Studium oder Ausbildung

Um die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung zu verbessern, fördert die Initiative Bildungsketten Projekte wie beispielsweise das Verbundvorhaben VerOnika oder Angebote für Studienabbrechende und Studienzweifelende.

Junge Frau sitzt in Schulungsraum vor Computer

Adobe Stock, NDABCREATIVITY

Mit der Allianz für Aus- und Weiterbildung haben sich Vertreterinnen und Vertreter der Bundesregierung, der Bundesagentur für Arbeit, der Länder sowie Spitzenorganisationen der Wirtschaft und Gewerkschaften darauf verständigt, die Attraktivität, Qualität und Integrationskraft der dualen Berufsbildung zu verbessern. Auch die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung ist ein wesentliches Ziel der Allianz-Partner. Jeder junge Mensch soll auf dem Weg zu seinem Berufsabschluss bestmöglich unterstützt werden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert in der Initiative Bildungsketten verschiedene Projekte, die zu einer verbesserten Verzahnung zwischen beruflicher und akademischer Bildung führen und die Durchlässigkeit zwischen den Bildungssystemen verbessern.

VerOnika – Verzahnte Orientierungsangebote Ausbildung und Studium

Jugendlichen, die sich noch nicht für ein Studium oder eine duale Ausbildung entscheiden können, bietet das Projekt VerOnika eine neue Option: In dem vom BMBF geförderten Verbundvorhaben „Verzahnte Orientierungsangebote Ausbildung und Studium - VerOnika“ werden an drei Standorten und mit drei unterschiedlichen Konzepten Ausbildung und Studium in einem gemeinsamen Orientierungsangebot kombiniert. Absolventinnen und Absolventen mit Hochschulzugangsberechtigung können sich in beiden Bereichen ausprobieren und erste Erfahrungen sammeln. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Angebots können erbrachte Leistungen auf eine anschließende berufliche oder akademische Ausbildung bei den Verbundpartnern anrechnen lassen. Die Orientierungsangebote werden für Berufe in den Bereichen MINT, Technik sowie Pflege und Gesundheit gemeinsam von Partnern der beruflichen und akademischen Bildung entwickelt und erprobt.

Das Orientierungsangebot „O ja!“ für Ausbildungsberufe und Studiengänge im MINT-Bereich ist im April 2020 als erstes der drei Angebote im Verbundvorhaben gestartet. Das Angebot wird gemeinsam von der Handwerkskammer (HWK) Berlin und der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin umgesetzt. Die Orientierungsangebote für Berufe im Bereich Technik der Hochschule Karlsruhe und der Industrie und Handelskammer Karlsruhe und für Berufe im sozialen Bereich der Universität Darmstadt haben im Sommer 2021 mit dem ersten Durchlauf begonnen.

Austausch und Transfer zwischen den drei Standorten sind wesentlicher Teil des Vorhabens. Durch die gemeinsame Arbeit als Verbundprojekt werden übergreifende Erkenntnisse gewonnen, die sich auch auf andere Bundesländer übertragen lassen. Die begleitende Evaluation wird von der Fernuniversität Hagen durchgeführt. Die Servicestelle Bildungsketten im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist für die wissenschaftliche Begleitung und Administration von VerOnika zuständig.

Leuchtturmprojekte zur Beratung von Studienabbrechenden oder Studienzweifelenden

Fast ein Drittel der Bachelor-Studierenden brechen ihr Studium ab. Während es bei einigen Studierenden möglicherweise nur die falsche Wahl des Studienfaches war, ist für andere ein Studium einfach nicht das richtige. Finanzielle Schwierigkeiten, familiäre oder gesundheitliche Gründe, Motivationsprobleme oder mangelnde Studienleistungen können beispielsweise Ursachen für einen Studienabbruch sein. Eine gute Alternative kann eine berufliche Ausbildung sein. In den Bildungsketten-Vereinbarungen fördert das BMBF in Zusammenarbeit mit den Ländern Projekte, die junge Menschen bei Zweifeln an ihrem Studium beraten oder alternative berufliche Qualifizierungswege bei einem Studienabbruch aufzeigen. Ziel von Bund und Ländern ist es, einerseits Studienabbrecherinnen und Studienabbrechern für die berufliche Bildung zu gewinnen, andererseits die akademische und berufliche Bildung besser miteinander zu verzahnen.

Landesweite Beratungsstrukturen für Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher wurden oder werden bereits mit den bisherigen Bildungsketten-Vereinbarungen in Hessen, Hamburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen aufgebaut. Weitere Leuchtturmprojekte sollen ab 2021 im Rahmen der neuen Bildungsketten-Vereinbarungen folgen.

Initiative Queraufstieg – Beratungsnetzwerk für Studienzweifelnde

Mit der Initiative Queraufstieg erhalten Studienzweifelnde sowie Studienaussteigerinnen und Studienaussteiger eine gut zugängliche Beratungs- und Unterstützungsstruktur. Ziel ist es, individuelle und strukturelle Zugangshemmnisse für Studienaussteigende in duale Ausbildungen abzubauen und verkürzte Ausbildungswege zu erproben. Geplant ist, die verschiedenen Förderansätze der Länder Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt in der Initiative Queraufstieg zusammenzuführen und weiterzuentwickeln. Das BMBF stellt hierfür Finanzmittel über die Bildungsketten-Vereinbarungen zur Verfügung. Die Koordination des Vorhabens übernimmt das Land Berlin.

InnoVET – Innovationen für eine exzellente berufliche Bildung

Neue Ansätze für eine attraktive berufliche Bildung und mehr Durchlässigkeit fördert das BMBF mit dem Wettbewerb InnoVET „Zukunft gestalten – Innovationen für eine exzellente berufliche Bildung“. Eine Jury hat 30 Projekte für die Konzeptphase ausgewählt. Dabei geht es unter anderem um die Verzahnung von beruflicher und akademischer Bildung oder die Kooperation verschiedener Lernorte wie Unternehmen und Hochschulen. InnoVET wird im BMBF-Ausbildungsstrukturprogramm JOBSTARTER plus umgesetzt.