Berufseinstiegsbegleitung: von der Schule in die Ausbildung

Die Schule abschließen, eine Ausbildung beginnen: Die Berufseinstiegsbegleitung hilft ausbildungswilligen Jugendlichen dabei, den Weg in den Beruf zu schaffen und Ziele aus eigener Kraft zu erreichen.

Die Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) richtet sich an Schüler/innen, die einen Hauptschul- oder Förderschulabschluss anstreben und anschließend eine Ausbildung, auf diesem Weg aber besondere Unterstützung benötigen.

Illustration eines Labyriths, welches vom Zeugnis zum Abschluss führt. In der Mitte ein Jugendlicher und seine Berufseinstiegsbegleiterin.
Die Jugendlichen sollen den Schulabschluss erreichen, eine realistische Berufswahl treffen, einen passenden Ausbildungsplatz finden und erfolgreich in die Ausbildung starten. Die Berufseinstiegsbegleiter/innen kümmern sich vor allem um Fragen des Übergangs in die Berufsausbildung, helfen bei Bewerbungsunterlagen, bei der Vermittlung in Praktika, bei der Berufsorientierung und bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Die Begleitung beginnt in der Vorabgangsklasse, also ein Jahr bevor die Schüler/innen die Schule verlassen, und läuft weiter bis ins erste Ausbildungsjahr – auch dann, wenn Jugendliche sich zunächst in anderen Maßnahmen des Übergangs befinden (z.B. Berufsvorbereitungsjahr).

Somit bildet die Berufseinstiegsbegleitung die Klammer im Berufsorientierungsprozess der Jugendlichen (siehe Grafik): Die Berufseinstiegsbegleiter/innen haben den Überblick, wo die Jugendlichen stehen und was für die Integration in eine betriebliche Ausbildung noch zu tun ist.

Vom Modellprojekt zum Regelinstrument

Der Startschuss für die Berufseinstiegsbegleitung fiel 2009 mit einer modellhaften Erprobung im Rahmen des alten Dritten Sozialgesetzbuches (§ 421s, SGB III in alter Fassung). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) legte 2010 das Sonderprogramm Berufseinstiegsbegleitung Bildungsketten auf. Das Programm läuft bis 2014 bundesweit an rund 1.000 Schulen mit 1.000 Berufseinstiegsbegleitern/-innen.

Seit 2012 ist die Berufseinstiegsbegleitung ein Regelinstrument (§ 49, Drittes Sozialgesetzbuch) und kann an allen allgemeinbildenden Schulen durchgeführt werden. Damit ist sie ein zentrales Begleitungsinstrument für den Übergang von Schülern/innen mit besonderem Unterstützungsbedarf, die Zielgruppe ist begrenzt auf eine Auswahl an Jugendlichen.

Ab 2015 stellt der Bund für die Berufseinstiegsbegleitung insgesamt rund eine Milliarde Euro in der Förderperiode 2014 - 2020 bereit, davon rund 500 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit. Damit ist die Finanzierung bis zum Schuljahr 2018/19 gesichert.

Gefördert werden rund 115.000 Schülerinnen und Schüler an knapp 3.000 Schulen der Sekundarstufe 1. Die Auswahl der teilnehmenden Schulen erfolgte in Abstimmung mit den Kultusministerien der Länder.

Vielfältige Aufgaben

Die Aufgaben der Berufseinstiegsbegleiter/innen sind vielfältig. Sie unterstützen die jungen Menschen unter anderem dabei,

  • ihre Persönlichkeit zu entwickeln,
  • den Schulabschluss zu schaffen,
  • an berufsorientierenden Veranstaltungen, Praktika etc. teilzunehmen,
  • in Bewerbungsgesprächen klarzukommen,
  • sich im ersten Ausbildungsjahr zurechtzufinden und voranzukommen.

Die Berufseinstiegsbegleiter/innen betreuen die Jugendlichen persönlich, gemeinsam analysieren sie Stärken und Schwächen und motivieren. Aus den Ergebnissen der Potenzialanalyse leiten sie Förderpläne ab, um die Jugendlichen individuell an die einzelnen Stationen im Berufswahlprozess heranzuführen. Bei Bedarf organisieren sie weitere Unterstützungsangebote, zum Beispiel Nachhilfeunterricht. Die Begleitung erfolgt in enger Abstimmung mit der Berufsberatung. Die Jugendlichen dokumentieren alle Schritte in einem Dokumentations- und Reflexionsinstrument, z.B. im Berufswahlpass.

Auf der Lern- und Arbeitsplattform qualiboXX haben alle Berufseinstiegsbegleiter/innen und weitere beteiligte Fachkräfte die Möglichkeit zum Informationsaustausch. Hier erfahren Sie mehr.

Oft geht es auch darum, die von einigen Jugendlichen scheinbar klar gesteckten Berufswünsche kritisch zu reflektieren – um spätere Ausbildungsabbrüche zu verhindern. Wenn nötig, geben die BerEb den Jugendlichen einen Schubs. Die Begleitung ermutigt die Jugendlichen, positive Erfahrungen zu sammeln und so ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Bei Bedarf vermitteln die Berufseinstiegsbegleiter/innen Unterstützungsangebote, die das Ausbildungsverhältnis stabilisieren helfen. So können die Jugendlichen zum Beispiel ausbildungsbegleitende Hilfen in Anspruch nehmen oder die ehrenamtlichen Ausbildungsbegleiter/innen der Initiative VerA beim Senior Experten Service hinzuziehen. Die ehrenamtlichen VerA-Begleiter/innen betreuen die Jugendlichen auf Wunsch bis zum Ende der Lehre. Dieses Angebot ergänzt somit die hauptamtliche Berufseinstiegsbegleitung und gewährleistet im Bedarfsfall eine lückenlose Begleitung bis zum Ausbildungsabschluss.

