Die Initiative

Junge Menschen beim Einstieg ins Berufsleben unterstützen, den Fachkräftenachwuchs der Wirtschaft sichern, Strukturen in der Beruflichen Orientierung und am Übergang Schule – Beruf verbessern – das sind die Ziele der Initiative Bildungsketten.

Jugendliche laufen auf Treppe, ein Mädchen und ein Junge stehen nebeneinander

Adobe Stock, Monkey Business

Gegen Ende der Schulzeit stellt sich für viele Schülerinnen und Schüler die schwierige Frage nach dem beruflichen Weg. Die Initiative „Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“ hilft jungen Menschen, sich gezielt auf ihren Schulabschluss und Berufseinstieg vorzubereiten. Jeder ausbildungsfähige junge Mensch soll die Chance erhalten, eine Berufsausbildung zu beginnen und erfolgreich abzuschließen.

Die Initiative Bildungsketten – von der Schule in den Beruf

Die Initiative Bildungsketten unterstützt Jugendliche dabei, ihren Schulabschluss zu schaffen, einen Ausbildungsplatz zu finden und den Berufsabschluss zu erreichen.

Die Initiative Bildungsketten wurde 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ins Leben gerufen, um die Ausbildungschancen junger Menschen zu fördern und die berufliche Bildung zu stärken. Sie hat sich in einer föderalen Bildungslandschaft zu einem zentralen Kooperationsmodell des Bundes, der Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Länder entwickelt. Dabei übernehmen die Länder eine wichtige Rolle, weil sie einen Großteil der Maßnahmen umsetzen, eingebettet in das jeweilige Landeskonzept.

Für die Initiative Bildungsketten stimmen das BMBF, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die BA mit den Ländern ihre Aktivitäten und Programme aufeinander ab. Gemeinsam übernehmen sie Verantwortung für die Begleitung und Unterstützung von jungen Menschen am Übergang Schule – Beruf. Zentrale Handlungsfelder sind dabei die Berufliche Orientierung, die individuelle Unterstützung in der Schule, am Übergang in eine Berufsausbildung oder in ein Studium sowie während der Ausbildung.

Jugendliche sollten ihre Stärken und Interessen möglichst frühzeitig erkennen. So beginnt der Berufsorientierungsprozess, der auf eine bewusste Entscheidung für einen Beruf hinarbeitet, bereits in der 7. Klasse. Wer zusätzliche Unterstützung und Motivation vor und während der Ausbildung benötigt, erhält bei Bedarf eine individuelle Begleitung bis zum Ausbildungsabschluss – damit die Integration in die Arbeitswelt gelingt.

Bundesweit gültige Förderinstrumente

Alle beteiligten Akteurinnen und Akteure – Schulen, Länder, Bund, Arbeitsagenturen, Kommunen – bringen ihre Aktivitäten in eine ganzheitliche Förderphilosophie ein. Unter dem Motto „Prävention statt Reparatur“ reicht die Unterstützung von der Schule über den Übergangsbereich bis zum Ende der Ausbildung.

Mit der Initiative Bildungsketten stehen bundesweit folgende Förderinstrumente zur Verfügung:

  • Potenzialanalyse (Kennenlernen der Stärken)
  • Berufliche Orientierung (z.B. handlungsorientierte Berufsfelderkundung durch Werkstatttage und Praktika)
  • Berufseinstiegsbegleitung
  • ehrenamtliches Coaching (Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen – Initiative VerA)
  • Maßnahmen im Übergangsbereich (z.B. Einstiegsqualifizierung)
  • Maßnahmen in der Ausbildung
  • Portfolioinstrumente (z.B. Berufswahlpass und die sogenannte digitale berufswahlapp)

Erfahren Sie mehr über die Förderinstrumente der Initiative Bildungsketten in der folgenden interaktiven Grafik.

