei uns finden Sie Mitarbeitende aus der Türkei, aus Afghanistan, Deutschland und Jordanien. Mich interessiert nicht die Nationalität oder Religion, für mich zählen nur menschliche Werte.“

Die Auszeichnung in der Kategorie „Innovation“ erhielt Dr. Isabella Aprigliano, Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie, für den Einsatz moderner, zukunftsorientierter Technologien. Dr. Isabella Aprigliano kam über ein ERASMUS-Austauschprogramm aus Italien nach Deutschland. 2018 übernahm sie in Heiligenstadt eine Facharztpraxis mit allen Mitarbeitenden. Notwendige medizinische Infrastruktur konnte so in der Region erhalten und im Sinne der Patientinnen und Patienten weiterentwickelt werden.

In der Kategorie „Unternehmerischer Mut“ wurde die „Schornsteinfee“ Beata Niculescu aus Ungarn ausgezeichnet. In einem männerdominierten Handwerk behauptet sie sich mit Entschlossenheit und Qualität. Beleg ihres erfolgreichen Tuns ist ein hoher Bekanntheitsgrad in der Region Erfurt und eine wachsende Kundschaft. Zudem bildet Beata Niculescu in diesem Jahr erstmals aus und bietet so jungen Menschen berufliche Perspektiven.

Eine Auszeichnung in der Sonderkategorie „Ehrenamtliches Engagement“ erhielt Dr. Mieczyslaw Dziekonski von“ Dziekonski Übersetzungen“. Der Unternehmer bietet seit den 90er Jahren Praktika für Studierende und Jugendliche im Rahmen von verschiedenen Bildungsprogrammen, wie ERASMUS oder LEONARDO, an. Dr. Dziekonski fördert zudem die Verständigung zwischen den Kulturen und organisiert Veranstaltungen zum Austausch.

Annett Roswora, Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge des Freistaates Thüringen betont in ihrem Grußwort bei der Preisverleihung: „Die Unternehmen mit Migrationsgeschichte werden durch ihre Unternehmensgründungen selbst zu Vorbildern. Sie bauen Brücken in vielen Bereichen und tragen zur Integration bei“.

Mit der Ehrung sollen die Erfolge und das Engagement von Unternehmerinnen und Unternehmern mit Migrationshintergrund in der Öffentlichkeit sichtbarer werden. Längst gibt es zahlreiche Menschen mit Migrationshintergrund, die in Thüringen ihre Zukunft aufgebaut haben und auch anderen Menschen eine berufliche Chance bieten. „Ihr Engagement möchten wir mit diesem Preis würdigen und in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Zugleich geht es auch darum, weitere junge Menschen mit Migrationshintergrund zur Unternehmensgründung, zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Ausbildung zu ermutigen“, sagt Anastasia Sergan, Leiterin der KAUSA-Landesstelle Thüringen.

Die KAUSA-Landesstelle Thüringen

Für die KAUSA-Landesstelle Thüringen ist das Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft e. V. zuständig. Der Verein setzt seit 2017 KAUSA-Projekte um und begleitet Unternehmerinnen und Unternehmer sowie junge Menschen mit Migrationshintergrund auf den Weg in eine Ausbildung. Am 1. Juli 2021 startete die KAUSA-Landesstelle Thüringen als Folgeprojekt der KAUSA-Servicestelle Thüringen. Im Fokus steht hier die Förderung und Begleitung von Unternehmerinnen und Unternehmern sowie von Selbstständigen mit Migrations­hintergrund.

Die KAUSA-Landesstelle Thüringen wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Initiative Bildungsketten. Zudem wird sie durch Mittel des Thüringer Ministeriums für Migration, Justiz und Verbraucherschutz unterstützt.