KAUSA-Projekte

Wie wird mein Unternehmen zum Ausbildungsbetrieb? Wie finde ich Jugendliche für eine Ausbildungsstelle? Wie funktioniert das Ausbildungssystem in Deutschland? Wie bekommen junge Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund einen Ausbildungsplatz?

KAUSA - Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration

Die Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration (KAUSA) unterstützt seit 1999 Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund, junge Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund sowie deren Eltern bei allen Belangen rund um das Thema Ausbildung. Deutschlandweit sind KAUSA-Projekte wichtige Anlaufstellen auf regionaler und landesweiter Ebene. Die KAUSA-Stellen bieten zielgruppenorientierte Beratungen und eigene Maßnahmen an, wie verschiedene Veranstaltungsformate, Publikationen oder Angebote zum Austausch. Dank der guten Vernetzung können Interessierte während der Beratungen auch an geeignete Partner vermittelt werden, mit denen die KAUSA-Projekte vor Ort kooperieren.

Regionale KAUSA-Servicestellen

Regionale KAUSA-Servicestellen richten sich bundesweit insbesondere an Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund. Sie sind erste Anlaufstellen, um Selbstständige zum Thema berufliche Ausbildung zu informieren und zu beraten sowie sie an Partner vor Ort zu vermitteln.

Die ersten KAUSA-Servicestellen wurden im Januar 2015 eingerichtet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die regionalen KAUSA-Servicestellen über das Ausbildungsstrukturprogramm JOBSTARTER plus. Die Förderung dieser KAUSA-Servicestellen läuft nach und nach bis spätestens 30. Juni 2022 aus. Langfristig sollen die regionalen KAUSA-Servicestellen in Landesstellen umgewandelt werden – mit mehreren Standorten in jedem Bundesland.

KAUSA-Landesstellen

Die KAUSA-Landesstellen richten sich an eine breitere Zielgruppe. Sie motivieren Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund, jungen Menschen einen Ausbildungsplatz anzubieten. Außerdem unterstützen sie bei der Einrichtung von Ausbildungsbetrieben – bei Bedarf auch während der Ausbildung. Jungen Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund helfen die KAUSA-Landesstellen beim Start einer betrieblichen Ausbildung. So informieren sie über das duale Ausbildungssystem, Ausbildungsberufe und Karrierewege, die eine duale Ausbildung ermöglichen.

Die Landesstellen werden durch das BMBF im Rahmen der Initiative Bildungsketten gefördert. Die jeweiligen Länder unterstützen diese Arbeit. In Rheinland-Pfalz, Thüringen und Brandenburg wurden 2017 die ersten landesweiten KAUSA-Servicestellen eingerichtet. In der 2021 beginnenden zweiten Phase werden diese fortgeführt und weitere Landesstellen eingerichtet.

KAUSA-Transfer-Projekte

Die KAUSA-Servicestellen und ihre Partner haben über Jahre Expertise in der Ansprache von Unternehmerinnen und Unternehmern mit Migrationshintergrund gesammelt sowie gute Instrumente entwickelt und erprobt. Damit diese Maßnahmen und Angebote gesichert werden, fördert das BMBF ab 2022 mit einer neuen Förderrichtlinie Transfer-Projekte im Rahmen von KAUSA.

Mit einer innovativen Transferstrategie sollen Angebote und Instrumente übertragen werden, um möglichst viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Menschen mit Migrationshintergrund zu erreichen. Zentral beim Transfer ist eine enge Zusammenarbeit mit den Kammern, Berufsverbänden, Kommunen oder Organisationen von Migrantinnen und Migranten.

Transferiert werden können z.B. Angebote

  • zur Ansprache und Information von Unternehmerinnen und Unternehmern mit Migrationshintergrund
  • zur Unterstützung von Unternehmen mit Migrationshintergrund auf ihrem Weg zum Ausbildungsbetrieb
  • zum Erhalt der Ausbildungsbereitschaft von Unternehmen mit Migrationshintergrund
  • zur Gewinnung von Unternehmen für die Ausbildung von jungen Migrantinnen und Migranten
  • zur Erhöhung der Ausbildungsbeteiligung von jungen Migrantinnen und Migranten
  • zur Information und Einbindung von Eltern mit Migrationshintergrund

Die Projekte beginnen ab Januar 2022.