Schulisches Berufs­orientierungs­konzept

Eine zielorientierte, frühzeitige Berufliche Orientierung ist Grundlage für die Ausbildungs- und Berufswahl. Die Akteure der Initiative Bildungsketten unterstützen daher Ausbildungs­interessierte bereits an allgemeinbildenden Schulen. Im Mittelpunkt steht eine individuelle Förderung, die auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet ist.

Berufsorientierung

Berufsorientierung

Mit der Potenzialanalyse starten alle Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse in die Berufliche Orientierung. Sie soll die jungen Menschen motivieren, sich bewusst mit ihren Interessen zu beschäftigen. Ab Klasse 8 lernen die Schülerinnen und Schüler die Berufswelt kennen: Sie besuchen Betriebe, machen Praktika und trainieren Bewerbungen. Die Berufliche Orientierung basiert auf den Erkenntnissen, die in der Potenzialanalyse gesammelt wurden. Aus Potenzialen und Stärken entstehen erste Kompetenzen. Mehr zur praktischen Berufsorientierung

Coaching

Coaching

Gemeinsam stark: Kein Jugendlicher wird alleine gelassen. Sie erhalten auf dem Weg von der Schule in die Ausbildung individuelle Unterstützung. Beispielsweise durch die Berufseinstiegs­begleitung. Mehr zur Berufseinstiegs­begleitung

Berufswahlpass

Berufswahlpass

Auf dem Weg ins Berufsleben: Der Berufswahlpass unterstützt junge Menschen bei der Wahl eines Berufes und begleitet den Orientierungs­prozess. Mehr zum Berufswahlpass

Regionale Koordinierung

Gemeinsam an einem Strang ziehen: Die Länder koordinieren vor Ort Förderangebote und Maßnahmen zur Berufliche Orientierung und im Übergangsbereich. Der Bund und die Bundesagentur für Arbeit unterstützen Länder und Kommunen dabei, verbesserte Kooperationen zwischen Schulen, Agenturen für Arbeit, Jobcentern und Trägern der Jugendhilfe aufzubauen.

Übergangsbereich

Übergangsbereich

Schule vorbei, aber noch kein Ausbildungsplatz in Sicht: So geht es vielen jungen Menschen. Für sie gibt es spezielle Angebote von Bund und Ländern im Übergangsbereich, die fit machen für die berufliche Ausbildung. Dazu zählen zum Beispiel: Einstiegs­qualifizierung (EQ), Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB), Berufsvorbereitungsjahr (BVJ). Mehr zum Übergangsbereich

Integration in Ausbildung

Mit Maßnahmen im Übergangsbereich und während der Ausbildung erweitern junge Menschen systematisch ihre Qualifikationen und Kompetenzen. Das Ziel ist eine Ausbildung zu starten und diese erfolgreich abzuschließen.

Ausbildung

Ausbildung

Bei Schwierigkeiten während der Ausbildung können junge Menschen durch individuelle Maßnahmen unterstützt werden: Mit der Assistierten Ausbildung erhalten sowohl junge Menschen als auch Betriebe Hilfe. Zudem können Jugendliche durch einen VerA-Coach oder eine Berufseinstiegsbegleitung begleitet werden. Mehr zur Ausbildung

VerA

VerA

Von Arbeits- und Lebenserfahrung profitieren: Ehrenamtliche Senioren-Expertinnen und Experten unterstützen Jugendliche bei Schwierigkeiten in der Ausbildung durch die Initiative VerA zur „Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen“. Mehr zu VerA

Berufsabschluss

Berufsabschluss

Ausbildung geschafft: Mit einem Ausbildungsabschluss stehen junge Menschen viele berufliche Wege offen - von weiteren beruflichen Qualifikationen bis hin zum Studium.

