Bildungsketten-Projektlandkarte

Sachsen-Anhalt

Für Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen soll sich der Übergang in eine Ausbildung oder ein Studium verbessern. Ziel ist es, den Übergang in die Berufswelt zu erleichtern und den Fachkräftenachwuchs der Wirtschaft zu sichern. Der Anteil junger Menschen, die eine Ausbildung erfolgreich abschließen, soll erhöht werden. Dazu hat Sachsen-Anhalt eine Bund-Land-BA-Vereinbarung geschlossen. Die Zusammenarbeit der Akteurinnen und Akteure in Schulen, Arbeitsagenturen, Kommunen sowie auf Landesebene wird gestärkt. Die Qualität der Beruflichen Orientierung soll gesteigert werden, indem junge Menschen bei ihrem Berufswahlprozess noch intensiver begleitet werden.

Berufliche Orientierung

Das Landesprogramm "Berufsauswahl Richtig Angehen Frühzeitig Orientieren (BRAFO)" ist die Grundlage für die Berufliche Orientierung in Sachsen-Anhalt. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I in Sekundar-, Gesamt-, Gemeinschafts- und Förderschulen. Sie haben die Möglichkeit, berufsbezogene Stärken zu erkunden und verschiedene Berufsfelder praktisch zu erproben. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung ihrer Berufswahlkompetenz zu unterstützen.

BRAFO wird ausgebaut und besteht zukünftig aus fünf Strukturelementen, die aufeinander aufbauen:

  • Strukturelement I: Interessen- und Kompetenzerkundung
  • Strukturelement II: Betriebserkundung/Werkstatttage
  • Strukturelement III: erstes Betriebspraktikum
  • Strukturelement IV: Check-U – Erkundungstool der Bundesagentur für Arbeit
  • Strukturelement V: zweites Betriebspraktikum

Mit der Bund-Land-BA-Vereinbarung hat Sachsen-Anhalt die Voraussetzung geschaffen, diese Ausweitung und Weiterentwicklung des bewährten Landesprogramms BRAFO umzusetzen. Ab dem Schuljahr 2021/2022 wird es möglich sein, im Strukturelement II an Werkstatttagen teilzunehmen. Diese orientieren sich an den Qualitätsstandards des Berufsorientierungsprogramms (BOP).

Zwischen den Betriebspraktika haben die Schülerinnen die Schüler die Chance, ihre Interessen mit dem webbasierten Erkundungstool Check-U der Bundesagentur für Arbeit zu überprüfen. Ein landesweites Webportal macht künftig wie eine Suchmaschine die Informationen zu regionalen Praktikumsdatenbanken und Betrieben besser sichtbar. Es bietet Tipps zu Fragen rund um die Durchführung guter Praktika.

Übergang Schule – Beruf

Mit dem Landesprogramm "Regionales Übergangsmanagement (RÜMSA)" koordiniert Sachsen-Anhalt den Übergang Schule – Beruf. Junge Menschen erhalten eine passgenaue Unterstützung und individuelle Beratung, damit sie ihren Weg von der Schule in den Arbeitsmarkt finden. Dazu arbeiten Jobcenter, Berufsberatung der Arbeitsagentur, Jugendamt und Schule eng in regionalen Arbeitsbündnissen zusammen. 

Landesweit flächendeckend entstehen regionale Anlaufstellen im Sinne von Jugendberufsagenturen. Besonderes Merkmal ist, dass die Rechtskreise (Sozialgesetzbuch II, III und VIII) übergreifend kooperieren.  Mit RÜMSA unterstützt das Land die Städte und Gemeinden dabei, eigene Modelle einer rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit zu entwickeln und aufzubauen. Die Bandbreite reicht von der Unterbringung in einem gemeinsamen Haus bis zu rein digitalen Kontaktstellen bzw. Mischformen aus beidem. Den Jugendlichen wird es dadurch leichter gemacht, den Kontakt herzustellen und für sie passende Angebote zu finden. Damit der Aufbau gelingt, bekommen die geförderten Städte und Landkreise zusätzliche Mittel für Personal, das in regionalen Koordinierungsstellen den Umsetzungsprozess steuert.

Die Landesnetzwerkstelle RÜMSA berät und begleitet die Städte und Landkreise vor Ort. Dazu gehören beispielsweise Veranstaltungen, praxisorientierte Arbeitshilfen sowie der Erfahrungsaustausch mit beteiligten Akteurinnen und Akteuren. Die Steuerungsgruppe RÜMSA sorgt dafür, dass die Arbeitsbündnisse die Qualitätsstandards zur Umsetzung des Programms einhalten.

Ausbildung

Für junge Menschen mit besonderem Förderbedarf steht das Programm "Zukunftschance assistierte Ausbildung (ZaA)" zur Verfügung. Die ZaA unterstützt bei Schwierigkeiten in der Ausbildung. ZaA verbindet Landesförderung mit dem Bundesinstrument Assistierte Ausbildung nach SGB III. Den Kreis der förderfähigen Personen hat das Land Sachsen-Anhalt erweitert. Das Programm richtet sich auch an Alleinerziehende und junge Menschen, die Angehörige pflegen sowie Jugendliche mit Migrations- und Fluchthintergrund. Grundlage ist ein Landesfachkonzept, das die landesspezifischen Anforderungen bei der Assistierten Ausbildung berücksichtigt. Die Erfahrungen aus dem Landesfachkonzept fließen in eine Kooperationsvereinbarung "Assistierte Ausbildung" ein.