Bildungsketten-Projektlandkarte

Thüringen

Der Freistaat Thüringen aktualisiert seine Landesstrategie zur Beruflichen Orientierung . Grundlagen hierfür sind der neue § 47a ThürSchulG und eine neue Bund-Land-BA-Vereinbarung. Die Förderangebote am Übergang Schule Beruf bauen aufeinander auf. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern den Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern und einen erfolgreichen Berufsabschluss zu gewährleisten. Junge Menschen sollen durch eine Berufsausbildung oder ein Studium eine gute berufliche Perspektive erhalten. Das vorhandene Potenzial soll für die Fachkräftesicherung noch besser genutzt werden. Insbesondere junge Migrantinnen und Migranten werden mit entsprechenden Angeboten vor und während einer Ausbildung begleitet und unterstützt.

Berufliche Orientierung

In Thüringen ist eine arbeitsweltliche Berufliche Orientierung an allen allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen verpflichtender Bestandteil der Lehrpläne. Ziel ist es, tiefere Einblicke in die Arbeitswelt zu ermöglichen. Die Praxiskoordinatorinnen und Praxiskoordinatoren unterstützen Schülerinnen und Schüler bei der praktischen Berufsfelderprobung. Zu ihren Aufgaben gehört beispielsweise, die Berufsfeldwünsche der Schülerinnen und Schüler zu erfassen und auszuwerten. Sie bauen Kontakte zu Unternehmen auf, um vor Ort ein ausreichend großes Angebot qualitativ gesicherter Stellen für die Berufsfelderprobung einzuwerben. Sie sind zentrale Ansprechperson für Schulen, Schülerinnen und Schüler sowie Unternehmen. Das Matching soll sich verbessern, indem die jungen Menschen einfacher zu den Stellen finden. Ein IT-gestütztes System gibt einen Überblick, welche Unternehmen Plätze für Berufsfelderkundungen anbieten.

Die Praxiskoordinatorinnen und Praxiskoordinatoren sind an den Thüringer Kammern (Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern) angesiedelt. Die landesweite Koordination übernimmt die Industrie- und Handelskammer Erfurt. Ein Steuerungsgremium mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kommunen begleitet die Arbeit der Praxiskoordinatorinnen und Praxiskoordinatoren. Das Projekt ist ein neues, wesentliches Instrument in der Landesstrategie Berufliche Orientierung. Es setzt auf eine dauerhafte Zusammenarbeit von Unternehmen, Schulen sowie Schülerinnen und Schülern.

Übergang Schule – Beruf

Die Übergangskoordinatorinnen und Übergangskoordinatoren leisten individuelle Unterstützung für Schülerinnen und Schüler von allgemeinbildenden Schulen. Ziel ist es, die Zukunftsplanung und den Übergang ins Berufsleben zu begleiten. Die regional agierenden Übergangskoordinatorinnen und Übergangskoordinatoren arbeiten fall- und netzwerkbezogen. Sie helfen beispielsweise Schülerinnen und Schüler, die sich unsicher in ihrer Berufswahl sind oder ein Betriebspraktikum suchen. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler von Förder- und Regelschulen sowie Gymnasien.

Bei ihren Aufgaben konzentrieren sich die Übergangskoordinatorinnen und Übergangskoordinatoren auf eine kultursensible Biografiearbeit. Beispielsweise reflektieren sie mit den Schülerinnen und Schülern das individuelle Persönlichkeitsprofil und erlangte Praxiserfahrungen. Im Gespräch wird erörtert, wie die persönlichen Voraussetzungen mit den Anforderungsprofilen von Berufsbildern und Studiengängen zusammenpassen. Dabei werden auch die Arbeitsergebnisse aus dem Thüringer Berufswahlpass einbezogen. Das Projekt Übergangskoordination ergänzt damit die schulische Berufliche Orientierung.

Ausbildung

Berufseinstiegsbegleiterinnen und Berufseinstiegsbegleiter unterstützen junge Menschen auf ihrem Weg von der Schule bis in die Berufsausbildung. Die Begleitung beginnt ab der Vorabgangsklasse, erfolgt in enger Abstimmung mit der Schule und der Berufsberatung und wird bis ins erste Ausbildungsjahr fortgesetzt. In Thüringen werden rund 800 Jugendliche an 90 Schulen langfristig durch die Berufseinstiegsbegleitung gefördert. Die Unterstützung zielt darauf ab, dass die Teilnehmenden ihren Schulabschluss erreichen und anschließend in eine Berufsausbildung münden.  Eine Berufseinstiegsbegleiterin bzw. Berufseinstiegsbegleiter betreut 20 Teilnehmende. Thüringen beteiligt sich mit 50 Prozent an der Finanzierung von drei Eintrittsjahrgängen, beginnend ab März 2021.