Abbildung: Gesamtkonzept der Initiative Bildungsketten von Bund und Ländern

Vereinbarungen mit Bund, Ländern und der Bundesagentur für Arbeit

Damit Fördermaßnahmen besser ineinandergreifen und wirken können, schließen der Bund und die Bundesagentur für Arbeit mit den Ländern Vereinbarungen ab: zur Beruflichen Orientierung, zum Übergang Schule – Beruf und zur beruflichen Integration junger Menschen in Ausbildung. Ziel der Vereinbarungen ist es, den Anteil der jungen Menschen zu erhöhen, die eine berufliche Ausbildung und/oder ein Studium erfolgreich abschließen.

Die ab 2021 geltenden Bildungsketten-Vereinbarungen umfassen mehrere Handlungsfelder. Erfolgreiche Fördermaßnahmen sollen inhaltlich weiterentwickelt, ausgebaut und, soweit möglich, verstetigt werden.

Einen Überblick über Projekte und Förderprogramme der Initiative Bildungsketten zu jedem Bundesland erhalten Sie auf der Projektlandkarte.

Begleitstruktur der Initiative Bildungsketten 

Unterstützung erhält die Initiative Bildungsketten durch eine institutionelle und wissenschaftliche Begleitstruktur.

Dazu zählen die folgenden Einrichtungen:

Zusammenarbeit stärken – Bund-Länder-BA-Begleitgruppe

Zur Steuerung der Initiative Bildungsketten hat das BMBF 2010 die Bund-Länder-BA-Begleitgruppe gebildet. In diesem Gremium sitzen Vertreterinnen und Vertreter des BMBF und BMAS, der 16 Kultusministerien der Länder, der Wirtschaftsministerkonferenz, der Arbeits- und Sozialministerkonferenz und der BA. Gemeinsam stimmen sie die Maßnahmen des Bundes und der Länder am Übergang Schule – Beruf aufeinander ab. Dazu stellen Bund und Länder ihre Konzepte zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern am Übergang Schule – Beruf vor. Beispiele guter Praxis werden für alle sichtbar gemacht und transferiert. Der konkrete Handlungsbedarf sowie Lösungsansätze werden aufgezeigt.

Begleiten und beraten – Servicestelle Bildungsketten

Zur fachlichen Begleitung und für die Öffentlichkeitsarbeit der Initiative Bildungsketten hat das BMBF die Servicestelle Bildungsketten im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) eingerichtet. Die Servicestelle ist Geschäftsstelle der Bund-Länder-BA-Begleitgruppe. Gemeinsam mit regionalen Partnern sorgt die Servicestelle Bildungsketten für den Informationsfluss zwischen den zuständigen Ministerien und der Bildungspraxis. Sie entwickelt Materialien und Seminarangebote zur Umsetzung von Förderinstrumenten, bietet Veranstaltungsformate für den Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer an.

Ausbildungsbeteiligung erhöhen – Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration (KAUSA)

Deutschlandweit gibt es in fast allen Bundesländern regionale KAUSA-Servicestellen und KAUSA-Landesstellen. Sie sollen die Ausbildungsbeteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund erhöhen, die jungen Menschen und ihre Eltern über die berufliche Ausbildung informieren, aber auch Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund für die Berufsausbildung gewinnen. Insbesondere Selbstständige mit Migrationshintergrund sollen zum Einstieg in die Ausbildung beraten und bei Bedarf bei der Durchführung begleitet werden. Zudem sollen alle kleinen und mittleren Unternehmen dafür gewonnen werden, mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund und junge Geflüchtete auszubilden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert regionale KAUSA-Servicestellen im Ausbildungsstrukturprogramm JOBSTARTER plus bis maximal 30. Juni 2022. Die KAUSA-Landesstellen und die ab 2022 beginnenden KAUSA-Transfer-Projekte werden im Kontext der Initiative Bildungsketten gefördert. Die projektbegleitende Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration (KAUSA) gehört zu der Initiative Bildungsketten.

Informationen zu den einzelnen KAUSA-Projekten finden Sie in der Bildungsketten-Projektlandkarte.  

