Berufswahlpass

Jungen Menschen stehen verschiedenste berufliche Wege offen. Der Berufswahlpass begleitet den Prozess der Berufsorientierung und dokumentiert die Etappen von der Potenzialanalyse über Praktika bis hin zur Bewerbung.

Schülerin sitzt im Klassenraum und schaut sich Berufswahlpass-Ordner an

Bildungsketten (Fotograf: Mike Auerbach)

Seit über 20 Jahren können Schülerinnen und Schüler im Berufswahlpass relevante Unterlagen im Rahmen ihrer Beruflichen Orientierung auf strukturierte Art und Weise sammeln. Dazu zählen unter anderem: das persönliche Stärkenprofil, Praktikumsunterlagen, Recherche-Ergebnisse zur Berufswahl, Tipps zur Lebensplanung. Für Eltern, Lehrkräfte, Einrichtungen der Berufsberatung und Betriebe ist der Berufswahlpass eine wesentliche Grundlage für die Unterstützung der jungen Menschen bei der Suche nach dem Berufsweg. Der Ordner kommt in der Regel ab der 7. Klasse zum Einsatz. Der Berufswahlpass ist konzeptionell in die verschiedenen Aktivitäten der Schulen und der Bundesagentur für Arbeit eingebettet. Fast alle Länder haben das Dokumentations- und Reflexionsinstrument in ihren Landesstrategien zum Übergang Schule – Beruf integriert. 

berufswahlapp

Ein Projektkonsortium aus mehreren Bundesländern entwickelt unter der Federführung von Nordrhein-Westfalen den Berufswahlpass zu einem digitalen Instrument weiter. Die "berufswahlapp" soll Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung ihrer Berufswahlkompetenzen unterstützen und ihre Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien stärken. Damit trägt sie auch zur Umsetzung der KMK-Strategie „Lernen in der digitalen Gesellschaft“ bei.

Mit einem individuellen Zugang, zugeschneidert auf die Nutzenden, bietet die berufswahlapp die Möglichkeit, Feedbacks einzuholen und Inhalte mit anderen zu teilen. Über Self-Assessment-Tools und Selftracking-Methoden können die jungen Menschen ihren individuellen Entwicklungsprozess abbilden. Außerdem unterstützen die Angebote die Reflexion über die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten und individuelle Weiterentwicklungsangebote. Schnittstellen zu bestehenden digitalen Angeboten, wie beispielsweise der Bundesagentur für Arbeit, sollen hergestellt werden. Spielerische Komponenten sollen zusätzliche Anreize für die Zielgruppe bieten.

Nach einer Entwicklungs- und Erprobungsphase, die durch das BMBF gefördert wird, soll die berufswahlapp voraussichtlich ab 2022 bundesweit zur Verfügung stehen. Grundlage ist ein wissenschaftliches Konzept mit Eckpunkten, Rahmenbedingungen und Empfehlungen zur Digitalisierung und Weiterentwicklung des Portfolio-Instruments Berufswahlpass. Dieses wurde von einem interdisziplinären Team aus den Bereichen Erziehungs- und Kommunikationswissenschaft der Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld und der Universität Münster erstellt.