Hoch qualifiziertes Personal

Die Berufseinstiegsbegleiter/innen sind bei einem Bildungsträger beschäftigt. Die Bildungsträger wurden durch die Bundesagentur für Arbeit beauftragt. Damit die Berufseinstiegsbegleiter/innen den Anforderungen an ihre Aufgaben entsprechen können, werden hohe Qualifikationen vorausgesetzt. Gewünscht sind:

  • Personen, die eine Qualifikation als Meister/in, Techniker/in oder Fachwirt/in mit Ausbildereignungsprüfung haben und über Berufserfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen sowie Ausbildungserfahrung verfügen;
  • Personen, die eine Qualifikation als Sozialpädagoge/Sozialpädagogin mit abgeschlossenem Studium der Sozialpädagogik/-arbeit nachweisen;
  • Diplom-Pädagogen/-Pädagoginnen mit Studienschwerpunkten Sozialpädagogik oder Jugendhilfe bzw. Berufserfahrung mit der Zielgruppe;
  • Fach- und Führungskräfte mit Berufserfahrung, guten Kontakten zur regionalen Wirtschaft und Erfahrung in der – auch ehrenamtlichen – Arbeit mit Jugendlichen.

Etwa 40 Prozent aller Schulen bieten neben der Berufseinstiegsbegleitung auch andere dauerhafte Förderinstrumente an. Jedes Instrument verfolgt ein besonderes Ziel. In der Initiative Bildungsketten werden diese Förderinstrumente zu einer effizienten Unterstützung für die Jugendlichen zusammengeführt. Kooperationen mit anderen Akteuren/innen – Schulleitungen, Klassenlehrer/innen, Schulsozialarbeiter/innen, Berufsberater/innen, Fallmanager/innen, Kammern, Betriebe – sind sinnvoll und notwendig.

Ergebnisse der Evaluation

Die Berufseinstiegsbegleitung wurde evaluiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mehrzahl der BerEb die persönliche Betreuung und das Vertrauen der Schüler/innen als Grundlage für den Erfolg ihrer Arbeit ansieht.

Die Mehrzahl der BerEb arbeitet nach eigener Aussage eng mit den Klassenlehrern/innen zusammen, rund ein Drittel bezeichnet die Zusammenarbeit mit den Berufsberatern/innen der Bundesagentur für Arbeit als eng. Neben den Klassenlehrern/innen sind die Berufsberater/innen die wichtigsten Ansprech- und Kooperationspartner der BerEb. Auch Unternehmen und Kammern sind wichtige Partner im Netzwerk der BerEb. Das ergab unter anderem die Evaluation der Berufseinstiegsbegleitung nach § 421s SGB III.

Dokumente

Arbeitshilfen

Publikationen

  • Berufseinstiegsbegleitung - die Möglichmacher ID = 1476

    Titelbild der Publikation

    Informationen für Eltern, Lehrerinnen und Lehrer

    2015, 40 Seiten
    Bestell-Nr.: 30689

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 2,61 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/Berufseinstiegsbegleitung_die_Moeglichmacher.pdf)

  • Das Bildungsketten-Starterpaket für die Berufseinstiegsbegleitung ID = 1862

    Titelbild der Publikation

    2016, 22 Seiten

    Download [PDF - 2,09 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/Starterpaket.pdf)

  • Bildungsketten-Journal 4/2016 ID = 2050

    Titelbild der Publikation

    Den Weg in die Ausbildung schaffen

    2016, 39 Seiten
    Bestell-Nr.: 31229

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 3,09 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/Bildungsketten_Journal_4_2016.pdf)

  • Bildungsketten Journal 3/2015 ID = 1851

    Titelbild der Publikation

    So geht kein Jugendlicher verloren

    2015, 39 Seiten
    Bestell-Nr.: 31036

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 5,12 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/Bildungsketten_Journal_3_2015.pdf)

  • Bildungsketten Journal 2/2013 ID = 1683

    Titelbild der Publikation

    "Jetzt weiß ich, was ich alles kann"

    2013, 39 Seiten
    Bestell-Nr.: 30889

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 5,10 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/Bildungsketten_Journal_2_2013.pdf)

  • Bildungsketten Journal 1/2012 ID = 1751

    Titelbild der Publikation

    Die Nahtstellen-Manager

    2012, 36 Seiten
    Bestell-Nr.: 30768

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 4,32 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/Bildungsketten_Journal_1_2012.pdf)

  • Infokarte Bildungsketten - Motiv Schulen ID = 1861

    Titelbild der Publikation

    Talent erkannt. Schule gepackt. Beruf gefunden

    2015, 2 Seiten
    Bestell-Nr.: 31042

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 143,5 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/Infokarte_Schulen.pdf)

  • Infokarte Bildungsketten - Motiv Unternehmen ID = 1860

    Titelbild der Publikation

    Azubis gesucht?

    2015, 2 Seiten
    Bestell-Nr.: 31041

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 230,2 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/Infokarte_Unternehmen.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

Ansprechpartner

  • Servicestelle Bildungsketten beim Bundesinstitut für Berufsbildung

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    • Stv. Leiterin Servicestelle
    • Satiye Sarigöz
    • Telefonnummer: 0228/107-2824
    • E-Mail-Adresse: satiye.sarigoez@bibb.de