Portfolioinstrument weiterentwickeln – Berufswahlpass und berufswahlapp

Mit der Entwicklung der "berufswahlapp" wird die Begleitung des Berufswahlpasses und der "berufswahlapp" in einem neu eingerichteten Gremium zusammengeführt. Die zuvor für den Berufswahlpass zuständige Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass wird aufgelöst und eine Unterarbeitsgruppe der Bund-Länder-BA-Begleitgruppe der Initiative Bildungsketten eingerichtet, in welcher das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Kultusministerien der Länder, die Bundesagentur für Arbeit und das Bundesinstitut für Berufsbildung vertreten sind. Die Projektleitung geht mit dem Launch der berufswahlapp von der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.) des Landes NRW an die Servicestelle Bildungsketten im Bundesinstitut für Berufsbildung über, die bereits den analogen Berufswahlpass koordiniert hat.

Wissenschaftliche Begleitung – Programmstelle Berufsorientierung

Die Programmstelle Berufsorientierung im BIBB ist zuständig für die Durchführung, wissenschaftliche Begleitung und Öffentlichkeitsarbeit der Projekte und Maßnahmen im Berufsorientierungsprogramm (BOP). Zudem ist sie verantwortlich für die Maßnahme „Berufliche Orientierung für Zugewanderte“ (BOF) und andere Maßnahmen mit Bezug zur Beruflichen Orientierung, insbesondere für die Begleitung, Umsetzung und Qualitätssicherung der Potenzialanalysen und Werkstatttage.

Beratung unter einem Dach – Servicestelle Jugendberufsagentur

Das BMAS hat für lokale Arbeitsbündnisse zur rechtkreisübergreifenden Zusammenarbeit von Sozialleistungsträgern sowie weiteren Akteurinnen und Akteuren zur Unterstützung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen am Übergang Schule – Beruf eine Servicestelle Jugendberufsagenturen eingerichtet. Diese ist im BIBB angesiedelt und stellt Austausch- und Unterstützungsstrukturen für Jugendberufsagenturen bereit. Bestehenden Arbeitsbündnissen bietet die Servicestelle Hilfen zur qualitativen Weiterentwicklung an. Darüber hinaus unterstützt sie die Einführung von Zusammenschlüssen dort, wo eine Begleitung neuer Kooperationen gewünscht wird. Die Angebote der Servicestelle richten sich darum sowohl an Akteurinnen und Akteure, die in und mit Jugendberufsagenturen arbeiten, als auch an jene, die Jugendberufsagenturen aufbauen und begleiten wollen. Die Nutzung aller Angebote der Servicestelle ist freiwillig.

Weitere Programme zur Stärkung der beruflichen Bildung

Das BMBF fördert weitere Programme zur Stärkung der beruflichen Bildung. So unterstützt das Programm JOBSTARTER plus Konzepte der regionalen Strukturentwicklung und trägt damit zu einem besseren Übergang von der Schule in die Ausbildung bei. Mit dem Wettbewerb „Zukunft gestalten – Innovationen für eine exzellente berufliche Bildung“ – kurz InnoVET – fördert das BMBF neue strukturbildende Konzepte für eine zukunftsfeste berufliche Bildung. Bei der Initiative zur Gewinnung von Studienabbrecherinnen und Studienabbrechern für die berufliche Bildung geht es darum, Fachkräfte für kleinere und mittlere Unternehmen zu erschließen. Für eine Berufs- und Studienwahl frei von einengenden Geschlechterklischees setzt sich die von BMBF und BMFSFJ geförderte Initiative Klischeefrei ein.

Gesetzliche Maßnahmen zur Förderung junger Menschen

Das BMAS fördert die Integration junger Menschen in die Ausbildung durch mehrere gesetzliche Regelungen in den Sozialgesetzbüchern. Hierzu zählen beispielsweise Maßnahmen zur Beruflichen Orientierung, berufsvorbereitende Maßnahmen, Berufseinstiegsbegleitung und Assistierte Ausbildung flex (AsA flex).