Beratungsnetzwerk Queraufstieg bündelt Kompetenzen

Jungen Menschen bei Studienzweifeln oder einem Studienabbruch Optionen für den beruflichen oder akademischen Weg aufzeigen – dabei hilft das Beratungsnetzwerk Queraufstieg ab 2021 länderübergreifend mit einem Zusammenschluss von Netzwerkpartnern.

Junger Mann steht hinter Theke im Café

iStock, shironosov

Rund 27 Prozent aller Studierenden brechen ihr Studium ab. Um junge Menschen zu unterstützen und sie zu informieren, welche Möglichkeiten es bei Studienzweifeln oder nach einem Studienabbruch gibt, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Bildungsketten-Vereinbarungen verschiedene Projekte. Das Beratungsnetzwerk Queraufstieg ist eines davon. Das Beratungsnetzwerk führt bestehende Aktivitäten im Bereich Studienabbruch aus vier Bundesländern zusammen und nutzt Erkenntnisse, die im Rahmen von vorherigen Projekten gewonnen wurden. Dazu zählt das Leuchtturmprojekt „Queraufstieg Berlin“ sowie die Projekte ISA, ISABEL und P-ISA in Sachsen-Anhalt. Das Projekt wird im Verbund aus Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) und der MA&T Organisationsentwicklung GmbH durchgeführt.

Sabrina Anastasio, Projektkoordinatorin des Beratungsnetzwerkes Queraufstieg in Berlin, gibt Einblicke in das 2021 gestartete Vorhaben Beratungsnetzwerk Queraufstieg.

Das Beratungsnetzwerk Queraufstieg baut auf dem Leuchtturmprojekt „Queraufstieg Berlin“ sowie Projekten in Sachsen-Anhalt auf. Woran knüpfen Sie an?

Anastasio: Der bundeslandübergreifende Projektansatz im „Beratungsnetzwerk Queraufstieg“ knüpft an die vergleichbaren Herausforderungen aller vier Länder zur Begegnung des Fachkräftemangels in unterschiedlichen Branchen an. Trotz teilweise unterschiedlicher Voraussetzungen haben wir vergleichbare Problemlagen festgestellt: z.B. dass Studienabbrechende immer noch zu häufig „verloren“ gehen, d.h. die Hochschule verlassen, ohne ein begleitendes Beratungs- oder Unterstützungsangebot in Anspruch genommen zu haben. Hier greifen wir die bereits erprobten Ansätze der Vorgängerprojekte in Berlin und Sachsen-Anhalt auf und entwickeln diese gezielt weiter. Gleichzeitig profitiert das Projekt von den in Brandenburg und Niedersachsen etablierten Strukturen und Aktivitäten, wie dem Runden Tisch Studienausstieg Brandenburg, den Angeboten der Passgenauen Beratungen der IHK und HWK, den Projekten „Umsteigen statt Aussteigen“ oder „Wegbereiter – Studienzweifel? Wir sind da!“ in Hannover und Braunschweig, um einige Beispiele zu nennen.

Welche Ziele haben Sie sich für die Projektlaufzeit bis Ende 2023 gesteckt?

Anastasio: Das Projekt „Beratungsnetzwerk Queraufstieg“ soll als erste Anlaufstelle für Studierende mit Studienzweifeln oder Studienabbruchgedanken fungieren. Durch Bündelung der Informationen wird ein Beitrag zur Entstigmatisierung eines Studienabbruchs geleistet. Zudem informieren wir die Studierenden noch intensiver über die vielfältigen Beratungsangebote. Dazu soll „Queraufstieg“ als zentrale Marke - insbesondere über das Webportal - etabliert werden.

Welche Aktivitäten haben Sie gemeinsam mit den weiteren Netzwerkpartnern geplant?

Anastasio: Es wird ein zentrales Webportal aufgebaut, das regionalspezifische Prozessketten und Angebote bündelt. Hiermit wird sowohl eine regionale als auch überregionale Perspektive eingenommen, die die Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten in den Regionen abbildet. Geplant ist zudem, mit den Beratungseinrichtungen in einen Austausch zu Themen wie Zielgruppenansprache, Berufsorientierung, Beratungsqualität und Anrechnung beruflicher Kompetenzen zu kommen.